Auf dem Gelände am Warthweg in Karben will die Stadt ein Gewerbegebiet entwickeln. Dazu müsste das Rewe-Center direkt an die B 3 ziehen, auf die anderen Flächen könnten heimische Firmen expandieren. Anfragen gibt es bereits. 	FOTO: HOLGER PEGELOW
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Auf dem Gelände am Warthweg in Karben will die Stadt ein Gewerbegebiet entwickeln. Dazu müsste das Rewe-Center direkt an die B 3 ziehen, auf die anderen Flächen könnten heimische Firmen expandieren. Anfragen gibt es bereits. FOTO: HOLGER PEGELOW

Für ortsansässige Firmen

Karben: Neues Gewerbegebiet könnte am Rewe-Center enstehen

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Karben wächst. Offenbar ist die Stadt nicht nur als Wohnort beliebt, sondern auch als Gewerbestandort. Aktuell verfügt die Stadt über keinerlei freie Gewerbeflächen mehr. Das soll sich ändern.

Wer auf der B 3 nahe der Shell-Tankstelle vorbeifährt, kann es deutlich erkennen. Aus der einstigen Brachfläche am Spitzacker ist ein größeres Gewerbegebiet geworden. Der heimische Mazda-Autohändler und die Kletterhalle eines Mainzer Unternehmens haben sich bereits dort angesiedelt. Weiter hinten wird sich der Autozulieferer ClimAir erweitern. Dafür haben die städtischen Gremien die entsprechenden Bebauungspläne diskutiert.

Karben: Keine weiteren Supermärkte

Als Bürgermeister Guido Rahn (CDU) in der Stadtverordnetenversammlung kürzlich eine Anfrage der Grünen nach freien Gewerbeflächen beantwortete, musste er passen. Die Stadt verfüge »über keinerlei eigene Gewerbeflächen mehr«. Allerdings gebe es Anfragen sowohl von ortsansässigen Firmen, die sich vergrößern wollten, als auch von auswärtigen Firmen, die sich gerne in Karben ansiedeln würden.

Aber woher nimmt die Stadt Gewerbeflächen, ohne wertvolle landwirtschaftliche Flächen in Anspruch zu nehmen? Die Lösung firmiert unter dem Namen »Am Warthweg« und trägt die Bebauungsplannummer 236. Der Bürgermeister kündigte an, dass dafür ein Planungsauftrag vergeben werde.

Es geht darum, das jetzige Gelände des Rewe-Centers zu entwickeln. Dafür ist die Stadt in Gesprächen mit Rewe, denn die Supermarktkette will ihr Center direkt an die B3 verlagern. Das würde freie Flächen für andere Firmen schaffen.

Wie Rahn mitteilt, würde im Falle einer Verlagerung des Rewe-Centers direkt an die Bundesstraße die aktuelle Fläche des Centers frei. Sie würde dann an die Stadt bzw. die Hessische Landgesellschaft HLG gehen.

Rahn beugt gleich eventuellen Ängsten vor, dort könnte sich ein weiterer Verbrauchermarkt ansiedeln. »Einen weiteren Verbrauchermarkt würde es daher dort nicht geben. Wir sind mit Supermärkten sehr gut versorgt; das reicht für unsere Stadt.«

Also denkt die Stadt an anderes Gewerbe. Es liegen laut Bürgermeister bereits Anfragen einiger Karbener Unternehmen vor, die sich vergrößern möchten. Ein Unternehmen mit gut 100 Mitarbeitern aus dem Maschinenbau habe bereits eine Option auf über 10 000 Quadratmeter, um seinen Standort in Karben zu erweitern. Andere kleinere Karbener Unternehmen suchen ebenfalls Möglichkeiten, um ihre Betriebe zukunftsfähig zu machen, und benötigen hierzu weitere Flächen, sagt Rahn.

Karben: Platz für Dienstleister

Im Hintergrund aktiv ist auch schon der städtische Wirtschaftsförderer Otmar Stein. Es gebe für das neue Gewerbegebiet bereits heute diverse Bewerber sowohl aus dem Dienstleistungsbereich als auch der Produktion.

Ziel sei es, möglichst mehrere mittelgroße bzw. kleinere Unternehmen anzusiedeln und nicht auf große Betriebe zu setzen. »Logistikzentrumshallen oder dergleichen sind für unsere Lage nicht geeignet«, schiebt das Stadtoberhaupt etwaigen Begehrlichkeiten einen Riegel vor.

Er schätzt, dass das Gewerbegebiet am Warthweg ähnlich strukturiert sein dürfte wie das in der Nähe gelegene Spitzacker-Gebiet.

Dass die Stadt bzw. die HLG die Flächen erfolgreich werden vermarkten können und damit ein weiteres Karbener Gewerbegebiet schaffen könnten, davon zeigen sich die Verantwortlichen überzeugt. »Wegen der zentralen Lage werden wir, sobald wir die Gewerbeflächen offiziell anbieten, genügend Interessenten bekommen.«

Ein Weilchen dürfte das Ganze schon noch dauern. Denn zunächst muss der B-Plan erarbeitet und dann das Verfahren abgewickelt werden. Normalerweise dauert so ein Verfahren zwei Jahre. Die um- und ansiedlungswilligen Firmen müssen sich also noch gedulden.

73 Hektar für Wohnen und Gewerbe

Karben verfügt über eine Gesamtfläche von 4400 Hektar. Laut dem gültigen Regionalen Flächennutzungsplan entfallen davon auf Wohnbauflächen 329 Hektar, auf gemischte Bauflächen 98 Hektar, 130 Hektar auf gewerbliche Flächen und 116 Hektar auf Grünflächen. Trotz aller Erweiterungen, die in den vergangenen Jahren vorgenommen wurden, beträgt die realisierte Gesamtfläche für Wohnen bzw. Gewerbe lediglich 73 Hektar. Das wären laut Rahn bei vollständiger Realisierung 1,7 Prozent der Gemarkungsfläche. Dem stehe eine Fläche von 1017 Hektar für eine ökologisch bedeutsame Flächennutzung. gegenüber. »Der größte Teil der Fläche der Stadt Karben bleibt nach wie vor der Landwirtschaft vorbehalten.« pe

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