Einige ehrenamtliche Einkäufer und Fahrer sind gekommen, um mit Organisator Oliver Becker, Bürgermeister Guido Rahn, Silke und Michael Fuchs sowie Regina Mies und Sascha Matter von "Bachmann & Schumacher" einen Schlusspunkt unter den Einkaufsservice zu setzen. 	FOTO: FAUERBACH
+
Einige ehrenamtliche Einkäufer und Fahrer sind gekommen, um mit Organisator Oliver Becker, Bürgermeister Guido Rahn, Silke und Michael Fuchs sowie Regina Mies und Sascha Matter von »Bachmann & Schumacher« einen Schlusspunkt unter den Einkaufsservice zu setzen. FOTO: FAUERBACH

Corona-Einkaufsservice

Karbener Einkaufsservice endet nach 647 Bestellungen

  • vonChristine Fauerbach
    schließen

In den vergangenen elf Wochen haben 65 ehrenamtliche Helfer den Einkaufsservice für Risikogruppen in Karben auf die Beine gestellt. Am Samstag sind sie ein letztes Mal losgezogen.

Zu den erfreulicheren Begleiterscheinungen der Corona-Pandemie gehören gelebtes ehrenamtliches Engagement, Hilfsbereitschaft, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein. In Karben wurde das von 65 Helfern des Einkaufsservice gelebt, die die Versorgung von Bürgern der Risikogruppen, aber auch Familien mit Kindern sicherstellten. Am Samstag lieferten sie zum (hoffentlich) letzten Mal Einkäufe aus.

Einige Helfer waren von Beginn an wöchentlich für die hilfsbedürftigen Bürger im Einsatz gewesen. Weitere hätten bei steigender Nachfrage auf Abruf bereitgestanden. Gestartet war der kostenfreie Service am 23. März; auf Initiative von Silke und Michael Fuchs von Rewe Fuchs und Helfern aus den Reihen des Open Mind Ensembles. Parallel dazu waren weitere Corona-Hilfsangebote in Karben von unterschiedlichen Personen, Vereinen und Organisationen entstanden.

Bereits zwei Tage nach dem Start waren alle Serviceangebote zusammengeführt, ein Organisations-Team aufgebaut und die Stadt zum Mitmachen gewonnen worden. Neben zahlreichen Privatpersonen waren folgende Organisationen regelmäßig vertreten: das Open Mind Ensemble, die »Küche für alle«, die KSV-Tanzgruppe Hurricans, die Pfadfinder Graue Drachen und Graue Adler, die Stadtkapelle, das Mütter- und Familienzentrum Karben, der TV Rendel und die Ahmadiyya-Gemeinde. Die Stadt stellte den Helfern ein Elektromobil zur Verfügung, und das in Bad Vilbel ansässige Dienstleitungsunternehmen »Bachmann & Schumacher« einen Transporter.

Meiste Aufträge in der ersten Woche

In der vergangenen Woche habe es 26 Bestellungen gegeben, berichtet Koordinator Oliver Becker. »Insgesamt haben wir 647 Bestellungen aus allen Stadtteilen entgegengenommen und ausgeliefert.« Davon seien 600 Einkäufe bei Rewe Fuchs gewesen, die anderen beim Margarethenhof, bei Aldi oder in Apotheken. In kürzester Zeit hätten die Helfer gemeinsam mit den Rewe-Mitarbeitern ein gut eingespieltes Team gebildet, berichtet Becker.

Mit 106 Anfragen habe man den Spitzenwert in der ersten Woche erreicht. Anfangs seien die Aufträge täglich von Oliver Becker oder Lisa Buxmann, Marlies Pierce und Luis Zang entgegengenommen und koordiniert worden, ab Anfang Juni dann nur noch dienstags und freitags. »Angenommen wurden auch Lieferungen für nur ein Produkt wie eine Packung Nudeln oder Kaffee, es waren aber auch Großeinkäufe dabei«, berichtet Becker. Auch genutzt worden sei der Rewe-Packservice, bei dem online bestellt werden könne. Mitarbeiter in der Rendeler Straße hätten die Einkäufe verpackt, die an einer gesonderten Kasse abgeholt werden konnten - ohne Anstehen.

Fredi Salzmann hatte die wöchentlichen Helferlisten und die Statistik dokumentiert. »Die Kunden kamen überwiegend aus der Altersgruppe 50 plus, außerdem Bürger mit Vorerkrankungen und junge Familien.« Krankenschwester Anita Zang hatte alle Helfer lange vor der offiziellen Maskenpflicht mit ihren selbst genähten Mund- und Nasenschutzmasken sowie Handschuhen ausgestattet.

Einige Kunden sind traurig

Oliver Becker und Bürgermeister Guido Rahn dankten allen Ehrenamtlichen, Mitstreitern und Firmen für ihren Einsatz. Rahn kündigte eine Dankeschön-Feier für alle Aktiven an. Steigen soll das Helferfest - falls möglich - im September im Restaurant »Fleißiges Liezchen«. Supermarktbetreiber Michael Fuchs rief: »Es war uns eine große Freude mit euch zu arbeiten, es hat uns allen Spaß gemacht.«

»Viele Senioren sind traurig, dass der Lieferservice endet«, berichtete Meike Truelsen-Schäfer von den Petterweiler Pfadfindern »Graue Adler«. Helferin Nicola Reinhold-Wolf lobte die »perfekte Organisatoren und Koordination« des Einkaufsservice. Sascha Matter, Geschäftsführer von »Bachmann & Schumacher«, und Marketingmitarbeiterin Regina Mies berichteten, dass die über ihre WhatsApp-Gruppe vom Einkaufsservice erfahren und sofort einen Transporter für die gute Sache zur Verfügung gestellt hätten.

Für Bürgermeister Rahn, der ebenfalls für Kunden eingekauft hatte, gab es zum Abschied ein Brot. »Es gehört zu den wenigen Fehlkäufen für Kunden in der gesamten Zeit«, sagte Becker bei der Übergabe.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare