Regine Feyl und Peter Mayer freuen sich, dass die bei der Pflanzaktion der Bürgerstiftung gesetzten Eichen so gut angegangen sind. 	FOTO: HOLGER PEGELOW
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Regine Feyl und Peter Mayer freuen sich, dass die bei der Pflanzaktion der Bürgerstiftung gesetzten Eichen so gut angegangen sind. FOTO: HOLGER PEGELOW

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Die jungen Bäume gedeihen

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Bürgerstiftung Karben hat vor vier Jahren eine große Pflanzaktion für wohltätige Zwecke veranstaltet. Dabei haben viele Familien und die Stadt 1000 Eichen im Stadtwald gepflanzt. Was ist aus den Bäumen geworden und welche Projekte sind seitdem gefördert worden?

W er am Ende des Selzerbachwegs in Klein-Karben hält und den Weg zu Fuß weiterläuft, sollte in diesen Tagen besser Gummistiefel tragen. Denn das Geläuf ist matschig, der Weg etwas beschwerlich. Aber auch ein kleiner Spaziergang vom Trimmpfad-Parkplatz über einen weniger matschigen Weg führt nach einem Kilometer zum Ziel. Und das ist lohnenswert. Es liegt am Rande des Stadtwalds, ist aber zunächst wenig spektakulär. Auf einer Lichtung stehen zahllose kleine Bäumchen, umhüllt von Verbissschutz aus Kunststoff. Nur einige wenige sind umgefallen, hier und da hat ein Reh Gefallen an einem Ästchen oder einem Blatt gefunden.

200 Paten haben gespendet

Ansonsten sehen sie gut aus, die Bäumchen, die Bürgerinnen und Bürger im November 2015 hier gepflanzt haben. Aufgerufen hatte zu der seinerzeit großangelegten Aktion die Bürgerstiftung Karben. Gegen eine Spende von 50 Euro konnte je ein Baum erworben werden. 200 Paten wollten mitmachen und spenden und dann auch noch selber zu Schaufel und Spaten greifen, um die kleinen Eichenbäumchen in die Erde zu bringen. Das war an einem Samstagvormittag eine Aktion, die Jung und Alt viel Spaß machte, aber auch einige Mühe kostete, denn graben und pflanzen ist nicht jedermanns Sache. Wer jetzt, rund viereinhalb Jahre später, nach dem Angepflanzten schaut, darf sich freuen. Denn die weitaus meisten der Bäumchen sind gut angegangen, auch der Verbiss durch Wildtiere hält sich sehr in Grenzen.

»Ich habe schon mal geschaut und war sehr erfreut«, sagt der Aufsichtratsvorsitzende der Bürgerstiftung, Peter Mayer. Er ist ebenso zu einem kleinen Ortstermin erschienen wie die jetzige Vorstandsvorsitzende Regine Feyl. Beide erzählen, dass etliche Familien bei ihren Spaziergängen hier vorbeischauen und auch Rückmeldung geben würden. »Vor allem in den beiden letzten, sehr trockenen Sommern haben die Leute besorgt angefragt«, berichtet Regine Feyl.

Stadt lässt größere Exemplare setzen

Aber Grund zur Sorge hat anscheinend nicht bestanden. Während die Familien seinerzeit die kleineren Exemplare gepflanzt haben, hat die Stadt zusammen mit Hessen Forst zusätzlich größere Eichen gesetzt. Und obendrein haben die 200 Baumpaten insgesamt rund 12 000 Euro gespendet. »Der Erlös ist für viele kleine Projekte genommen worden«, berichten Feyl und Mayer. 5000 Euro etwa sind für eine Workshop-Reihe an den Karbener Grundschulen über Sicherheit in den neuen Medien ausgegeben worden. Für das Tipi in der Kita Am Breul hat die Stiftung 1000 Euro aus der Pflanzaktion bereitgestellt. Die Pfadfinder hätten eine neue Jurte erhalten.

Aber auch an die Senioren hat man bei der Bürgerstiftung gedacht. Die Clowns, die die Demenzerkrankten im Altersheim ein wenig aufmuntern sollen, sind ebenfalls von der Stiftung bezahlt worden. Aktuell beteiligt sie sich am Schulfrühstück an der Kurt-Schumacher-Schule. Und auch die Geräte im Fitnessparcours der TG Groß-Karben hat man seitens der Stiftung mitfinanziert.

Also alles in allem vielfältige Projekte, die mit dem Erlös aus der Pflanzaktion vom November 2015 bis heute umgesetzt worden sind und noch umgesetzt werden. Damit die Öffentlichkeit erfährt, dass dies ein besonderer Baumbestand ist, hat die Stiftung ein Schild anfertigen lassen. Der hölzerne Teil ist offenbar zerbrochen, und deshalb lag das Schild jetzt auf der Erde. Demnächst werden die beiden Mitglieder der Stiftung wohl wieder einen Spaziergang zu dem Wald unternehmen.

»Das Schild«, sagen Feyl und Mayer, »bringen wir natürlich wieder an«.

Es geht um die Zukunft der Stadt und ihrer Menschen, lautet das Credo der Bürgerstiftung Karben. Gesucht sind Kooperationspartner und Helfer, wie Peter Mayer betont. Die Stiftung ist im Oktober 2012 gegründet worden. Wer Mitglied werden will, muss 1000 Euro einzahlen, für Ehepaare sind es 1500 Euro, Firmen müssen 5000 Euro einbringen. Infos unter www.bürgerstiftung-unser-karben.de. pe

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