Knak befürchtet Spaltung

  • Holger Pegelow
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Karben(pe). So recht hat man den Karbener Stadtverordneten in der letzten Sitzung des Jahres nicht angemerkt, dass sie unter dem Eindruck von Corona stehen. Der Vorsitzende des Freien Wähler, Thorsten Schwellnus, stellte zwar fest, "das Jahr 2020 war ein Jahr wie kein anderes", um dann aber doch ausschließlich sich lokalen Themen zu widmen. Die Redner von CDU und SPD erwähnten die gegenwärtige Krise erst gar nicht, der Linke Uwe Maag sprach von Corona nur in seiner Anrede an die Stadtverordneten, während der Liberale Oliver Feyl auf Corona wegen der Kürze seiner Rede hinwies. Deshalb stach die Rede des Grünen Rainer Knak doch heraus, der sich tiefergehende Gedanken über die Folgen der Corona-Pandemie auf die Gesellschaft machte.

Auch wenn man in diesem Gesundheitsjahr 2020 gerne von Einheit spreche, so glaube er doch, "dass die Gesellschaft zutiefst gespalten ist." Auf der einen Seite gebe es Menschen, die auf grausame Weise ihr Leben verloren hätten. Auf der anderen Seite habe man auch vor Ort Kulturschaffende, Gastronomen, Messebauer (Stichworte: Kino, Satis & Fy) und auch andere Gruppen, die um ihre Existenz und Zukunft bangen. Dort habe man jene, die sich im Homeoffice und bei Videokonferenzen ganz wohlfühlten, auf der anderen Seite habe man die Einsamen, die Verzweifelten, die Depressiven. Einerseits hätten Menschen Angst um ihre Gesundheit und die ihrer Angehörigen, andererseits gebe es jene, die das Gefühl hätten, der Staat habe ihnen die Freiheit genommen. Die einen sehnten die Impfungen herbei, die anderen sorgten sich, sie könnten dazu genötigt werden. Jetzt gelte es, genau hinzuschauen und sich zu fragen, was auch die Stadt tun könne, um Risikogruppen zu schützen.

Handeln nach Prinzip Hoffnung?

Es wögen ohnehin die wirtschaftlichen Folgen dieser Pandemie schwer. Optisch sehe der Haushalt 2021 gut aus. Aber er sehe beim Planansatz nur 250 000 Euro weniger vor als beim Ansatz 2020. Deshalb müsse man zu dem harten Schluss kommen, "dass dieser Entwurf sehr wahrscheinlich nicht das Papier wert ist, auf dem er steht." Das mache er dem Bürgermeister nicht zum Vorwurf. "Denn Sie, Herr Rahn, handeln nach dem Prinzip Hoffnung, was man als Bürgermeister in dieser Lage auch tun muss."

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