Kisten packen heißt es für die Verantwortlichen der Stadtbücherei: Stadträtin Rosemarie Plewe (l.) und Büchereileiterin Antonia Berberich bestücken die Umzugskartons. FOTO: HOLGER PEGELOW
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Kisten packen heißt es für die Verantwortlichen der Stadtbücherei: Stadträtin Rosemarie Plewe (l.) und Büchereileiterin Antonia Berberich bestücken die Umzugskartons. FOTO: HOLGER PEGELOW

Umzug startet

Kisten packen für die neue Karbener Stadtbücherei

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Lange haben Personal und Leser darauf gewartet, jetzt ist es soweit: Die Karbener Stadtbücherei zieht um. Nach mehrmonatiger Verzögerung ist das Domizil in der Stadtmitte endlich fertig.

So einen Ansturm haben Büchereileiterin Antonia Berberich und ihre Mitarbeiterinnen noch nicht erlebt: 150 Besucherinnen und Besucher aller Altersklassen sind am letzten Samstag im November mit dem Aufzug in den zweiten Stock des City Centers gefahren. Dort wollten sie sich vor der fünfwöchigen Schließung und den Feiertagen nochmal mit Lesestoff eindecken. Und wie sie das getan haben: "Wir hatten 900 Ausleihen", bilanziert Berberich.

Jetzt steht sie mit Stadträtin Rosemarie Plewe zwischen den halb leeren Regalen im alten Domizil. Nahe des Eingangs stehen schon geschossene Umzugskartons. "Die werden am Montag und Mittwoch geholt und in die neue Bücherei getragen", deuten die beiden auf die Kisten. 160 Umzugskartons wurden bestellt, um die Bücher, Zeitschriften, CDs, DVDs, und sonstigen Medien zu verpacken, damit sie abtransportiert werden können.

Weit ist der neue vom alten Standort nicht entfernt. Es geht nur die Robert-Bosch-Straße entlang, so rund 300 Meter weiter Richtung Bahnhof. Denn in einem der neuen Gebäude auf dem Dreiecksgrundstück an der Bahnhofstraße hat die Bücherei künftig ihren Sitz. Im ersten Stock des vorderen Gebäudes befindet sich das Ziel für Leseratten. Die ersten Kisten sind schon dort hingebracht worden. "Das erledigen die Kollegen vom städtischen Bauhof", informieren Berberich und Plewe. "Das sind fitte Kollegen, die das ganz prima machen", loben sie.

Die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei haben - corona-konform - zwei Teams gebildet: eins packt in der alten Bücherei über dem Kino die Kisten ein, ein anderes packt am neuen Standort wieder aus und sortiert alles gleich in die Regale.

Damit das nicht all zu viel wird, hat man in den vergangenen Monaten den Bestand etwas ausgedünnt. "Wir haben schlecht nachgefragte oder veraltete Medien ebenso aussortiert wie Doubletten", sagt Berberich. So sei ein Gesamtbestand von rund 20 000 Medien geblieben, der in diesen Wochen umgezogen wird.

Alte Regale in die Stadtteilbüchereien

In wochenlanger Vorarbeit hatten sich die Stadträtin und das Büchereiteam Gedanken darüber gemacht, wo was einsortiert wird in die nagelneuen Regale. Und auch die alten Regale haben Zettel mit Hinweisen erhalten: Darauf stehen etwa "Petterweil" oder auch "Burg-Gräfenrode". Berberich informiert, was es damit auf sich hat. "Die alten Regale, die solide und noch völlig in Ordnung sind, nutzen wir für unsere Stadtteilbüchereien weiter." Und auch manche Schulbücherei darf sich über das eine oder andere Regal freuen. "Die Petterweiler Bücherei hat es besonders nötig. Die haben dort Regale aus den siebziger Jahren."

Und so geht alles seinen Gang: Tag für Tag Kisten ein- und wieder auspacken, bis alle Medien am neuen Standort sind. Die Freude ist groß beim gesamten Büchereiteam. Denn am neuen Standort hat man für die Leserinnen und Leser mehr Möglichkeiten als je zuvor. Die Räume sind annähernd doppelt so groß wie jetzt, sollen auch mehr Aufenthaltsqualität bieten. Es wird dort auch Plätze zum Arbeiten geben, mit WLAN-Anschluss. Neu wird laut Berberich auch sein, dass die Stadtbücherei Toni-Figuren samt den zugehörigen Boxen vorhält, ebenso sogenannte Mobi-Sticks. Das sind USB-Sticks mit Hörbüchern drauf, die man auch im Auto abspielen kann. Und schließlich gibt es auch viele Bücher in Großdruck.

Eröffnet werden soll am 6. Januar. "Wir hoffen, dass wir bis dahin alles fertig haben", schränken Berberich und Plewe ein. Mit ihnen hoffen auch die Leserinnen und Leser auf das neue Domizil. Das sei, sagen die Verantwortlichen, "einfach nur schön".

Neu: Leseausweis für Ehepartner und Testausweis

Der für Anfang Januar geplante Start der neuen Karbener Stadtbücherei wird nicht zu einer Erhöhung der Gebühren führen. Das hat die für die Büchereien in der Stadt zuständige Stadträtin Rosemarie Plewe (FW) in der Sitzung des Ausschusses für Jugend, Soziales und Kultur mitgeteilt. Dort stellte sie die neue Nutzungs- und Gebührenordnung für die Büchereien vor. Das bisherige Jahresentgelt von 18 Euro werde beibehalten, ebenso die Gebührenfreiheit für Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Neu werde ein Partnerausweis für 10 Euro pro Jahr sein, und ein Schnupper-Ausweis, der sechs Monate gelten soll. Ab dem kommenden Jahr erhalten auch die Karbener Schulen einen kostenlosen Ausweis. Der sei vornehmlich für die Lehrerinnen und Lehrer, die Mitarbeiter der Schulsozialarbeit sowie das übrige Personal gedacht. Auch das Mahnwesen wird nun festgeschrieben. Künftig ist für die erste Mahnung eine Gebühr von 3,50 Euro plus Porto fällig, danach kostet die schriftliche Mahnung 3 Euro bzw. die dritte dann 6 Euro. Und wer beispielsweise den Schlüssel der neuen Spindanlage verliert, muss dafür nicht nur dessen Wiederbeschaffung, also quasi den Nachschlüssel, bezahlen, sondern auch noch 5 Euro obendrauf. Nach einigen Fragen hat der Ausschuss die neue Gebühren- und Nutzungsordnung einstimmig angenommen. Die Zustimmung des Stadtparlaments am Freitagabend gilt als Formsache.

Im Zusammenhang mit der neuen Bücherei wurde auch nach den Öffnungszeiten gefragt. "Die werden erweitert, geradezu verdoppelt", sagte Fachdienstleiterin Susanne Schubert in der Sitzung. Die neue Bücherei in der Bahnhofstraße 197 hat dienstags bis donnerstags von 14 bis 19 Uhr sowie freitags und samstags von 10 bis 15 Uhr geöffnet. Der Vorteil sei auch, dass die Öffnungszeiten bald auch einheitlich geregelt seien.

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