Beatrice Scherzer ist begeistert von der Vielfalt der Landschaften Mosambiks und den Traumstränden am Indischen Ozean, die ihr Daniel Intope und Adey Girma zeigen. Zusammen bereiten sie das nächste "Karben is(s)t bunt" vor.
+
Beatrice Scherzer ist begeistert von der Vielfalt der Landschaften Mosambiks und den Traumstränden am Indischen Ozean, die ihr Daniel Intope und Adey Girma zeigen. Zusammen bereiten sie das nächste »Karben is(s)t bunt« vor.

Karben is(s)t bunt

Karben is(s)t bunt mit afrikanischer Küche

  • vonChristine Fauerbach
    schließen

Essen verbindet. Über Rezepte kommt man ins Gespräch. Neugierde entsteht auf diejenigen, die es zubereiten. Beim nächsten Treffen von »Karben is(s)t bunt« kochen Daniel Intope und Adey Girma.

"Die Küche Mosambiks ist durch die jahrhundertelange Kolonialzeit geprägt«, erzählt Daniel Intope. Der portugiesische Einfluss mache sich bemerkbar. »Wir kochen viel mit Meeresfrüchten, Hühnchen und Fisch.« Als Beilagen werden Reis, Mais, Hirse, Maniok, Süßkartoffeln, Erdnüsse, Bohnen und Erbsen gereicht«, sagt der 57-Jährige.

»Ich bevorzuge Fischgerichte«, ergänzt seine Frau Adey Girma. Sie wuchs in Äthiopien auf. Was genau am Samstag, 29. Februar, aufgetischt wird, klären die beiden noch mit Organisatorin Beatrice Scherzer. Sie betreut das Projekt NeNa, Neue Nachbarn - Begegnungen in Vielfalt, im Diakonischen Werk Wetterau. Vielleicht bereitet Intope seinen Favoriten aus der Mosambikanischen Küche zu: Piri-Piri-Hähnchen. An Themen beim Tischgespräch werde es nicht mangeln. Das Arbeitsleben und die Integration würden sich anbieten. Dazu könnten die beiden aus ihrem Leben berichten. Daniel Intope und Adey Girma leben seit drei Jahren in Karben. Daniel Intope wurde in der Großstadt Nampula geboren. »Das ist das wirtschaftliche Zentrum des Nordens von Mosambik und Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Nampula«, erzählt er.

Als 17-Jähriger zog er aus, um eine Ausbildung in der ehemaligen DDR zu absolvieren. Für ihn ging’s nach Altenburg in Thüringen. Er lernte dort Elektromonteur.

Der Liebe wegen nach Europa gekommen

Nach einigen Jahren im Beruf machte er eine weitere Ausbildung zum Fliesenleger in Mecklenburg-Vorpommern. »Das wurde besser bezahlt«, begründet er. Inzwischen arbeitete Intope bei einem Frankfurter Unternehmen in der Logistikabteilung.

Adey Girma verließ ihre Heimat die äthiopische Hauptstadt Addis Abeba der Liebe wegen Richtung Europa. »Addis Abeba ist das moderne, geschäftliche und kulturelle Zentrum des Landes«, erzählt die 42-Jährige.

In ihrer Heimat absolvierte sie eine angesehene Ausbildung. Nach dem Abitur studierte sie Bauingenieurwesen, sie ist diplomierte Bauingenieurin, arbeitete 13 Jahre in ihrem Beruf, war Vize-Chefin auf Großbaustellen, leitete Teams.

Dann kam die Liebe. Sie gab ihre anerkannte und sichere Position in der Heimat auf. »Meine Hochschuldiplome wurden sehr schnell anerkannt, die erforderlichen Sprachdiplome habe ich«, sagt sie. »Auf die Anerkennung ihrer Abschlüsse warteten viele Fachkräfte aus dem Ausland oft lang«, weiß Beatrice Scherzer. »Es gibt kein Land, in dem es so schwer ist, seine Abschlüsse aus anderen Ländern anerkannt zu bekommen.«

Obwohl Adey Girma gern in ihrem Beruf arbeiten möchte, habe sie bisher auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland noch keine Chance gehabt. Oft werde fehlende Sprachqualifikation nach einem Praktikum als Ablehnungsgrund vorgeschoben, berichtet die Christin.

Zu Hause wird Deutsch gesprochen

Privat spricht sie mit ihrem Mann wie auch mit Bekannten und Freunden nur Deutsch. »Ich spreche kein Portugiesisch oder einen mosambikanischen Dialekt und mein Mann keinen äthiopischen Dialekt«, nennt sie die Gründe. Beide sagen übereinstimmend: »Integration in Deutschland ist schwer. Die Tür ist trotz aller gegenteiliger Beteuerungen nicht offen. Selbst nicht für gesuchte Fachkräfte.«

Bei ihren Praktika habe sie in der Eingewöhnungsphase wenig Unterstützung durch ihre Kollegen erhalten, auch von Firmenseite fehlte ein Coaching, bedauert Adey Girma. Sie hat die Hoffnung auf eine entsprechende Stelle noch nicht aufgegeben.

Gelegenheit, um mit Adey Girma und Daniel Intope ins Gespräch zu kommen und über den Wetterauer Tellerrand hinauszu schauen, biete das nächste Treffen »Karben is(s)t bunt«, wirbt Beatrice Scherzer.

Das ostafrikanische Essen werde bestimmt ein Erlebnis. Ganz so wie bei ihren Besuchen in der alten Heimat würde es sicher nicht schmecken, meinen die beiden, denn »In Äthiopien oder Mosambik kommen die Zutaten frisch vom Feld, dadurch ist der Geschmack intensiver.«

Anmelden fürs Essen

Am Samstag, 29. Februar, wird ab 13 Uhr bei »Karben is(s)t bunt« ein typisch ostafrikanisches Essen serviert. Der Eintritt ist frei, eine Spende ist willkommen. Wer kommt, meldet sich vorab an bei Beatrice Scherzer im Diakonischen Werk Wetterau, Ramonville-Straße 2, Telefon 0 60 39/9 18 19-5 31, E-Mail an beatrice.scherzer@diakonie-wetterau.de.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare