Stephanie Becker-Bösch hat dem Karbener Traditionsunternehmen einen Besuch abgestattet. 	FOTO: WETTERAUKREIS
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Stephanie Becker-Bösch hat dem Karbener Traditionsunternehmen einen Besuch abgestattet. FOTO: WETTERAUKREIS

König und Neurath: Ein Start mit der Krise

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Karben (prw). Seit April 2020 hat das Familienunternehmen König und Neurath einen neuen Vorstandssprecher. Erste Kreisbeigeordnete Becker-Bösch war im Gespräch mit Michael Cappello. Thema: Herausforderungen für mittelständische Unternehmen ein Jahr nach Beginn der Krise.

Das Traditionsunternehmen König und Neurath mit Sitz in Karben ist seit Jahrzehnten als internationaler Anbieter von Büromobiliar und Raumsystemen bekannt. Das Unternehmen biete einen umfassenden Service und eine hohe fachliche Kompetenz, wenn es um die Gestaltung von Arbeitswelten geht. Bei der Produktion werde intensiv auf die Wünsche und Anforderungen der Kunden eingegangen, dies bedeute unter anderem auch maßgeschneiderte Möbelherstellung.

Seit April 2020 ist Michael Cappello Vorstandssprecher. Sein Einstieg - alles andere als ruhig. Denn Cappello fand sich direkt mit den Herausforderungen des ersten Lockdowns konfrontiert. »Meine oberste Priorität war es, sofort aktiv auf die Entwicklungen zu reagieren, um unsere Mitarbeitenden sowie Kunden und Lieferanten zu schützen. Daher haben wir uns im letzten Jahr auch für eine kurzfristige Produktionsruhe entschieden«, erklärt Cappello.

Langfristige Herausforderungen

Die angespannte Marktsituation bekomme man aber erst jetzt wirklich zu spüren. So habe man für 2021 geplante Investitionen zurückfahren müssen. »Langfristig wird die größte Herausforderung allerdings sein, uns auf die neuen Entwicklungen im Bereich Homeoffice und auf neue Vertriebswege einzustellen. Die Arbeitswelt wandelt sich sehr schnell. Durch Corona wird sich die Arbeitswelt noch drastischer verändern. Denn Unternehmen realisieren jetzt, dass sie weitaus weniger Bürofläche brauchen, somit Kosten sparen können, wenn sie ihre Mitarbeitenden zum Teil dauerhaft im Homeoffice beschäftigen. Auf diese Veränderungen werden wir uns mit skalierbaren Office-Lösungen einstellen. Wir sehen aber auch, dass das Büro als Ort für soziale Interaktion und den Austausch wichtig bleiben wird. Die frei werdenden Büroflächen werden umgestaltet und stärker als Kommunikations- und Kreativbereiche genutzt. Wir werden weiterhin Unternehmen im gesamten Prozess ihrer Büroeinrichtung begleiten und gemeinsam mit ihnen die passgenauen Möblierungskonzepte für die individuellen Arbeitskulturen erarbeiten und umsetzen.«

Becker-Bösch sieht gerade bei den Überbrückungshilfen für mittelständische Unternehmen noch großen Handlungsbedarf: »Gerade mittelständische Unternehmen - das Herzstück unserer Wirtschaft - stehen weiterhin vor einer ungewissen Zukunft. Mit jedem weiteren Lockdown verschärft sich die Situation. In meinen Augen muss gewährleistet werden, dass auch genügend Hilfe zur Verfügung steht, damit nicht reihenweise Unternehmen und Arbeitsplätze verloren gehen. Die angesetzten Hilfsprogramme sind notwendig. Allerdings sind sie immer noch mit einem zu großen bürokratischen Aufwand verbunden. Zwischen Novemberhilfen, Dezemberhilfe, Überbrückungshilfe I, II und III ist es gerade für Unternehmen sehr schwer, den Überblick zu behalten. Auch weil sich die Konditionen für die Finanzhilfe ständig ändern. Kleinere Unternehmen erhalten zudem kaum etwas von den Geldern. Wenn wir Arbeitsplätze in unserer Region und die Innovationsfähigkeit unserer Unternehmen, wie beispielsweise König und Neurath, bewahren wollen, darf nicht nur den wenig großen Unternehmen die notwendige Hilfestellung geboten werden.«

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