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Karbener Rasen-Profis: So wird das Grün wieder fit

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Gartenbesitzer wollen ihren Rasen wieder fit machen. Doch das ist mitunter nicht einfach, denn nach dem Hitzesommer sind viele Grünflächen kaputt. Was tun? Karbener Rasen-Profis geben Tipps.

Gerade im Frühling gehen die Menschen gern raus und arbeiten im Garten. In vielen Fällen dürfte es Probleme geben, da im Hitzesommer 2018 Rasenflächen verdorrt sind. Da fragt sich manch einer, wie er sie wieder auf Vordermann bringt.

"Vieles kann man schon im Vorfeld tun, damit es zu Schäden am Rasen nicht kommt. Dann ist die Frage, wie der momentane Zustand ist", sagt Torsten Paulus. Er ist Ausbilder im Garten- und Landschaftsbau des Berufsbildungswerks Südhessen (bbw) in Karben. Sei der Rasen nur etwas vertrocknet, weist aber noch eine dichte Fläche auf, reiche meistens Düngen und Wässern aus, erläutert der 38-Jährige. "Oder falls Lücken und sehr viel Unkraut vorhanden sind, muss man vertikutieren und schauen wie der Boden aussieht: Ist er locker oder verdichtet?"

Mit Nagelschuhen übers Gras

Ist der Boden sehr hart, müsse der Gärtner mitunter auch aerifizieren und anschließend Sand streuen. "Aerifizieren ist nichts anderes, als mit einer speziellen Walze, die sehr teuer ist, oder mit Nagelschuhen über den Rasen zu gehen. Ziel ist es, Löcher in den Boden zu bringen und ihn so zu lockern."

Reichen beim Aerifizieren die Nagelschuhe, wird das Vertikutieren mit einer Maschine ausgeführt. "Die hat eine Walze unten drin, die mit kleinen Messern versehen ist. Sie schneidet den Boden ein, holt dabei auch tote Pflanzen raus. Sie schneidet aber auch lebende Pflanzen an und schafft Platz, um neu einsäen zu können." Die Geräte gebe es im Baumarkt bereits für etwa 100 Euro. Die Nagelschuhe zum Aerifizieren seien ebenfalls im Fachhandel erhältlich: Das sind Sandalen, die sich unter den Schuh schnallen lassen.

Nicht mittags wässern

Sei die Rasenfläche indes noch grün und in Ordnung, sollte der Vertikutierer wegbleiben. "In diesem Fall reichen Mähen, Düngen und Wässern." Das Wässern solle allerdings so erfolgen, dass der Rasen feucht ist, nicht nass. Idealerweise erfolge das Wässern morgens oder abends, keinesfalls mittags. "Am besten morgens", sagt Paulus.

Albrecht Gauterin, Betreiber der Golf Range Karben, sieht das ähnlich. "Unsere Empfehlung ist es, nur frühmorgens und abends sobald die Sonne nicht mehr stark scheint, zu wässern." Die Golf Range nutze viel Wasser, um den Rasen grün zu halten. "Mit der Ressource sollte man aber schonend umgehen, daher geben wir es nicht in der Mittagssonne", sagt Gauterin. Das Wasser verdampfe sonst, es könne zu Verbrennungsschäden kommen, erläutert der 28-Jährige.

Flächen erholen sich

Es komme es auch bei der Golf Range vor, dass Rasen kaputtgeht. Interessanterweise hätten sich die Flächen über den Herbst wieder erholt. "Das liegt daran, dass wir im Wetteraukreis gute Böden haben." Wer neu sät, empfiehlt Gauterin, sollte sonnenresitentes und witterungsfestes Saatgut verwenden.

Auch Gartenbaufachmann Frank Balmer aus Karben rät, Unkrautbewuchs durch Vertikutieren herauszubekommen. "Nicht nur nach dem Hitzesommer, sondern auch nach der Winterzeit, weil sich Moose und Unkräuter bilden. Dann werden Kahlflächen entstehen, weil kein Gras mehr da ist." Dafür gebe es eine Rasennachsaat, die Rasensamen und Dünger enthält. "Und dann muss man sehen, dass man den Rasen immer feucht hält. Nicht wässern: Es gibt Leute, die überfluten ihn und dann machen sie die nächsten zehn Tage nichts – das ist Quatsch." Dies seien die einfachsten Dinge: "Wer sie beachtet, hat einen ordentlichen Rasen."

Das öffentliche Grün in Bad Vilbel litt im vergangenen Sommer ebenfalls. Die Grünflächen wurden braun. "Die Wasserfahrzeuge schafften kaum das Bewässern der Wechselbepflanzung", schildert Pressesprecher Yannick Schwander. Deshalb habe die Stadt den Rasen gar nicht bewässert. Laut dem Fachdienst Gartenamt überstehe ein Rasen eine längere Trockenphase ohne künstliche Bewässerung, auch wenn das Gras oben gelb und vertrocknet sei. Im Boden seien genug Wasservorräte. "Das sah man im Herbst, als das Gras nach dem ersten Regen wieder grün war."

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