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Wieso Orangen und Bananen auf Wetterauer Streuobstwiesen nicht wachsen, erklärt Pädagogin Britta Hirt den Kindern der »Eulenklasse« (2b) aus Groß-Karben.

Entdeckungsreise in Karben

Kinder auf die Wiese bringen

Ausflugsstimmung herrschte bei einigen Karbener Grundschulklassen. Endlich konnte es wieder losgehen! Ziel war eine Wiese der Interessengemeinschaft (IG) Streuobst in Klein-Karben.

D en etwas anderen Unterricht zwischen Zwetschen- und Birnbäumen hielt Natur-Pädagogin Britta Hirt vom »Mainäppelhaus« am Lohrberg. Spielerisch und mit großem Fachwissen erklärte sie den Charakter von Streuobstwiesen und gab Einblicke in das Leben der Bienen. Die Kinder schienen sich über diese kleine Entdeckungsreise sichtlich zu freuen, wie man an der regen Beteiligung sehen konnte.

»Manchmal kann es vorkommen, dass ich das Lernkonzept während einer solchen Veranstaltung kurzfristig umstellen muss«, sagte die Unterrichtende. »Das hängt einerseits mit der Beschaffenheit der Umgebung zusammen und andererseits mit dem Stand der Lerngruppe selbst. Man braucht viel Erfahrung, um auf verschiedene Situationen richtig reagieren zu können. Ich arbeite hauptsächlich mit Sinneswahrnehmung und probiere auch immer wieder eigene Ideen aus.« Und sie hat eine Philosophie: So minimalistisch wie möglich. Auf der Wiese habe sie nur das notwendigste Material dabei, also gerade das, was in einen Rucksack passe.

Kein Schnuppertag wegen Corona

Eckhard Neitzel von der IG Streuobst zeigte sich einmal mehr überzeugt von dem Konzept. Jedes Jahr, wenn die Grundschulen zu Besuch kämen, könne der Verein auf die Unterstützung vom Lohrberg zurückgreifen. »Eigentlich finden unsere Schnuppertage immer im August statt, wenn das Obst reif ist«, teilte er mit. »In diesem Jahr gibt es wegen der Corona-Pandemie aber einfach keine Planungssicherheit. Deswegen haben wir jetzt Einladungen an die Grundschulen herausgeschickt, und die Nachfrage war genauso groß wie immer.«

Zwei Klassen zu Besuch

Bis zum Mittag kamen zwei Grundschulklassen: die 1a von der Selzerbachschule in Klein-Karben und die 2b von der Groß-Karbener Pestalozzischule. Britta Hirt tastete zunächst das Grundwissen der Kinder ab. Schnell war klar, dass die Erst- und Zweitklässler noch nicht allzu viel über Streuobstwiesen wissen. Dennoch konnten sie sich die richtigen Antworten nach und nach unter Anleitung der Pädagogin erarbeiten. Bananen und Orangen auf Wetterauer Wiesen dürften damit auch weiterhin im Bereich der Fantasie bleiben. Dann wurde ein Bienenspiel gespielt, bei dem die Jungen und Mädchen, aufgeteilt in zwei Gruppen, entweder Bienen oder Blüten waren. Außerdem erklärte Hirt, dass Bienen durch Düfte und Farben angelockt würden und von Natur aus absolut nicht angriffslustig seien.

»Wir haben die Thematik gar nicht groß vorbereitet«, sagte Kim Liese, Klassenlehrerin der 1a. »Die Kinder freuen sich einfach nur, dass wir einen solchen Wandertag machen können.« Ähnliches berichtete ihre Kollegin Svenja Gartmann von der Pestalozzischule, die mit ihrer Klasse und Praktikantin Sarah Göbel vorher einen Spaziergang durch den Karbener Wald unternommen hatte. Eckhard Neitzel möchte auch als Rentner noch einiges bei der IG Streuobst bewegen. Besonders die Schnuppertage liegen ihm sehr am Herzen. »Diese Kinder sind unsere Zukunft. Wenn nur ein oder zwei darunter sind, die ihre Liebe zur Natur entdecken, haben wir alle etwas gewonnen«, betonte er.

Die Chancen stehen so schlecht nicht, denn beim Abschied schallte ein mehrstimmiges »Bis nächstes Jahr« vom Weg herüber.

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