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Klimaschutzkonzept für städtische Liegenschaften?

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Karben (dit). Ein Klimaschutzkonzept für kommunale Liegenschaften war Themenschwerpunkt der 67. öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur. Ob ein solches Konzept für den Gebäudebestand der Stadt Karben erstellt wird, wurde nicht entschieden. Die Mitglieder des von Guido Rahn geleiteten Ausschusses wollen das von Referent Hubert Prieur von der »febis Service GmbH« vorgestellte Programm prüfen.

Karben (dit). Ein Klimaschutzkonzept für kommunale Liegenschaften war Themenschwerpunkt der 67. öffentlichen Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur. Ob ein solches Konzept für den Gebäudebestand der Stadt Karben erstellt wird, wurde nicht entschieden. Die Mitglieder des von Guido Rahn geleiteten Ausschusses wollen das von Referent Hubert Prieur von der »febis Service GmbH« vorgestellte Programm prüfen.

Laut Erstem Stadtrat Dr. Gerd Rippen wurde der Kontakt zu dem Informationsdienstleister, der über die Möglichkeit der Förderung von Energiekonzepten berät, 2009 geknüpft. »Ein Energiesparprogramm wurde bereits vor einigen Jahren vorgestellt. Allerdings war damals nicht genügend Potenzial erkennbar und wurden keine Zuschüsse gewährt«, berichtete Rippen. Laut Prieur hat sich Letzteres im Zusammenhang mit der 2008 eingeführten Initiative der Bundesrepublik »Kommunaler Klimaschutz« geändert. »Die Förderquote für die Erstellung eines Klimaschutzkonzeptes für Kommunen mit mehr als 10 000 Einwohnern beträgt 70 Prozent«, erklärte er. Darin einbezogen werden könnten öffentliche, gewerbliche und private Gebäude, wie auch Verkehr und Industrie.

Allerdings bestehe auch die Möglichkeit, ein Klimaschutz-Teilkonzept ausschließlich für kommunale Liegenschaften zu erarbeiten. Übergeordnetes Ziel sei die Senkung der Kohlendioxid-Emission. »Kommunen können ihre Kosten reduzieren. Durch Umsetzungsmaßnahmen kann die regionale Wertschöpfung gestärkt, Arbeitsplätze können gesichert werden.« Zudem hätten Kommunen eine Vor- und Leitbildfunktion. In der Vorbereitungsphase sei die Gründung einer »Klimaschutz-AG« notwendig. Der Ist-Bestand werde erhoben und eine Potenzialanalyse erstellt. Diese sei die Basis für die Empfehlung energetisch und wirtschaftlich sinnvoller Maßnahmen. Bei der Bestandsaufnahme würden pro Gebäude 70 Prozent von bis zu 400 Euro als Zuschuss gewährt. Die Förderbeträge für eine Gebäudebewertung seien abhängig von der Gebäudefläche. Auch die Feinanalyse-Zuschüsse während der Umsetzung richteten sich nach der Gebäudegröße.

Die Kosten für ein Gesamtklimakonzept für Karben veranschlagte Prieur mit zirka 60 000 Euro. »Die Kosten für ein Teilklimakonzept hängen vom Gebäudebestand ab.« Prieur wies darauf hin, dass es Ziel des Programms sei, ein Gebäudemanagement aufzubauen. Geboten werde eine alle Liegenschaften einbeziehende Energieberatung, detaillierte Informationen über Fördermittel und eine fördertechnische Optimierung.

In einer kurzen Diskussionsrunde wurden Zweifel laut, ob sich eine Investition in ein Konzept lohne, bei dem nicht absehbar sei, ob die Umsetzungsempfehlungen in Anbetracht von finanziellen Aufwendungen und Amortisation realisiert werden könnten.

Sollte die Umsetzung nicht erfolgen, entfiele der Zuschuss zu den Konzeptkosten. Rippen teilte mit, dass seit etwa fünf Jahren die Energiewerte für jedes städtische Gebäude separat erfasst würden und damit ein Gebäudemanagement auf dieser Basis eventuell innerhalb der Verwaltung aufgebaut werden könne. Das von Prieur vorgestellte Konzept wird von den Ausschussmitgliedern einer weiteren Prüfung unterzogen.

Eine Anfrage zum Bauvorhaben auf dem ehemaligen Werksgelände der Firma König + Neurath wurde abschließend erörtert. Wie in der WZ berichtet, beabsichtigt ein neuer Investor die Änderung des Bebauungskonzeptes. Laut Rippen wurde die Verwaltung nicht in Kenntnis gesetzt. »Es gibt einen Vorhaben bezogenen Bebauungsplan«, erklärte er. Dieser müsse im Zuge einer Konzeptumstellung geändert werden. Laut Rahn, der ebenfalls darauf hinwies, dass gewisse Formalien zu beachten sind, ist eine vertragliche Bindung durch den neuen Investor aber noch nicht erfolgt.

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