Die Fläche zwischen Nidda-Holzbrücke und KSV-Sportanlage soll nach dem Willen der Linken-Fraktion zu einem Stadtpark werden.	FOTO: PEGELOW
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Die Fläche zwischen Nidda-Holzbrücke und KSV-Sportanlage soll nach dem Willen der Linken-Fraktion zu einem Stadtpark werden. FOTO: PEGELOW

Karbener Parlament

Karbener Stadtparlament: Kein neuer Park nahe der Nidda

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Er versucht es immer wieder, und prallt dann doch an den anderen Fraktionen ab. Erst wollte der Linken-Stadtverordnete Uwe Maag an der Nidda einen öffentlichen Grillplatz errichtet wissen, jetzt hat er gleich einen ganzen Park gefordert.

Karben – Uwe Maags Stadtpark-Antrag zur letzten Sitzungsrunde hatte er mit einer Anfrage in der vorletzten Runde schon vorbereitet. Maags Augenmerk fiel auf das Schrebergarten-Areal zwischen dem Wohngebiet Breul und der Nidda, nahe der Klein-Karbener Holzbrücke, die dann ins Gewerbegebiet und zur Skateranlage führt.

Park in Karben: Naherholungsgebiet zwischen Sportanlage und Schrebergärten

Und so beantragte er in der Stadtverordnetenversammlung, die Stadt möge »perspektivisch« die Flächen zwischen der KSV-Sportanlage und den Schrebergärten als Naherholungsgebiet nutzen. Der Magistrat solle mit den Eigentümern in Verhandlungen treten, um die Flächen zu erwerben.

Maag gab in der Begründung zu seinem Antrag zu, dass die Renaturierung der Nidda den Fluss als Lebensraum ungemein aufgewertet habe. »Was fehlt, ist jedoch eine Parkanlage, wo auch mehrere Menschen sich entspannen, picknicken, grillen oder anderen Freizeitaktivitäten nachgehen können«.

Die anderen Fraktionen und auch Bürgermeister Guido Rahn (CDU) wollten das nicht mitmachen. »Was soll denn auf der Fläche geboten werden? Wir sind weder Bad Vilbel noch Bad Homburg.« Die Stadt habe die Nidda bereits so gestaltet, dass die Menschen direkt dran könnten. Er sehe keinen Mehrwert durch einen zusätzlichen Park. »Und es würde eventuell noch mehr Müll drohen.« Im Moment hätten andere Investitionen Priorität, sagte Rahn und lehnte den Antrag namens des Magistrats ab. Für die Freien Wähler meinte Fraktionsvorsitzender Thorsten Schwellnus, man lehne diesen Antrag rundweg ab. »Wir haben damals die Idee der SPD für einen Stadtpark bereits abgelehnt.« Zudem habe die von Maag genannte Fläche »keinen direkten Zugang zur Nidda«. Ebenso kritisch äußerten sich CDU-Stadtverordneter Fischer. »Karben ist doch schon die Stadt im Grünen. Die Menschen haben an mehreren Orten direkten Zugang zur Nidda.« Niemand konnte sich für den Antrag erwärmen, die SPD enthielt sich, alle anderen votierten mit Nein.

Ein Park an der Nidda in Karben ist keine neue Idee

Der Linken-Abgeordnete Uwe Maag hat jetzt quasi eine alte Idee wieder aufgegriffen, freilich an einem anderen Ort. Im Wahlkampf 2009 war die Idee eines Stadtparks für Karben heftig diskutiert worden. Für einen solchen Park, der grob gesehen in der heutigen Stadtmitte entstehen sollte, hatte SPD-Stadtrat und Bürgermeisterkandidat Jochen Schmitt vehement geworben. CDU-Bürgermeisterkandidat Guido Rahn hatte einen solchen Park strikt abgelehnt. Eine Kletterpartie im Hochseilgarten wagen, danach eine Runde Minigolf im Stadtpark spielen und schließlich gemütlich am Sandstrand der Nidda den Tag ausklingen lassen. Das waren einige der Visionen, die der Öffentlichkeit im damaligen Bürgermeisterwahlkampf vorgestellt wurden. Schmitt, zu jener Zeit zweiter Stadtrat, hatte in der Verwaltung ein Konzept dafür erarbeiten lassen. Es solle die Attraktivität der Innenstadt zwischen Luisenthaler Straße, Jukuz, Nidda und Bahnhofstraße gesteigert werden. Dabei solle die Nidda einbezogen werden.

Für Rahn kam der Stadtpark nicht infrage. Zu teuer sei dieser, lautete sein Argument. Einige Solitärgebäude nördlich der Bahnhofstraße sollten nach Vorstellungen der Koalition aus CDU, Freien Wählern und FDP die Verbindung nach Kloppenheim schaffen. »Das ergibt Sinn. Ein Stadtpark braucht keinen S-Bahn-Anschluss.« Zudem machte Rahn darauf aufmerksam, dass die SPD die Idee des Stadtparks im Wahlkampf wieder hervorgeholt habe. Denn bereits 2005 habe er von der Idee im SPD-eigenen Blatt gelesen.

Wie das alles ausgegangen ist, weiß man. Rahn ist Ende September 2009 zum ersten Karbener CDU-Bürgermeister gewählt worden, ist 2016 haushoch bestätigt worden. Jochen Schmitt war noch längere Zeit im Ortsbeirat Klein-Karben aktiv. Statt des Stadtparks sind das Stadtzentrum und das Dreiecksgrundstück bebaut worden. Das einzige noch freie Grundstück befindet sich zwischen Luisenthaler Straße, Brunnenstraße und Nidda. Hier soll ein mindestens 30 Meter breiter Grüngürtel entstehen, das Areal an der Brunnenstraße soll mit Wohnhäusern bebaut werden. Zudem ist die Nidda renaturiert worden. pe

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