Hans Kempgen vor den Nidda-Auen in Karben.
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Hans Kempgen vor den Nidda-Auen in Karben.

Umweltverschmutzung

„Wahnsinnsproblem“ in Karben: Die Nidda-Auen vermüllen

  • vonNiklas Mag
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Hans Kempgen aus Karben sorgt sich um die Nidda-Idylle. Er hat viele »Party-Hungrige« beobachtet, die den Treffpunkt am Nidda-Ufer in katastrophalem Zustand zurückgelassen hätten.

Karben - Mit seinem Smartphone hat Hans Kempgen aus Karben im Sommer den Zustand der Nidda-Auen festgehalten. Hunderte Becher, halb volle Flaschen, Kronkorken und Glasscherben prägten hier nicht selten das Bild am Morgen nach einer Partynacht unter freiem Himmel. »Das war schon erschreckend, wie viel Müll man hier vorgefunden hat«, berichtet der Anwohner.

Müll in Karben: Die Jugend ist nicht an allem Schuld

Mittlerweile sind die Sitzflächen auf den Nidda-Auen auf Höhe des Günter-Reutzel-Sportfeldes umzäunt. Die Stadt hat hier neuen Rasen gesät und möchte diesen schützen, das Wetter lädt ohnehin nicht mehr zu sehr dazu ein, auf den Holzinstallationen zu sitzen. »Das könnte hier, wenn erst mal alle Pflanzen und der Rasen gewachsen sind, ein kleines Paradies werden. Es wäre schade, wenn das im nächsten Sommer wieder so aussieht«, findet Kempgen und zeigt ein weiteres Foto, auf dem die Auen völlig vermüllt sind.

»Mir ist aber wichtig, zu sagen, dass ich damit nicht in den Tenor einsteigen möchte, dass die Jugend an allem schuld ist«, stellt er klar. Ihm sei wichtig, dass die Karbener allgemein nach einem entspannten Abend an den Nidda-Auen ihren Müll wieder mitnehmen oder in die Mülleimer werfen, von denen gleich mehrere rund um die Problemzone aufgestellt sind. »Mir ist natürlich auch bewusst, dass die Stadt nur eingeschränkte Möglichkeiten hat. Mir tun die Leute vom Bauhof wirklich leid, die das hier regelmäßig sauber machen mussten.«

Auch im Zuge der Corona-Pandemie habe er das Geschehen an den Nidda-Auen mit Sorge betrachtet, Abstandsregeln seien hier kaum eingehalten worden. »Vielleicht wären mehr Kontrollgänge der Polizei für diese Stelle ratsam«, überlegt der Anwohner.

Kontrollen an den Nidda-Auen in Karben durchgeführt

Einer der Gründe für die starke Verschmutzung der Terrassen im Sommer ist schnell gefunden, denn nahezu jede Kommune, jeder Park und jeder Wald hat seit Beginn der Pandemie ein Müllproblem. Die Clubs sind geschlossen und die Menschen zieht es mehr und mehr nach draußen.

Müll an den Nidda-Auen.

Der Stadt Karben sind die Müllprobleme nach den sommerlichen Partys nicht entgangen: »Wir beobachten die Entwicklung ebenfalls mit Sorgen und haben schon vor einiger Zeit darauf reagiert«, heißt es auf Nachfrage dieser Zeitung. »Der Außendienst der Stadtpolizei hat in der Vergangenheit vermehrt vor Ort kontrolliert und kann die dargestellten Gegebenheiten bestätigten«, teilt Stadtsprecher Hans-Jürgen Schenk mit. Die Örtlichkeiten werden vor allem in den Abendstunden regelmäßig kontrolliert. »Die Anzahl der Mülleimer wurde vergrößert, jetzt sind dort fünf Stück, die regelmäßig geleert werden. Unser Eindruck ist, dass sich das Problem gebessert hat«, fährt Schenk fort.

Mülleimer der Nidda-Auen in Karben werden täglich geleert

Für die Mitarbeiter des Bauhofs seien die Wiesenterrassen bei ihrer Reinigungstour ein Brennpunkt. Die Nidda-Auen werden täglich angefahren, um die Abfalleimer zu leeren und das Umfeld zu reinigen.

Für dieses Jahr dürfte die Zeit der wilden Partys unter freiem Himmel vorerst gelaufen sein. Bleibt nun zu hoffen, dass sich die Pandemie im bis nächstes Jahr abschwächt, sodass sich feierwillige Stadtbewohner nicht alle nach draußen orientieren und vielleicht ein wenig mehr Rücksicht genommen wird.

Ein »Wahnsinnsproblem« – Schon im Frühjahr wurde zur Müllsammlung in Karben aufgerufen

Bereits im Frühjahr war der Müll in den Fokus gerückt. Die Karbenerin Eva Rosen hatte über die Facebook-Gruppe »Müllsammler Karben - Unser Ort und unsere Natur sind keine Mülldeponie« zu einer Müllsammelaktion in Karben aufgerufen. Hans-Jürgen Seemann vom Wasserverband Nidda bescheinigte Karben bei der Aktion ein »Wahnsinnsproblem« mit zurückgelassenem Unrat in der Landschaft. (nma)

Die Stadt Karben hat eine Menge Geld in das „Auenland“ im Wetteraukreis investiert.

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