Auf dieses Areal Am Spitzacker sollte der Karbener Wertstoffhof umziehen. An seinem jetzigen Standort in Klein-Karben ist der Hof nicht mehr erweiterbar, denn er grenzt an ein Natur- und Vogelschutzgebiet. Jetzt ist das Gelände anderweitig verkauft worden. 	FOTOS: PATRICK EICKHOFF
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Auf dieses Areal Am Spitzacker sollte der Karbener Wertstoffhof umziehen. An seinem jetzigen Standort in Klein-Karben ist der Hof nicht mehr erweiterbar, denn er grenzt an ein Natur- und Vogelschutzgebiet. Jetzt ist das Gelände anderweitig verkauft worden. FOTOS: PATRICK EICKHOFF

50 neue Arbeitsplätze

Karben: Firma siedelt sich neu an – Wertstoffhof-Pläne geändert

  • vonPatrick Eickhoff
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Der Karbener Wertstoffhof wird doch nicht ins Gewerbegebiet Am Spitzacker ziehen. Stattdessen kommt eine neue Firma und bringt 50 Arbeitsplätze mit.

Karben – Der Karbener Wertstoffhof am Rande des Gewerbegebietes ist immer gut besucht. Zu gut. Vor allem an Samstagen ist häufig die Hölle los. Nach und nach waren die Öffnungszeiten erweitert worden, doch vergebens. Oft ist Schlangestehen angesagt. Im Juni hatte diese Zeitung berichtet, dass die Verantwortlichen mit dem Gedanken spielen, den Hof an der Max-Planck-Straße um bis zu 300 Quadratmeter zu erweitern. Den Planungen machte damals ein Naturschutzgebiet, an das der Hof grenzt, einen Strich durch die Rechnung. Erweiterung in diesem Maße nicht möglich. Denn bei dem Gebiet um den Wertstoffhof herum handelt es sich um das »Vogelschutzgebiet Wetterau« und das »Landschaftsschutzgebiet Auenverbund Wetterau«.

Statt sich mit dem notwendigen langwierigen Verfahren zu befassen, suchte die Stadt nach einem Alternativstandort. Sie fand ihn im Okarbener Gewerbegebiet Am Spitzacker.

Das hat sich mittlerweile erledigt. Wie Bürgermeister Guido Rahn (CDU) auf Anfrage mitteilt, ist »eine Verlagerung nach Okarben nicht mehr geplant«. Die potenzielle Fläche werde benötigt, um ein neues Unternehmen in Karben anzusiedeln. »Zusätzlich wird das ehemalige Güse-Gebäude, das wir nicht mehr zur Unterbringung von Flüchtlingen benötigen, ebenfalls an dieses neue Unternehmen veräußert.« Dieses Gebäude gegenüber der freien Fläche Am Spitzacker hatte die Stadt 2015 gekauft, und dort 40 Flüchtlinge einquartiert.

Frankfurer Fima zieht’s nach Karben

Doch welches Unternehmen ist künftig in Karben zu finden? Otmar Stein, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der städtischen Wohnungbaugesellschaft (Wobau), bringt Licht ins Dunkle. »Der Aufsichtsrat der Karbener Wohnungsbaugesellschaft hat in seiner Sitzung am 29. September den Verkauf des ehemaligen Güse-Objektes an die Firma August Fichter GmbH & Co. KG beschlossen. Angesiedelt wird an dem neuen Karbener Standort die Tochtergesellschaft Keßler Rohrleitungsbau Hirsch GmbH«, teilt er mit. Das Unternehmen werde seinen jetzigen Firmensitz von Frankfurt nach Karben verlegen und 50 neue Arbeitsplätze schaffen. »Diese Neuansiedlung ist ein schöner Erfolg.« Auch Bürgermeister Rahn betont: »Dadurch kommen neue Arbeitsplätze nach Karben - dies ist in der aktuellen Situation durchaus ein wichtiges Anliegen.«

Stein erklärt weiter: »Nachdem die Zahl der Flüchtlinge stark zurückgegangen ist und wir derzeit eine Unterbelegung hatten, konnten den restlichen Bewohnern des Objektes andere Wohnmöglichkeiten zugewiesen werden. Der Umzug wurde in der Zwischenzeit auch bereits erfolgreich abgeschlossen.«

Es gebe somit keine Notwendigkeit, die Gewerbeimmobilie weiter zu behalten, zumal für eine notwendige Umnutzung erhebliche Umbaumaßnahmen mit entsprechendem finanziellen Aufwand anfallen würden.

»Mit dem Verkauf an das Unternehmen Fichter entfallen der Wobau alle Umbaukosten, die bei einer Umnutzung angefallen wären. Der neue Eigentümer wird das Objekt in dem jetzigen Zustand übernehmen und die Umbaumaßnahmen entsprechend seinen Anforderungen vornehmen.« Zu den Zahlen des Verkaufs machte Stein keine Angaben.

Vorteil für Sozialwohnungsbau

Und die Platzprobleme am aktuellen Standort des Wertstoffhofes? Rathauschef Guido Rahn sagt: »Die Stadt Karben wird versuchen, den Wertstoffhof am jetzigen Standort geringfügig zu erweitern. Bei der letzten geplanten Erweiterung war im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens vorsichtshalber die komplette freie Fläche mit gut 1500 Quadratmeter als Erweiterung WSH mitgeplant worden. Dies mag zwar sinnvoll gewesen sein, um eine parzellengenaue Erweiterung darzustellen. Da wir aber nur gut 250 Quadratmeter benötigen und es sich um einen sensiblen Bereich handelt, werden wir auch nur das notwendigste an Fläche beantragen.«

Zudem werde man versuchen, die Erweiterung so zu ändern, dass diese entlang des Feldweges erfolgt. »Mit diesen Änderungen konnte in einem Gespräch mit der zuständigen Oberen Behörde zumindest erreicht werden, dass diese Option geprüft wird.«

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