In der katholischen Kirche Karben wird ab Januar ein neuer Pfarrer die Gottesdienste, Konfirmationen, Trauungen und Trauerfeiern halten: Pater George Chittilappilly folgt auf Pfarrer Stefan Oberst. FOTOS: HOLGER PEGELOW/BISTUM MAINZ/ARCHIV
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In der katholischen Kirche Karben wird ab Januar ein neuer Pfarrer die Gottesdienste, Konfirmationen, Trauungen und Trauerfeiern halten: Pater George Chittilappilly folgt auf Pfarrer Stefan Oberst. FOTOS: HOLGER PEGELOW/BISTUM MAINZ/ARCHIV

Erneuter Pfarrerwechsel

Karben: Neuer Pfarrer für St. Bonifatius

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die katholische Kirche in Karben bekommt schon wieder einen neuen Pfarrer. Nach nur einem Jahr hat Pfarrvikar Stefan Oberst aus gesundheitlichen Gründen seinen Dienst quittiert. Sein Nachfolger steht schon fest.

D ie katholische Kirche kommt nicht recht zur Ruhe. Im jüngsten Gemeindebrief der katholischen Pfarrgruppe Karben teilt Pfarrer Stefan Oberst mit, er sei mit Wirkung vom 1. November aus gesundheitlichen Gründen von seinen Rechten und Pflichten als Pfarrvikar in Karben entbunden worden.

Einige hatten so etwas befürchtet, denn Oberst, der erst vor einem Jahr nach Karben gekommen war, war im September längere Zeit dienstunfähig gewesen. Wie er im Gemeindebrief schreibt, leide er in den vergangenen sechs Jahren wiederholt unter gesundheitlichen Beschwerden. Oberst, der Ende Dezember 44 Jahre alt wird, war bei den Gemeindemitgliedern sehr beliebt. "Herr Oberst war ein sehr engagierter und sympathischer Mensch. Deshalb war der Schock groß, als er sich von seinen Pflichten entbinden ließ", sagt Pfarrer Thomas Korfmann.

In seiner Einleitung zum Gemeindebrief schreibt der Heldenberger Pfarrer, dass dieses Jahr alle gewaltig aus der Spur gebracht habe. Corona habe liebgewordene Traditonen beendet. "Die personellen Veränderungen in unseren Pfarreien zum Jahrersende und viele noch offene Fragen zur Zukunft sorgen zusätzlich für Unsicherheiten, Unmut und Verwirrungen", so Korfmann. Es sei gefühlt alles in Bewegung. Veränderungen in bisher kaum gekanntem Ausmaß prägten den Alltag.

Nachfolger ab Januar im Dienst

Korfmann lobt die Arbeit von Oberst in den zurückliegenden Monaten. Stets habe er Zeit gehabt und eine offenes Ohr für Freud und Leid, für Alltägliches und Besonderes. Vor allem die älteren und kranken Menschen hätten ihm am Herzen gelegen.

Die Gemeinde bemühte sich um eine Wiederbesetzung der Stelle, was offenbar nicht ganz leicht war. Seitens des Bischöflichen Ordinariats in Mainz heißt es auf Anfrage, dass es bei einer ersten Nachfrage zunächst so ausgesehen habe, als ob aktuell einfach kein Priester zur Verfügung stünde, um die Stelle des Pfarr- vikars unmittelbar wieder zu besetzten. Diese Situation habe sich aber geändert. "Von Seiten des Bistums gab es keine Pläne, die Stelle nicht wieder zu besetzen, sondern eben nur einen Hinweis auf die angespannte Personal- situation", sagt Sprecher Tobias Blum. Doch dann wurde die Stelle doch ausgeschrieben.

Zum 1. Januar wird Pater George Chittilappilly seinen Dienst in Karben antreten. Pfarrer Korfmann berichtet, der 60-Jährige habe auf ihn "einen durchweg positiven Eindruck" gemacht. Pater George sei ein "sehr positiver Mensch". Der indische Ordensmann aus dem Kameliterorden sei bereits seit vielen Jahren als Gießener Klinikseelsorger tätig. Pater George wird im Januar in die Pfarrerwohnung im Gemeindehaus von St. Bonifatius am Karbener Weg einziehen. Er habe ihm gegenüber angekündigt, dass er viel Seniorenarbeit machen wolle, sagt Korfmann dieser Zeitung. Sein Schwerpunkt werde Karben sein, auch wenn man zusammen mit Heldenbergen seit einiger Zeit einen Pfarrbezirk bilde.

Gemeindereferentin nimmt Auszeit

Mit dem Wechsel des Pfarr- vikars sind die personellen Änderungen aber noch nicht abgeschlossen. Gemeindereferentin Ursula Rettinghaus wird für mehrere Monate nicht in den Pfarreien im Dienst sein, wie aus dem neuen Gemeindebrief weiter hervorgeht. Sie habe um eine Auszeit gebeten, die ihr gewährt worden sei. Diese Auszeit wird sie nach eigenen Angaben "in einem deutschen Kloster mit seelsorgerisch therapeutischer Begleitung" begehen. Zudem teilt sie mit, sie habe schon im Herbst 2019 die Entscheidung getroffern, ihre Stelle zum Oktober 2021 freizugeben.

Die personellen Änderungen seien schwierig für die Gemeinde. Dennoch hätten sie laut Pfarrer Korfmann eines bewirkt: "Es gibt viele, die sich mehr als vorher engagieren. Einige engagieren sich jetzt verstärkt in der Jugendarbeit."

Die katholische Kirche organisiert sich neu. Dafür ist nicht nur die sinkende Zahl an Mitgliedern verantwortlich, sondern auch ein genereller Mangel an Seelsorgern.

Konkret macht sich das für den schon veränderten Pfarrbezirk Karben/Heldenbergen folgendermaßen bemerkbar:

Karben - St. Bonifatius hatte 3272 Mitglieder im Jahr 2019 nach 3367 im Jahr 2018. Für den Bereich Heldenbergen - Maria Verkündigung sind es 2559 im Jahr 2019 gewesen, im Vorjahr waren es noch 2637.

Die Amtskirche reagiert mit strukturellen Veränderungen. So sollen nach Angaben von Bistumssprecher Tobias Blum unter anderem die 134 pastoralen Einheiten - Pfarrgruppen und Pfarreienverbünde - im Bistum nach und nach zu künftig rund 50 Pfarreien zusammengeführt werden.

Damit reagiere das Bistum Mainz auch auf die Entwicklungen der kommenden Jahre:

Neben einem Rückgang der Katholikenzahlen geht das Bistum von einem Rückgang von Seelsorgern und einem Rückgang des Kirchensteueraufkommens aus. pe

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