"Karben Open-Air" bringt acht Rockbands auf die Bühne

Karben (kum). Seit ein paar Tagen kann man wieder die Plakate des "KOA"-Festivals, was für "Karben Open Air" steht, in verschiedenen Orten der Wetterau sehen, und auch die Flyerwerbung ist in vollem Gange. Bald, nämlich am Samstag, 28.August, ist es soweit, und zum 5. Karbener Rockfestival auf dem Gelände des Jugendkulturzentrums (JuKuZ) ereignet sich wieder ein Spektakel, bei dem acht junge Bands auf der Bühne am Selzerbrunnen stehen.

Aus insgesamt 150 Bewerbungen wurden von dem Team "KSK" (Kultur-Scheune Karben) sowohl lokale als auch regionale Bands ausgesucht und Newcomer aus ganz Deutschland als Publikumsmagneten gewählt. "Uns ist wichtig, den Musikern eine Plattform zu bieten und dabei alle Genres in der Rockmusik abzudecken", erklärt Hans-Christian Arlt, 2. Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins. "Außerdem spielt natürlich die musikalische Qualität der Bewerber eine entscheidende Rolle", fügt 1. Vorsitzender Eric Reifschneider hinzu.

Die beiden Mitgründer des Fördervereins des JuKuZ setzen sich bereits ab Dezember zusammen und hören eine Band nach der anderen durch, wie sie sagen. "Wir wollen unseren Besuchern etwas bieten und orientieren uns an Veranstaltungen wie dem befreundeten ›Trebur Open Air‹", schildert Reifschneider. Wie man den Jugendlichen aus Karben etwas bietet und worauf es ankommt, ist kein Neuland für die engagierten Veranstalter. Bereits vor sieben Jahren hat eine Gruppe, unter ihnen Reifschneider und Arlt, begonnen, verschiedene Veranstaltungen, Feste und Partys für die Karbener Jugend zu organisieren. "Wir wollten gerade für Jugendliche ohne Führerschein, die noch nicht nach Frankfurt fahren können, eine Location bieten", sagt Reifschneider.

Später haben sich dann die "KSK-Live"-Konzerte in der Scheune ergeben, welche durchaus als kleine Vorreiter des Festivals zu sehen sind.

Anfangs 250 Besucher, diesmal 800 erwartet

Den Ursprung hat das "KOA", das bis vergangenes Jahr unter dem Namen "Endless Summer" lief, allerdings woanders, wie Arlt gewitzt erklärt: "Ich wollte einen etwas anderen Geburtstag feiern, und da ich zu der Zeit als Zivi im JuKuZ tätig war und so etwas schon einmal im Gespräch war, ging das mit der Organisation auch leichter. Das erste Festival ist dann ganz zufällig auf meinen Geburtstag gefallen." Sein Kumpel Reifschneider schmunzelt und erinnert sich: "Damals hatten wir fünf Bands und zirka 250 Besucher. Inzwischen ist der Termin nicht mehr an Hans’ Geburtstag gebunden und wir peilen dieses Mal die 800 an. 1000 ist natürlich eine Traummarke." Dennoch soll das familiäre Festival nicht kommerziell sein.

"Wir sind und bleiben eine ehrenamtliche Initiative zur Unterstützung des JuKuZ", erklären die beiden aus dem fünfköpfigen Organisationsteam und betonen, dass im gleichen Zuge auch unbekanntere Bands die Chance erhalten sollen, mit Bekanntheiten aus der Szene wie "Jupiter Jones" oder "5BUGS" auf der Bühne zu stehen. Zwar sei das Line-up, das Aufgebot der Bands, szenegerichtet, doch werde sich Mühe gegeben, dass sich eingefleischte Rockfans und junge Familien gleichermaßen wohlfühlen können. "Für Kinder unter zwölf ist der Eintritt mit einer erwachsenen Begleitperson frei", heißt es für die Familienfreundlichkeit. Das Hauptpublikum bestehe jedoch meistens aus 16- bis 20-Jährigen.

Nach dem Festival ist vor dem Festival

Damit auch wirklich alles funktioniert, wie es sich das "KSK"-Team vorstellt, fing man schon früh an. "Die Vorbereitungen laufen eigentlich direkt nach dem vorjährigen Festival wieder an", sagt Hans. Es gebe einiges zu tun: Termine abklären, eventuelle Problemstellen aufbessern, Bandbewerbungen bearbeiten, und auch die Sponsorensuche spiele neben dem wichtigen Punkt der Sicherheit eine entscheidende Rolle. Die Finanzen haben allerdings einen kleinen Puffer durch die monatlichen Veranstaltungen wie den "Live"-Konzerten oder dieses Jahr dem Public Viewing und dem Grillen zur Weltmeisterschaft.

"Nur so können wir uns das Festival überhaupt leisten", weiß Reifschneider. Die lokalen und die großen Sponsoren bieten zwar eine große Unterstützung, doch im Endeffekt sei der Hauptaufwand aus eigener Tasche finanziert.

Und auch Hilfe durch Muskelkraft wird noch benötigt. "Zurzeit kommen wir wieder in die heiße Phase: Da heißt es Helferrekrutierung", betont Reifschneider und zählt um weitere helfende Hände bei dem Getränkeausschank, der Kasse und dem Catering im Bereich hinter der Bühne. Rund 50 Helfer müsse man zusätzlich zu den 20 Vereinsmitgliedern einplanen.

Die komplette Technik und die Bühne wird professionell von dem kooperierenden Veranstaltungsunternehmen "satis&fy" bereitgestellt. "Das ist ein Geben und Nehmen", weiß Arlt. "Und auch für die Azubis bietet diese Zusammenarbeit eine tolle Gelegenheit, das Erlernte mal praktisch auszuprobieren und Erfahrung zu sammeln."

Am Mittwoch, 25. August, werden die ersten Schritte im Aufbau erledigt, am Donnerstag und Freitag folge dann die Technik, wie Reifschneider erklärt. "Ich bin schon gespannt, was die Technik macht: Die Bühne ist deren Spielwiese."

Bis Donnerstag, 26. August, könne man auch noch eine der insgesamt 350 Vorverkaufskarten im JuKuZ-Büro abholen.

Für das junge Organisationsteam sind die letzten Wochen vor dem selbst auf die Beine gestellten Festival immer besonders stressig, "jedoch ist es eine grandiose Entlohnung, im Nachhinein ein glückliches Publikum und zufriedene Bands zu sehen", sagt Arlt aus Erfahrung, dafür nehmen alle die Strapazen der Vorbereitung gerne in Kauf.

"Viele Bands sind überrascht, dass wir ihnen nicht nur die Bierkästen vor die Füße stellen, sondern wirklich rundum bemüht sind", weiß Reifschneider und zieht ein Resumee: "Das bedeutet unterm Strich immer Spaß und Freude."

Das Festival "Karben Open Air" wird am Samstag, 28. August, auf dem Gelände des Jugendkulturzentrums am Selzerbrunnen stattfinden. Ab 15 Uhr treten auf:

Á "Jupiter Jones", deutschsprachige Punkrockband aus der Eifel, die 2002 auf einer Party gegründet wurde und sich "sowohl musikalischem als auch textlichem Tiefsinn verschrieben" hat;

Á "5BUGS" sind "ein gut gemixter Cocktail aus allem, was die Rock-Genre-Schubladen so hergeben - fein abgeschmeckt mit viel Herz und Berliner Schnauze";

Á "Revolving Door" entstand als Schülerband in Thüringen und sind inzwischen mit dem Motto "Mit Vollgas nach vorne!" deutschlandweit unterwegs;

Á "Evil Cavies" sind acht Jungs aus Friedberg, bei denen es "um sommerlichen Ska-Punk, der das Haus rockt" geht, wie sie sagen. Eingängige Bläsersätze, Melodien mit Ohrwurmcharakter und Texte mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern machen den Reiz dieser 2004 gegründeten Kapelle aus;

Á "Just ODDO" ist eine mittelhessische Rockband, die auf Vielfältigkeit setzt. Balladen gehören ebense zu ihrem Repertoir wie "rockende Gitarrenriffs";

Á "Profile Me" sind vier im April 2009 zugezogene Frankfurter, die zusammenfanden, um druckvollen Punkrock zu spielen. Inzwischen ist die erste Platte veröffentlicht und ein Album ist in Planung;

Á "Die Omas Knochen": Eine lokale Band von der Sorte: "Für was ne' Bandbeschreibung? Es ist Musik, die kann man nicht lesen!" Für diejenigen, die trotzdem lesen wollen: "Die Omas Knochen" sind schnell, laut & lustig. Eben Punk, wie sie sagen;

Á "NoSuch4" wurde 2006 in Friedberg gegründet. Die vier Bandmitglieder spielten unter dem Credo "Raus aus dem Probekeller und rauf auf die Bühne!" auch schon auf dem Hessentag. (kum)

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