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Wenn es nach dem "Favoriten" im Petitionstool der Stadt geht, brauchen Kinder am Kassenautomaten des Hallenfreizeitbades keinen Eintritt mehr zu zahlen. 213 Unterstützer hat diese Petition bisher gefunden.

Bürgerforderungen

Kinder zum Nulltarif ins Hallenbad?

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Kinder bis zum vollendeten fünften Lebensjahr haben freien Eintritt in das Karbener Hallenfreizeitbad. Danach muss der Kindertarif gezahlt werden. Doch das finden viele nicht gut und fordern im neuen Petitionstool freien Eintritt für alle Kinder.

M itwirkungen der Bürger sind vom Staat eigentlich gewünscht. In Artikel 17 ist ein Petitionsrecht verankert. Doch in den vergangenen Jahrzehnten hat das kaum eine Rolle gespielt. Aber die Zeiten ändern sich. Die Menschen wollen auch zwischen den Wahlen mitbestimmen. Auf Bundes- und Landesebene wird ihnen das bislang verweigert oder ist mit hohen Hürden versehen. In der Stadt Karben ist das, wie in einigen anderen Städten, jetzt erstmals möglich. Denn seit Juni ist ein Petitionstool freigeschaltet.

"Mir ist es ein großen Anliegen, den Bürgen eine Möglichkeit zu geben, ihre Ideen und Vorschläge ohne große Hürden und mit viel Transparenz einreichen zu können und sie damit noch mehr als bisher am Stadtgeschehen und der Entwicklung zu beteiligen", sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU).

Gelbe Tonnen statt Säcke

Die Bürgerinnen und Bürger können, wenn sie Internetanschluss haben, ihr Anliegen über das Online-Petitionstool an die Stadt richten. Anschließend wird die Petition auf der städtischen Webseite www.karben.de veröffentlicht, sodass andere Menschen sie sehen und unterschreiben können. Dafür ist eine Frist von insgesamt acht Wochen vorgesehen. Wenn innerhalb dieses Sammlungszeitraums mindestens 470 Unterschriften eingehen, wird sich ein städtisches Gremium mit der Petition befassen.

Davon sind die eingereichten Vorschläge und Anregungen indes weit entfernt. Ein Thema hat allerdings bereits 213 Unterschriften erreicht und steht quasi auf Platz 1. Svenja Knorr hat die Petition eingereicht. Sie fordert freien Eintritt für alle Kinder ins städtische Hallenfreizeitbad.

"Wie bereits andere nahe Städte als Vorreiter feststellten, sollte ein Schwimmbadbesuch nicht am Geldbeutel scheitern", betont sie. In Frankfurt dürfen Kinder bis 14 Jahre seit Februar kostenlos Hallenbäder und Freibäder nutzen. Als Begründung nennt sie, dass heute immer weniger Kinder schwimmen können. Deshalb müsse die Stadtgemeinde den Zugang zu Bädern allen Kindern aus Karben kostenfrei zur Verfügung stellen. "Jedes Kind sollte schwimmen können, unabhängig von dem Geldbeutel und Einkommen der Eltern."

Zum Thema freier Badeintritt erklärt Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk, dass die Stadt das Ziel habe, "Angebote zu machen, mit denen Kinder schwimmen lernen". So habe man Zeiten für Schwimmunterricht nicht nur für alle Karbener Grundschulen eingerichtet, sondern auch für die umliegenden in Dortelweil, Bad Vilbel, Wöllstadt, Rodheim und Niddatal. Weiterhin schwimmen die weiterführenden Schulen Georg-Büchner-Gymnasium, Kurt-Schumacher-Schule und die Europäische Schule Bad Vilbel im Karbener Bad. Zudem gebe es Schwimm-AGs, die das Bad nutzen.

Auf den Platz zwei und drei stehen zwei Anliegen, die aktuell gleich viele Unterstützerunterschriften gefunden haben, nämlich 138. So fordert Simone Marx einen Fußgängerüberweg am Jugendkulturzentrum. Und Claudia Taphorn wünscht sich gelbe Tonnen statt gelbe Säcke. In der Petition zu den gelben Tonnen steht, dass in den meisten Haushalten immer noch sehr viel Plastikmüll anfällt. Ihn in gelben Säcken zu sammeln, ist unbefriedigend, denn diese zerreißen schnell und sind in vollem Zustand schlecht im Haus zu lagern. Draußen werden sie oft von Tieren aufgerissen. Die Müllsäcke liegen auf der Straße, was unschön und unhygienisch ist, sie ziehen Insekten und Nager an." Eine Sammlung des Mülls in Tonnen sei ordentlicher und einfacher zu handhaben. Die Gehwege blieben frei.

Mehr Licht an Bushaltestelle

Schenk teilt dazu mit, dass die Stadt mit den Entsorgungsträgern bereits in Verhandlung sei. Maximalziel sei, beides anzubieten, je nachdem, was der Bürger/die Bürgerin gerne haben möchte. Die Verhandlungen seien aber noch nicht abgeschlossen. In der Petition von Simone Marx heißt es: "Leider ist es hier nicht möglich, die Straße sicher zu überqueren. Gerade für Kinder ist diese kurvige Straße nicht einsehbar. Eine Installation einer Ampel wäre daher dringend notwendig!" Die Stadt teilt mit, dass die Stadtpolizei bereits einen konkreten Auftrag zur Prüfung erhalten habe.

Neben diesen drei "Spitzenreitern" stehen auch noch weitere Petitionen im Tool der Stadt, die weit weniger Unterstützerunterschriften gefunden haben. Hier wird unter anderem gefordert "Schluss mit der Bebauung in Karben", längere Betriebszeiten für Busse, Sonnenschutz auf dem Spielplatz Am Niederfeld oder etwa eine bessere Beleuchtung der Bushaltestelle im Hessenring in Richtung Friedberg.

Damit die Petitionen nicht unbeantwortet bleiben, fordert das Tool den Bürgermeister nach einer bestimmten Frist zu einer Stellungnahme auf. Eine hat er schon abgegeben (siehe extra Kasten).

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