Appetitanreger: Die Köchinnen Freweyni Estefanos und Jetty Sabandar mit Beatrice Scherzer, Thomas Sinsel und Reinhold Rausch. 	FOTOS: FAUERBACH
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Appetitanreger: Die Köchinnen Freweyni Estefanos und Jetty Sabandar mit Beatrice Scherzer, Thomas Sinsel und Reinhold Rausch. FOTOS: FAUERBACH

Motto »Karben is(s)t bunt«

Internationales Kochbuch kommt aus Karben

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In Karben leben Menschen aus über 100 Nationen. Alle Bürger, die über den Wetterauer Tellerrand schauen und die Küche der neuen Nachbarn entdecken wollten, hatten dazu Gelegenheit in der kulinarisch-kulturell-kommunikativen Reihe »Karben is(s)t bunt«. Gerichte und Köche aus 14 Ländern werden im gleichnamigen Kochbuch veröffentlicht.

Karben. Die Reihe »Karben is(s)t bunt« im Projekt Neue Nachbarn - Begegnungen in Vielfalt (Nena) des Diakonischen Werks Wetterau war ein Erfolg. In Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat der Stadt Karben fanden bis zum Ausbruch der Coronakrise gleich zwölf kulinarische Begegnungen statt. Bei jedem Treffen stand ein anderes Land oder eine andere Region im Mittelpunkt, über welche die Köche zunächst informierten. Zum Kochen und Essen trafen sich die Teilnehmer in den Karbener Räumen der Diakonie-Tagesstätte. Serviert wurden den jeweils 40 registrierten Gästen und allen nicht in der Liste erfassten Teilnehmern eine Vielfalt leckerer Gerichte.

Rund die Hälfte der Teilnehmer waren Einheimische. Die Köche kamen aus Europa, Asien, Afrika und Südamerika. Es handelt sich um Flüchtlinge und Migranten wie Jetty Sabandar, die seit 40 Jahren in Karben lebt. »Das Kochen mit vielen Leuten war spannend«, bilanziert die Stadtverordnete. Schnell zeigte sich, dass die besten Gespräche beim Kochen, Essen und Genießen stattfinden.

»Das gemeinsame Kochen und Essen war ein geeignetes Mittel zum Zweck, um Menschen zusammen und miteinander ins Gespräch zu bringen. Viele Köche und ihre Gäste beklagen, dass Integration in Deutschland schwer ist. Die Tür steht trotz aller gegenteiliger Beteuerungen und vorhandener Sprachkenntnisse selbst für gesuchte Fachkräfte nicht offen«, berichtet Organisatorin Beatrice Scherzer. Umso erfreulicher ist die durchweg positive Resonanz auf das gemeinsame Kochen in Teams und das anschließende Essen im großen Kreis. »Eine Abschlussveranstaltung ist mit allen geplant, ein Termin steht noch nicht fest«, kündigt Beatrice Scherzer an.

Mit Informationen aus 14 Ländern

Freuen dürfen sich bereits jetzt alle auf das Kochbuch »Karben is(s)t bunt« mit Rezepten aus 14 Ländern. »Das Balkan-Essen bestand aus griechischen und bulgarischen Gerichten, beim eritreischen Essen hat auch eine Äthiopierin mitgekocht, weil sich die Küche von Äthiopien und Eritrea nicht unterscheidet«, ergänzt Scherzer. Das »Karben is(s)t bunt«- Kochbuch besteht aus jeweils einer Länderinfo, Fotos der Köche und Kochgruppen, die ergänzt werden durch eine Kurzbiografie, ausführlichere Lebensgeschichten und zwei Porträts von Köchen. Optisch aufgewertet wird das Kochbuch zusätzlich durch Bilder mit Lebensmitteln von Arefeh Ganjehlou. Die Malerin hat im Rahmen des Nena-Projektes einen interkulturellen Malkurs angeleitet und persische Gerichte gekocht.

»Das Kochbuch ist gedacht als Erinnerung für alle Menschen, die als Mitgestalter oder Gäste beim Projekt dabei waren. Es ist ein internationales Kochbuch made in Karben. Gedacht für alle, die sich für zugewanderte Menschen und ihre Kochkultur interessieren«, sagt Scherzer. Gedruckt wird es in der Friedberger Diakonie-Werkstatt Wetterau. Dort traf sich Beatrice Scherzer mit den Köchinnen Jetty Sabandar, Freweyni Estefanos und Shanel Hasan Gafoor zum Gespräch mit dem Gruppenleiter der Druckerei Thomas Sinsel, Reinhold Rausch, den Layoutern Peter Wahl und Klaus Mohr. Das Layout wird am PC erstellt, gedruckt wird das Kochbuch auf einer digitalen Druckmaschine. Das Kochbuch »Karben is(s)t bunt« wird voraussichtlich im September erscheinen. Seitenzahl und Preis stehen noch nicht fest.

Erhältlich ist das Kochbuch »Karben is(s)t bunt« beim Diakonischen Werk Wetterau in Karben in der Ramonville-Straße 2. Wer Interesse an einem Exemplar hat, kann vorab eine Mail an Beatrice Scherzer, beatrice.scherzer@diakonie-wetterau.de, schreiben. cf

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