"Harmonie auf vier Pfoten" heißt die neue Praxis für Hunde von Manuela Beran in Kloppenheim. Ihre beiden Französischen Bulldoggen Buddy und Peaches liegen auf dem Behandlungstisch mal Probe. 	FOTO: CHRISTINE FAUERBACH
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»Harmonie auf vier Pfoten« heißt die neue Praxis für Hunde von Manuela Beran in Kloppenheim. Ihre beiden Französischen Bulldoggen Buddy und Peaches liegen auf dem Behandlungstisch mal Probe. FOTO: CHRISTINE FAUERBACH

Homöopathie für Hunde

Karbener Hundefreundin hilft homöopathisch

  • vonChristine Fauerbach
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In deutschen Haushalten leben rund 34 Millionen Haustiere, darunter 10,1 Millionen Hunde. Tierfreunde, die sich für eine homöopathische Behandlung ihres Vierbeiners interessieren, finden in Karben ab September Manuela Beran als Ansprechpartnerin.

I m September eröffnet Manuela Beran, gebürtige Kloppenheimerin, in ihrem Heimatort ihre Tierheilpraxis für Hunde und nennt sie »Harmonie auf vier Pfoten«. Schwerpunkte des Angebotes sollen Ernährungsberatung und eine ganzheitliche Behandlung für Hunde sein. Inspiriert durch die mit Homöopathie im Humanbereich erzielten Erfolge, wird sie seit Jahrzehnten auch von Tierärzten und Tierheilpraktikern angewandt.

Erst Bürokauffrau jetzt Heilpraktikerin

Nach 30 Jahren als Bürokauffrau hat die Karbenerin Manuela Beran ihre »Berufung« zum »Beruf« gemacht. Sie verfügt über Ausbildungen zur Tierhomöopathin und Tierheilpraktikerin, zur Ernährungsberaterin mit Schwerpunkt BARF (biologisch artgerechte Rohfütterung) und TCVM-Therapeutin (Traditionelle Chinesische Veterinär-Medizin). Gerade vertieft sie ihr Wissen über Kräuterheilkunde.

»Hunde begleiten mich fast mein ganzes Leben lang, ich fühle mich ihnen sehr verbunden, bin mit ihrer Anatomie, ihrem Wesen, ihren Ernährungsgewohnheiten und Verhaltensauffälligkeiten vertraut. Deshalb spezialisiere ich mich in meiner Tierheilpraxis auf Hunde«, informiert die 51-Jährige.

Bei der Erstbehandlung mit ausführlicher Anamnese (also Fallaufnahme), die rund zwei Stunden dauert, wird alles Wichtige zum Tier und seiner Erkrankung festgehalten. Dazu gehören Charaktereigenschaften, Vorlieben und Abneigungen, Eigenarten und Besonderheiten, aber auch Art, Dauer, Auftreten, Zeitpunkt und Situationen, in denen die Symptome, unter denen der Hund leidet, auftreten.

Alles wird hinterfragt, um ein möglichst genaues Bild von dem auslösenden Problem zu bekommen, erläutert die Hundefachfrau.

Mehr chronische Erkrankungen

Wie bei Menschen, nehmen auch bei Hunden chronische Erkrankungen zu. Die Ursachen für Bauchspeicheldrüsen- oder Nierenerkrankungen sind vielfältig. Die Bandbreite reicht von Ernährungs- und Haltungsfehlern über Umweltgifte, Stress und Elektro- smog bis hin zur Einnahme verschiedener Medikamente. »Auf dem Vormarsch bei unseren Vierbeinern sind zudem Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten. Sie äußern sich durch schwere Haut- und/oder heftige Verdauungsprobleme. Spätestens, wenn sich eine chronische Krankheit entwickelt hat, kommt man um eine Futterumstellung nicht herum.« Wichtig sei es, die Ernährung ganz individuell unter Berücksichtigung der Lebensumstände sowie des jeweiligen Krankheitsbilds des Vierbeiners anzupassen.

Wie eine ausgewogenen Fütterung mit frischen und natürlichen Lebensmitteln im Einzelfall aussieht, bespricht Manuela Beran mit den Tierhalterinnen und -haltern in ihrer Sprechstunde. »Die Ernährung spielt bei chronisch kranken Tieren eine wichtige Rolle.« Ergänzt werde die Ernährungsberatung durch weitere ganzheitliche Therapien. Diese schenkten nicht nur »einzelnen« Körperteilen oder »einzelnen« Beschwerden Beachtung, sondern setzten auf eine ganzheitliche Betrachtung von Körper und Seele des Lebewesens.

Ursache für Erkrankung finden

»Bei dieser Art der Behandlung wird versucht, die Ursache beziehungsweise die ›Wurzel‹ der Erkrankung herauszufinden und nicht die Symptome, die die Krankheit verursacht, zu unterdrücken. Kurz gesagt: Ganzheitliche Medizin behandelt das Tier und nicht die Krankheit«, sagt Beran. Je nach Situation könnten verschiedene Verfahren wie Homöopathie, Schüssler Salze, Bachblüten oder Akupunktur zur Anwendung kommen.

An der Homöopathie scheiden sich immer wieder die Geister. Der Streit, ob es sich um eine wirksame Heilkunde handelt oder ob der Erfolg allein auf dem Placebo-Effekt beruht, kommt quasi einem weltanschaulichen Glaubensstreit gleich. Ein Argument kontra: Bei der Homöopathie handelt es sich um eine Therapieform, die von der Schulmedizin weder nachgewiesen noch anerkannt ist. Argument pro: Homöopathie erfasst das Lebewesen in seiner Ganzheit, ist niemals nur auf einzelne isolierte Krankheitssymptome oder Körperteile ausgerichtet. Im Rahmen einer homöopathischen Behandlung werden dem Tier unter anderem Arzneimittel verabreicht, die seinem Organismus gezielt Impulse zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte geben sollen. Durch die Gabe des passenden homöopathischen Mittels setzt der Therapeut/die Therapeutin einen Heilreiz, damit der Körper mit der körpereigenen Regulation zur Überwindung der Krankheit beginnen kann. Mit richtig angewandter Homöopathie lasse sich eine sanfte und natürliche Therapie durchführen, sagen die Befürworter. Die Kloppenheimerin Manuela Beran hält Homöopathie-Kritikern entgegen, dass viele Tiere gut auf eine homöopathische Behandlung sowie naturheilkundliche Behandlung ansprächen. Ihr Argument lautet in dem Zusammenhang: »Die Tiere wissen nichts von einem »Placebo- Effekt.« cf

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