Rauf und runter: In der Turnstunde beim KSV hat die "Purzelgruppe" jeden Donnerstag viel Spaß.
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Rauf und runter: In der Turnstunde beim KSV hat die »Purzelgruppe« jeden Donnerstag viel Spaß.

Petra Kalkowski

Karbener Sportverein (KSV): Sie will die Entwicklung von Kindern fördern

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Ohne Übungsleiter könnte ein Sportverein nicht bestehen. Petra Kalkowski ist Übungsleiterin im Karbener Sportverein (KSV) und leitet die Purzelgruppe und die »Turnstunde für Kinder« von zwei bis dreieinhalb Jahre.

Karben - Sich selbst stellt die 64Jährige nicht gerne in den Mittelpunkt, agiert lieber unbemerkt im Hintergrund. Wenn sie spricht wirkt sie sachlich und in sich ruhend. Doch sobald sie Kontakt mit Kindern hat, ändert sich ihr Wesen. Sie lächelt, ihre Stimme wird weich. Kinder gehören seit Jahrzehnten zu ihrem Leben. Sie selbst ist Mutter einer Tochter und eines Sohnes und auch ein neun Monate alter Enkel zählt zur Familie. Über ihre Kinder bekam sie damals Kontakt zum Karbener Sportverein.

Petra Kalkowski ist Übungsleiterin aus Leidenschaft.

»Wir besuchten 1980 gemeinsam das Eltern-Kind-Turnen. Ich bin Erzieherin und war damals in Elternzeit«, sagt Kalkowski. Sie erinnert sich, dass die ehemalige Sekretärin der Schule Ingrid Schmidt die Gruppe leitete. Nach ihrem Ausscheiden gab sie die Leitung dieser Gruppe und der »Purzelgruppe« an Kalkowski ab. Für sie sind Sport und Bewegung wichtige Bausteine im Leben. Kalkowski nahm an Rücken-Gymnastik Kursen teil, war immer im Breitensport aktiv und leitete selbst eine Läufergruppe. Als Hundebesitzerin beteiligte sie sich auch am Geländelauf mit Hunden.

Karbener Sportverein (KSV): Ehrung für 40 Jahre Vereinstreue

Die »Turnstunde für Kinder«, die früher Eltern-Kind-Turnen hieß, leitet sie aktuell einmal wöchentlich. Die über 30 Kinder, die das Bewegungsangebot nutzen, kommen in Begleitung ihrer Eltern. »Ich freue mich auf die Kinder. Es macht Spaß ihre persönliche Entwicklung verfolgen zu können. Das gibt mir ein gutes Gefühl«, sagt Kalkowski und tröstet einen kleinen Jungen, dem auf dem Arm seiner Großmutter Tränen über die Wangen kullern, weil er seine Mutter vermisst. Auch der Verein ist für die Übungsleiterin eine Heimat geworden. Mit Vereinsmitgliedern ist sie auch privat unterwegs. Kürzlich wurde sie für 40-jährige Vereinstreue geehrt.

Doch wichtiger als die Urkunde empfindet sie den Kontakt mit Menschen, besonders mit Kindern, »die ehrlich, formbar und schutzbedürftig sind« und die sie gerne auf ihrem Weg in das Leben begleitet. Oft erzählen ihr Kinder Geschichten und dann lachen sie zusammen über alltägliche Dinge. Kinder seien immer positiv. Doch auch den Sport möchte Kalkowski in ihrem Leben nicht missen. Er gibt ihr Lebensqualität und Fitness, ermöglicht ihr den Kontakt zu anderen Menschen.

Karbener Sportverein (KSV): Kinder oft unruhig und müde

Als Übungsleiterin sagt sie, erlebe sie ganze Generationen und Zeitspannen mit ihren Schützlingen. Im Gegensatz zu früher, würden die Kinder heute auch von ihren Vätern und Großeltern begleitet. Die Betreuungszeiten in den Kindertagesstätten, die sich bis nachmittags ausdehnen, seien in Verbindung mit dem Bewegungsangebot zeitlich nicht immer leicht zu vereinbaren. Die Kinder seien aufgrund der Anforderungen oft unruhig und müde.

Unter dem Strich zieht sie ein positives Resümee als Übungsleiterin. »Es sind viele schöne, kleine Erlebnisse, die das Ganze ausmachen«, sagt sie, ohne dabei gleich detailliert über Anekdoten zu sprechen. Kinder seien heute selbstbewusster, bedingt durch vielfältige Angebote in den Kindertagesstätten, der Schule und im Sportbereich. Die Eltern achteten auch mehr auf individuelle Förderung.

Die Ausbildung mit dem Erwerb der DOSB-Lizenz zum »Übungsleiter C - Sport übergreifender Breitensport« richtet sich an Vereinsmitarbeiter ab 17 Jahren bis 70 plus, die bereits eine Gruppe im Kinder- und Jugendsport leiten, aktiv an der Leitung einer Vereinsgruppe beteiligt sind oder bereit sind, eine zu übernehmen. Die Teilnahme muss durch einen Jugendwart oder den Vereinsvorstand befürwortet werden. Erforderlich sind auch der Verhaltenskodex zum Kindeswohl, sportärztliches Attest und Erste-Hilfe-Kurs, der nicht älter als zwei Jahre sein darf. Die Ausbildung umfasst 120 Lerneinheiten.

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