Teammitglieder des Open Mind Ensembels sind zu Besuch im Studio von Radio MKW bei (von links) Moderator Steve Euler, Oliver Becker, Lara Göhlert, Lars Nieminen und Patrick Bohlender. FOTO: FAUERBACH
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Teammitglieder des Open Mind Ensembels sind zu Besuch im Studio von Radio MKW bei (von links) Moderator Steve Euler, Oliver Becker, Lara Göhlert, Lars Nieminen und Patrick Bohlender. FOTO: FAUERBACH

Präventionsfilm

"Kein Problem... aber"

  • vonChristine Fauerbach
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RUN heißt der erste Spielfilm des Karbener Open Mind Ensembles. Bis März soll er bundesweit in Programmkinos und bei Filmfestivals laufen. Nun läuft die Werbung für den Steifen an.

Also ich hab damit ja überhaupt kein Problem,...aber…", steht auf der Postkarte, die Oliver Becker präsentiert. Der Karbener ist einer der Regisseure des ersten Spielfilms, den das Open Mind Ensemble (OME) gedreht hat. Nun hält Becker die ersten Werbeartikel für den Präventionsfilm in den Händen. Vorgestellt werden die Werbeartikel im Radio-Studio MKW in Gelnhausen Beim zweiten im gleichen Look wie die Postkarte verpackten Werbeartikel handelt es sich um Kondome vom Marktführer. "Die Botschaft lautet Vorsorge und Provokation", erklärt Becker dem Moderator Steve Euler.

Premiere ist für März geplant

Der Spielfilm RUN handelt von Diversität und sexueller Vielfalt, zeigt beide Seiten. Mit Regisseur Becker zum Gespräch ins Studio nach Gelnhausen gekommen sind Darstellerin Lara Göhlert aus Gelnhausen-Rodenbach, Komponist Patrick Bohlender aus Nidderau-Ostheim und Tontechniker und Komponist Lars Nieminen aus Karben-Burg-Gräfenrode.

Der Besuch bei Radio MKW ist kein Zufall. Der Sender ist Medienpartner des OME und hat bereits in mehreren Live-Sendungen übers Ensemble und den Film RUN berichtet.

Im März wird der Film-Soundtrack von Bohlender und Nieminen, der durch Internet und Podcast-Abrufe weltweiten Hörerschaft, in einer Radio-Sendung vorgestellt.

Moderator Steve Euler hat im Film einen Gastauftritt als Reporter. Präsentiert wird die Premiere des Films, die für März in Karben und Gelnhausen geplant ist, im Main-Kinzig-Kreis vom im August gegründeten, gemeinnützigen Verein Queer Main-Kinzig. Euler ist einer der Vorsitzenden. Der Verein will Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans-, Inter- und Queeren-Menschen "bei der Verwirklichung der Menschenwürde, insbesondere im Hinblick auf ihre private oder berufliche und gesellschaftliche Tätigkeit sowie Schaffung und Bereitstellung geeigneter kultureller Angebote" helfen.

"Wir setzen uns für die Gelichberechtigung der LSBTIQ-Menschen in der ländlichen Region ein, wollen ihnen zu mehr Akzeptanz verhelfen", erklärt Euler. Das erfordere neben Vielfalt vor allem Offenheit und Mut, was bestens zur Filmstory passe. Zum RUN-Filmteam gehören 25 feste Darsteller, 80 Statisten und zehn Gastdarsteller, die sich selbst spielen wie Travestiekünstler Tante Gladice.

Wie gut die kreisübergreifende Zusammenarbeit klappt, ist bei Patrick Bohlender und Lars Nieminen zu hören. Das Duo hat 25 Instrumentalstücke und den Titelsong "Schattenfänger", den Sänger Johannes Rosbach aus Nidderau von der Live-Band "Let The Butterfly" interpretiert, für RUN komponiert.

Emotionen in Musik übertragen

Die Komponisten haben sich dafür viele Szenen angesehen, um die Emotionen der Darsteller in Musik zu übertragen. Germanistik- und Anglistik-Studentin Lara Göhlert verkörpert im Film Lisa, die beste Freundin von Hauptdarsteller Leon (Yannick Arora).

"Lisa spricht offen alle Probleme an, über die Leon nicht sprechen kann", sagt Lara Göhlert. Ihr hat das Team beim Drehen den Spitznamen Angelina Jolie verliehen wie Becker verrät. Göhlert, die sechs von zehn Drehtagen am Set war, nimmts sportlich. "Das Drehen hat Spaß gemacht, obwohl ich an einem Drehtag wegen Regens acht Stunden bis zu meinem Auftritt warten musste. Durch die unter Corona-Bedingungen gehaltenen Proben mit jeweils bis zu drei Darstellern hatte ich einen guten Kontakt zum Ensemble", erzählt sie. Und auch übers Filmemachen habe sie einiges gelernt. "Spannend ist, dass sich die Reihenfolge der gedrehten Szenen komplett vom fertigen Film unterscheidet. So habe ich mit Leon nach einer Konfliktszene gleich eine Freundschaftsszene gedreht, die im Film weit auseinanderliegen."

Zweiter Träger des Projektes ist neben dem Karbener Literaturforum der Verein "Spiel & Theater-Werkstatt & Wohnung".

Diversität und Homosexualität

Von der ursprünglich literarischen Vorlage für das RUN-Drehbuch, dem Jugendroman "Graf Müllratte" von Nicola Piesch, hat sich die Filmgeschichte komplett abgekoppelt. Die Filmstory ist eine andere als die im Buch und Theaterstück. Gezeigt werden im Film beide Seiten von Diversität und Homosexualität. Das OME ist gespannt auf die Reaktionen des Publikums. Es lädt alle ein, sich den Film, der wichtige gesellschaftliche Themen anspricht, anzusehen. Der fertige Film wird vor dem Kinostart an die FSK-Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft nach Wiesbaden geschickt, um eine Freigabe ab 16 Jahren zu bekommen.

Träger des Filmprojektes sind das Karbener Literaturforum und STWW e. V., Frankfurt. Zu den Förderern gehören die Stadt Karben, der Wetteraukreis mit dem Bundesprogramm "Demokratie leben", das Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst und der Bundesverband Kulturarbeit in der evangelischen Jugend. cf

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