Heiko Heinzel  Leiter Fachdienst Bauen
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Heiko Heinzel Leiter Fachdienst Bauen

Zu Besuch bei der Landesregierung

Karbener Brunnenquartier vorgestellt

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Weil das »Brunnenquartier« das letzte große Bauprojekt der Karbener Stadtmitte ist, haben Bürgermeister Guido Rahn (CDU) und weitere Vertreter der Landesregierung in Wiesbaden einen Besuch abgestattet und das Projekt präsentiert.

Karben (pe). Das »Brunnenquartier« soll das letzte große Bauprojekt in der Karbener Innenstadt werden. Es ist quasi das letzte Filetgrundstück in der Stadtmitte. Da es unweit des Bahnhofs liegt und vom Land Hessen das Projekt »Großer Frankfurter Bogen« ins Leben gerufen worden ist, erhofft sich die Stadt entsprechende Zuschüsse. Weil das Gesamtprojekt einer größeren Öffentlichkeit vorgestellt werden sollte, kam es in der vergangenen Woche zu einem Treffen des zuständigen Wirtschafts- und Verkehrsministers Tarek Al-Wazir mit einigen Bürgermeistern aus der Region. Mit dabei waren Karbens Stadtoberhaupt Guido Rahn und der Fachdienstleiter Bauen, Heiko Heinzel.

Die Karbener Vertreter hatten eine Präsentation vorbereitet, mit der sie das künftige Neubaugebiet dem Minister sowie den Kollegen aus anderen Kommunen vorstellten. Wie berichtet, hat das Gesamtgebiet eine Größe von 7,9 Hektar. Es sollen dort zwischen 450 und 500 Wohneinheiten entstehen. »Damit könnten wir den prognostizierten Wohnraumbedarf der Stadt Karben bis zum Jahr 2030 zu rund 50 Prozent decken«, sagten Heinzel und Rahn. Durch die Aufnahme in das Projekt »Großer Frankfurter Bogen« hofft man bei der Stadt, dass man rund 20 Prozent, mithin rund 100 Wohneinheiten, geförderten Wohnraum schaffen könnte. Das bedeutet, auch Menschen mit nicht so hohen Einkommen könnten dort eine Wohnung erhalten.

Innenstadtplanung schon seit 2013

Das Gebiet ist nach der ersten Anhörung der Bürger grob vorgeplant worden. So sollen rund 46 000 Quadratmeter Bauflächen in Staffelgeschossbauweise entstehen, aber auch 4,72 Hektar Grünflächen: 1,95 Hektar Verkehrswegefläche, eine Kita sowie verschiedene Plätze.

Rahn und Heinzel stellten auch einen Zeitplan für die Realisierung dieses Großprojektes vor und ordneten es in die Karbener Vorgeschichte zur Innenstadtplanung ein. So habe es eine erste Studie zur Innenstadtentwicklung im Jahr 2013 gegeben. Unter dem Namen »Karben gemeinsam entwickeln« habe man 2016 einen Bürgerbeteiligungsprozess zur Stadtentwicklung mit einem Schwerpunkt »Innenstadt« eingeleitet. Zudem sei ein städtebaulicher Rahmenplan inklusive Bürgerbeteiligung von Mitte 2018 bis Anfang 2020 erstellt worden.

Die Bauleitplanung laufe von Anfang 2020 bis Anfang 2021, die Erschließungsplanung von Mitte dieses Jahres bis Anfang kommenden Jahres. Die Erschließung des Gebietes solle bis Ende 2021 erfolgen, die Grundstücke sollten bis Anfang 2021 verfügbar sein.

Der Baubeginn der Infrastruktur und erste Baufenster werden für 2022 angestrebt, der Abschluss der Bauarbeiten bis 2025.

Millionenzuschüsse vom Land winken

Zu den Projektzielen wurde bei der Präsentation gesagt: Die Schaffung von Wohnraum in der Region Frankfurt/RheinMain ist primäres Ziel des Großen Frankfurter Bogens. Der Druck auf den Wohnungsmarkt sei auch in Karben enorm. Die Intention in der Region und das Interesse der Stadt seien somit deckungsgleich. Der Große Frankfurter Bogen in Verbindung mit anderen Programmen der Städtebauförderung stelle dabei sicher, dass hier Stadtentwicklung nicht auf Wohnraumschaffung reduziert werde, »sondern qualitativ gute Stadtentwicklung möglich wird«.

Also möchte auch die Stadt Karben vom »Bogen«-Projekt profitieren. Im Rathaus stellt man sich das so vor: Zuschüsse zu verbesserten Konditionen für Planung und Umsetzung des Projekts, also etwa Bezuschussung der Rahmenplanung. Abgerufen worden seien 80 000 Euro, der Zuschuss habe 64 000 Euro betragen. Man erhofft sich ebenso Zuschüsse zu investiven Maßnahmen, wie etwa für den Grünzug, der das Brunnenquartier bis zur Nidda durchziehen soll, zudem Gelder für Mobilitätszentrale, Kindertagesstätte, öffentliche Grün- und Freiflächen, eine öffentliche Treppenanlage und Plätze. Die Stadt wünscht sich den Maximalzuschuss von 85 Prozent, was rund 6,7 Millionen Euro vom Land ausmachen würde.

Beim Projekt »Großer Frankfurter Bogen« können all die Kommunen rund um Frankfurt mitmachen, die maximal 30 Zugminuten vom Frankfurter Hauptbahnhof entfernt sind. Das sind laut Ministerium 55 Kommunen, in der Wetterau auch Bad Nauheim, Karben und Bad Vilbel, aber auch MKK-Kommunen bis hinter Hanau. Das Land möchte den Kommunen mit dem Projekt finanziell unter die Arme greifen, beispielsweise beim Bau von Sozialwohnungen. Das Land würde hier den bisherigen kommunalen Eigenanteil übernehmen, wenn die von den Kommunen dadurch eingesparten Mittel wieder ins Wohnen investiert werden. Allerdings erfordert die Teilnahme am Programm auch eigene kommunale Mittel. Im Gebiet des Großen Frankfurter Bogens könnten insgesamt rund 200 000 neue Wohnungen entstehen, etwa 85 000 durch Innenentwicklung. Also etwa dadurch, dass eine Baulücke geschlossen, eine Brachfläche reaktiviert oder ein Haus um weitere Stockwerke aufgestockt wird. Nach aktuellen Prognosen würden 200 000 neue Wohnungen den Bedarf in der Region Rhein-Main bis 2030 decken. pe

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