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Frisch auf dem Markt: Lirinda »Lilly« Trovillion mit ihrer eigens entwickelten Pflege-Serie »nclude«.

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Kosmetik aus Karben

Sie ist nicht nur glückliche Mama, sondern auch »frisch gebackene« Geschäftsführerin: Die Petterweilerin Lirinda »Lilly« Trovillion hat sich mit ihrer eigenen Pflegeserie selbstständig gemacht. Investiert hat sie dafür viel - und hofft nun auf den durchschlagenden Erfolg über die Karbener Stadtgrenzen hinaus.

E in großer Schreibtisch mit zwei Bildschirmen, daneben ein oranges »Besprechungssofa«, in der Ecke ein Flipchart mit den wichtigsten Meilensteinen: Wenn Lirinda »Lilly« Trovillion an ihrem Schreibtisch sitzt, könnte dies auch in einem gewöhnlichen Bürogebäude sein. Doch tatsächlich arbeitet sie im Keller ihres Wohnhauses im Karbener Stadtteil Petterweil. Das Besondere jedoch ist nicht das »Mehrgenerationenhaus«, in dem sie mit der eigenen Familie samt Oma ihres Mannes zusammenlebt, sondern vielmehr das Regal hinter dem frisch eingerichteten Schreibtisch: Fläschchen an Fläschchen reihen sich dort die fünf Produkte ihrer eigens entwickelten Pflegeserie »nclude«.

Unabhängiges Labor hinzugezogen

Denn Lirinda Trovillion ist nicht nur Mutter, sondern auch auf dem Weg zur Geschäftsfrau: Die 41-Jährige hat jüngst ihre eigene Kosmetiklinie gegründet. Das Besondere soll daran sein: Die Serie pflege von innen und außen - mit den gleichen Inhaltsstoffen. Sprich: Die Hautpflegeprodukte und Nahrungsergänzungsmittel, oft auch Englisch als »Supplements« bezeichnet, ergänzten sich optimal, erläutert Trovillion. »Jedes Kosmetikprodukt wird durch ein entsprechendes Supplement ergänzt«, skizziert die Gründerin ihre Vision. Und für diese hat sie viel Zeit und Geld investiert: Zur Entwicklung hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Dennis ein unabhängiges Labor hinzugezogen. Zwei Jahre habe allein die Entwicklung gedauert, seit etwa einem halben Jahr seien die ersten Produkte fertig. »Konsistenz, Farbe, Geruch: Ich hatte bestimmte Vorstellungen«, sagt Trovillion über den Entwicklungsprozess. »Alles sollte stimmig sein.«

Die komplett durch Lohnhersteller in Deutschland produzierten Produkte stapeln sich nun in ersten Kartons im Nebenraum ihres Büros. »Zehn bis 20 Aufträge pro Tag könnten wir von hier aus gut händeln«, sagt Dennis Trovillion (37). Um diese Grenze in einem ersten Schritt zu knacken, vermarkten die beiden aktuell im Internet - auch, weil aufgrund der Corona-Pandemie keine Messen stattfinden können. Am 17. Mai ist die eigens gestaltete Webseite online gegangen, seither sind die Produkte zu kaufen.

Dabei ist das Unternehmen bislang ein echter »Familienbetrieb«. Am Bildschirm gegenüber hilft Ehemann Dennis in seiner Freizeit mit Ideen und den eigenen Erfahrungen aus Beruf und Studium - Marketing, Vertrieb, BWL. Seine Oma hatte sich von einigen alten Möbeln getrennt, um das Büro im Keller freizumachen. Verwandte und Freunde testen und modeln auf der Internetseite. »Und wer weiß, vielleicht packen die Kinder irgendwann mit an«, lacht Trovillion. Die Mutter eines fünfeinhalbjährigen Kindes steht kurz vor der zweiten Geburt.

Ein echter Familienbetrieb

Gerade die Kinder sind es, die einen entscheidenden Beitrag zur Reifung ihrer Idee beigetragen hätten, erzählt sie. Denn mit sich getragen haben Dennis und Lirinda den Traum einer eigenen Unternehmensgründung bereits seit dem BWL-Studium, in dem sie sich kennengelernt haben. »Auch, dass wir im Gesundheitsbereich gründen wollten, war früh klar - doch der Markt ist groß, und wir haben Zeit gebraucht, eine Lücke zu identifizieren«, erklärt sie. Schließlich habe eins zum anderen geführt: Vor vielen Jahren einmal habe sie »viel Geld« für eine vermeintlich hochklassige Creme ausgegeben - von dieser aber Pigmentstörungen davongetragen. »In der Folge habe ich mich in den vergangenen zehn Jahren sehr viel mit Inhaltsstoffen auseinandergesetzt«, sagt Trovillion. Mit der Geburt ihres ersten Kindes schließlich habe das noch einmal zugenommen. »Viele Menschen leben zwar gesundheitsbewusst«, beobachtet sie seither, »aber nicht ganz konsequent: Sie treiben etwa viel Sport, schmieren sich dann aber giftige Stoffe ins Gesicht.«

»Wir verwenden nur bestmögliche Inhaltsstoffe«, sagt sie. In Verbindung mit dem Alleinstellungsmerkmal, dass Pflege von innen und außen aus einer Hand vereint wird, hoffen sie und ihre Familie nun auf den Erfolg. Dabei trauen sich die Trovillions durchaus, groß zu denken: Einmal richtig zu »pitchen«, die Idee also wie in der TV-Serie »Höhle der Löwen« vorzustellen, das wäre ein Traum. Der Markenname »nclude« - angelehnt an das englische Wort »include«, also die Betonung auf die Inhalte - sei dafür der erste Schritt gewesen, verrät Dennis Trovillion zuversichtlich: »Er könnte auch international gut vermarktet werden.«

Fünf Produkte umfasst die Pflegeserie »nclude« des Petterweiler Unternehmens »Vonlea« zum Start: Reinigungsmilch, Serum, Tages- und Nachtcreme sowie ein Nahrungsergänzungsmittel. Alle Pflege-Produkte gelten als Naturkosmetik, sind jedoch nicht als solche zertifiziert. Informationen zu Inhaltsstoffen und Produkten unter www.nclude.de. jkö

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