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Knobeln und rechnen

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Von: Holger Pegelow

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Fachbereichsleiterin Ruth Pakulat (links) und Schulleiteirn Ursula Hebel-Zipper freuen sich über den Erfolg von Fridolin Behrendt. © Holger Pegelow

Fünftklässer Fridolin Behrendt (11) aus der Kurt-Schumacher-Schule hat Spaß an Knobelaufgaben. Bei der hessenweiten Mathe-Olympiade hat er den zweiten Platz belegt.

Karben (pe). Es ist gewiss kein Schulalltag, wenn ein Schüler vier Stunden allein in einem Raum sitzt und Aufgaben beantwortet. Das muss schon ein besonderer Tag sein. So wie, wenn es um den Test in einem Mathematikwettbewerb geht. Dazu braucht der Schüler Ruhe, um sich voll zu konzentrieren. So ging es Fridolin Behrendt. Der Elfjährige hat an der Mathematik-Olympiade teilgenommen und ist dort hessenweit ganz vorne gelandet.

Logisches Denken ist gefragt

Alljährlich sind mehrere Tausend Schülerinnen und Schüler dazu aufgerufen, an der Mathematik-Olympiade teilzunehmen. Dabei handelt es sich um einen dreistufigen Wettbewerb, bei dem die Schüler zum Teil komplexe Aufgaben lösen sollen. Immer geht es um mehr als nur rechnen. Logisches Denken ist gefragt, und vor allem sollen die Schüler auch deutlich machen, wie sie zu den Lösungen gekommen sind. An dem Hinweis auf den Aufgabenbögen fehlt es in keinem der Wettbewerbstage. Darin heißt es: »Der Lösungsweg mit Begründungen und Nebenrechnungen soll deutlich erkennbar sein. Du musst also auch erklären, wie du zu Ergebnissen und Teilergebnissen gelangt bist. Stelle deinen Lösungsweg logisch korrekt und in grammatisch einwandfreien Sätzen dar.«

Aber das weiß jemand wie Fridolin längst. Denn der jetzige Fünftklässler der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) hat bereits an der Grundschule an solchen Wettbewerben teilgenommen. »Ich habe schon immer Mathe gemocht«, erklärt er. In der Grundschule am Römerbad in Okarben hat er folglich auch immer die Bestnote erhalten.

Wettbewerb mit drei Runden

Solche Schüler hat die Fachbereichsleiterin an der Kurt-Schumacher-Schule, Ruth Pakulat, gern an der Schule. Denn sie fördert mit Begeisterung das Fach Mathematik. Seit vier Jahren leitet sie an der KSS die Arbeitsgemeinschaft Mathematik. »Zurzeit haben wir drei Gruppen von Mathematikinteressierten.« Sie kommen außerhalb des regulären Unterrichts zum gemeinsamen Rechnen und Knobeln zusammen. Logisches Denken soll dadurch auch gefördert werden.

In einer der Gruppen macht Fridolin Behrendt mit. Damit kann er sein Wissen vertiefen und Mathe üben. Dementsprechend ist er mit guten Chancen bei der Mathe-Olympiade an den Start gegangen. Der erste Teil der Wettbewerbe findet immer zu Hause statt, das heißt, er kann in vertrauter Umgebung die Aufgaben lösen. In der zweiten Runde müssen die Schülerinnen und Schüler in der Schule sein, ebenfalls noch gewohnte Umgebung. Zur dritten Runde geht es normalerweise nach Darmstadt, wo für den hessenweiten Wettbewerb die erfolgreichsten Schülerinnen und Schüler zusammenkommen. Wegen der Corona-Pandemie haben die Veranstalter des Wettbewerbs, das Zentrum für Mathematik, aber auf diese Zusammenkunft verzichtet, sodass auch die dritte Runde in der jeweiligen Schule stattgefunden hat.

Deswegen saß Fridolin einsam und allein volle vier Stunden in einem Raum im ersten Stock und hat die Aufgaben gelöst. Offenbar so gut, dass er bei hessenweit 40 Teilnehmenden den zweiten Platz erzielt hat. »Ich habe es zu Hause erfahren«, sagt der Elfjährige.

»Die Aufgaben hatten nichts mit dem Unterrichtsstoff zu tun«, erklärt Fachbereichsleiterin Pakulat. Sie zeigt sich ebenso wie Direktorin Ursula Hebel-Zipper sehr begeistert von diesem Erfolg. Einen Preis gab es natürlich auch. Und welcher könnte da passender sein, als ein Gutschein für die gesamte Familie zu einem Ausflug zum Mathematikum nach Gießen.

Eins steht für den Elfjährigen schon jetzt fest: Im November, wenn die nächste Mathe-Olympiade beginnt, will er wieder teilnehmen.

Mit Projekten fürMathematik begeistern

Die alljährlichen Mathematik-Wettbewerbe finden unter dem Dach des Zentrums für Mathematik (ZFM) statt. Der gleichnamige Verein wendet sich an Schülerinnen und Schüler, die sich außerhalb des regulären Unterrichts mit Mathematik beschäftigen wollen. Damit sollen besonders begabte Kinder und Jugendliche der Jahrgangsstufen 3 bis 13 gefördert werden. Das ZfM hat aktuell vier Zentren in Bensheim, Fulda, Heilbronn und Wetzlar eingerichtet. Vielfältige Projekte sollen für die Schüler Anlässe schaffen, sich mathematisch bilden zu können. Dabei kooperiert man mit Schule, Hochschule und Wirtschaft.

Mit den Wettbewerben erreicht das ZfM nach eigenen Angaben jährlich rund 7000 Schülerinnen und Schüler. pe

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