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Eine der Spendenaktionen: Stoffpuppen und Kleidung für Kinder, die Willi Malcharczik an den Pfarrer Bonabantu Barnabas überreicht.

Drei Kloppenheimer Hilfsprojekte

Karbener sammeln fast 90 000 Euro für Uganda

  • Holger Pegelow
    VonHolger Pegelow
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Gleich drei Hilfsprojekte für Menschen in Uganda sind von Kloppenheim aus organisiert worden. Es wurden dort Brunnen gebaut, Kinder erhalten ein warmes Essen während der Schulzeit, und außerdem gingen Hilfspakete mit Kleidung nach Afrika. Der Initiator der Hilfsprojekte hat nun aus gesundheitlichen Gründen alle ehrenamtliche Arbeit eingestellt. Seine Bilanz fällt positiv aus.

E s hat nie eine große Spendengala gegeben, und das Fernsehen hat sich auch nicht interessiert. Angebracht gewesen wäre es vielleicht, denn eher im Stillen ist in Kloppenheim ein Projekt entstanden, das es weit und breit so nicht gibt.

Eher ein Zufall ließ dieses Projekt entstehen. Denn die katholische Pfarrgruppe hatte in jedem Sommer einen Vertreter für den im Urlaub weilenden etatmäßigen Geistlichen. Und der kam nicht etwa aus einer Nachbargemeinde, sondern von weit her. Aus Uganda nämlich. Pfarrer Barnabas Bonabantu weilte für mehrere Wochen in Karben. Im Jahr 2012 geschah etwas, das in den folgenden Jahren quasi eine Welle der Hilfsbereitschaft auslöste. Der afrikanische Pfarrer war zum Essen bei einigen Karbenern beziehungsweise Kloppenheimern eingeladen gewesen. Dort entdeckte er in jenem Jahr bei seiner Gastgeberfamilie im Garten einen Brunnen. Da reifte in Barnabas Bonabantu die Idee, auch in seiner Heimat Brunnen zu bauen. Denn in Afrika ist sauberes Trinkwasser Mangelware. in seinen von ihm betreuten 17 Dörfern war das ebenso.

3000 Euro für einen neuen Brunnen

Als der Gastpfarrer dem stellvertretenden Gemeinderatsvorsitzenden Willi Malcharczik das erzählte, initiierte dieser eine erste Spendenaktion. Fortan wurde Malcharczik nicht müde, immer und immer wieder um Spenden für dieses Projekt zu bitten. Mit der Zeit sind weitere Hilfsprojekte hinzugekommen. So sind auf Initiative der Orts-Caritas von Kloppenheim und Okarben unter Leitung von Malcharczik eine Hilfspakete-Aktion sowie das Projekt »Schulspeisung« angestoßen worden. Immer wieder gab es großzügige Spenden von Menschen aus Karben, die die Projekte unterstützt haben. Hinzu kamen die Erlöse aus dem Verkauf von Wohlfahrtsmarken und Benefiz-Essen des Ortsrates von St. Johannes Nepomuk, der katholischen Frauengemeinschaft und den Seniorinnen und Senioren von St. Johannes Nepomuk und Mariä Geburt Okarben sowie von St. Bonifatius.

Als Willi Malcharczik kürzlich aus gesundheitlichen Gründen alle Ehrenämter und Ämter niedergelegt hat, hat er Bilanz gezogen. »Zählt man alle Geldspenden für die drei Hilfsprojekte seit 2013 bis heute zusammen, so kommt man auf die unglaubliche Summe von 88 590 Euro«, teilt der 81-Jährige jetzt mit. Von dem Geld hätten insgesamt 19 Brunnen erbohrt und in Betrieb genommen werden können. Pro Brunnen sind den Angaben zufolge 3000 Euro notwendig, bis das Bauwerk fertig und nutzbar ist. Damit können in den 17 von Bonabantu betreuten Dörfern rund 11 000 Menschen mit sauberem Trinkwasser versorgt werden.

Warmes Essen für 1500 Kinder

Genauso wichtig wie die Brunnen wird auch das Projekt der Schulspeisung angesehen. In den letzten Jahren sei es möglich gewesen, etwa 1500 Kindern täglich ein warmes Mittagessen zu geben, was für viele die einzige warme Mahlzeit am Tag bedeute. »Das ist ein Segen in einem Land, in dem oftmals nicht nur Dürre herrscht, sondern durch eine Raupenplage die Maispflanzen aufgefressen werden, zumal Mais in Uganda zu den Hauptnahrungsmitteln zählt«, teilt Malcharczik mit. Zuletzt habe man zum Ende der Aktion nochmal 10 690 Euro über Misereor Aachen an die Heimatpfarrei von Pfarrer Bonabantu überwiesen. Damit können die Schulspeisungen in den nächsten Jahren fortgesetzt werden.

Auch die Hilfspakete-Aktion bilanziert Malcharczik überaus positiv. Es seien 94 große Umzugskartons mit Kinderkleidung, Stofftieren und Puppen mit einem Gesamtgewicht von 990 Kilo gefüllt worden.

Damit die Versandkosten nicht aus den Spendengeldern bezahlt werden mussten, habe ein »Wohltäter« 800 Euro dafür übernommen, hebt Malcharczik hervor. In seiner Bilanz listet der Initiator ganz genau auf, dass die Geldspenden für die drei Projekte insgesamt 77 900 Euro ausgemacht haben und noch einmal 10 690 Euro für das Mittagessen der ugandischen Kinder hinzukommen. Seit Beginn der Aktion wurde ganz genau Buch geführt über die eingegangenen Spenden und über deren Verwendung. Der Pfarrer aus Uganda stand in häufigem Kontakt mit Willi Malcharczik. Dieser bedauert, dass er die Aktionen beenden musste. Aber seine Gesundheit spiele nicht mehr mit. »Ich bedauere das sehr, denn schließlich war mir das alles eine Herzensangelegenheit.«

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