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Niklas Hartmann hat nicht nur ein Buch geschrieben, sondern auch eine eigene Agentur gegründet.

Niklas Hartmann aus Karben

»Influencer haben einen Vollzeitjob«

  • VonPatrick Eickhoff
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Niklas Hartmann ist ein echter Experte in den sozialen Netzwerken. Der 25-jährige Karbener hat vor Jahren nicht nur seine eigene Agentur gegründet, sondern auch ein Buch geschrieben.

Es ist noch nicht allzu lange her, da ist Niklas Hartmann 25 Jahre alt geworden. Doch wer den Karbener sprechen hört, der erlebt einen reflektierten und aufgeräumten jungen Mann. Niklas Hartmann ist Geschäftsführer der Social-Media-Agentur ReachOn Gmbh, hat ein Buch mit dem Titel »Erfolgreich Influencer werden« geschrieben. Der 25-Jährige kennt sich in der digitalen Welt aus, weiß welche Apps im Kommen, welche vielleicht nicht mehr so gefragt sind. »Wichtig ist, dass man genaue Vorstellungen seiner Zielgruppe hat«, sagt er.

Doch was sind eigentlich ein Influencer? Influencer kommt vom englischen Wort »to influence« (beeinflussen). Influencer haben in den sozialen Netzwerken meist eine hohe Anzahl an Freunden und Followern, und nutzen diesen Bekanntsheitsgrad, um für Produkte oder andere Dinge zu werben. Marketing mit Influencern nennt sich deshalb auch Influencer-Marketing.

An der Universtität fing alles an

Angefangen, sich für dieses Thema zu interessieren, hat Niklas Hartmann an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort hat der Karbener Kommunikationswissenschaft studiert. »In einem Kurs saß eine Teilnehmerin von ›Germanys Next Topmodel‹ mit 400 000 Followern bei Instagram. Die war ständig am Handy. Dann habe ich mich mehr mit dem Thema befasst.«

Seine eigene Agentur gründet er bereits 2014. Bestärkt, diesen Schritt zu gehen, hat ihn ein Praktikum. »Ich habe gemerkt, dass das Angestellten-Dasein nichts für mich ist«, gibt Hartmann offen und ehrlich zu. Seine Agentur arbeite viel kampagnenbezogen. »Für eine Firma oder ein Produkt gestalten wir die Werbung und die Beiträge in den Netzwerken über eine gewisse Zeit«, so Hartmann. Der 25-Jährige schreibt außerdem Gastbeiträge und Kolumnen in Fachmagazinen. Dabei kommt ihm die Idee ein Buch zu schreiben.

Für »Erfolgreich Influencer werden« nutzt er Kontakte seiner Agentur. Im Buch kommen Influencer zu Wort mit 10000 Followern aber auch mit 1,1 Millionen Abonnenten. Darunter ist auch der Olympia-Goldmedaillengewinner im Speerwurf, Thomas Röhler. »Das ist schon etwas besonderes für mich«, sagt Hartmann. »Er ist auch ein gutes Beispiel, um zu widerlegen, dass alle Influencer gleich sind.« Viele würden bei Influencern nur an gepostete Model- und Urlaubsbilder denken. »Es gibt allerdings viele verschiedene Bereiche. Von Mode über Musik bis Fitness. Hartmann betont, dass das ein Vollzeitjob sei. »Wer denkt, er muss am Tag einfach ein Foto von sich hochladen und das reicht, der irrt sich.« Erschienen ist das Buch am 30. Juni über den Mitp-Verlag. Die Verkaufszahlen liegen - laut Hartmann - im hohen dreistelligen Bereich. Damit ist er zufrieden. »Wir haben gute Bewertungen«, sagt er. Das Hörbuch sei bereits in Arbeit. »Und eventuell kommt auch eine zweite aktualisierte Auflage.«

Der nächste Traum soll erfüllt werden

Der 25-Jährige hat natürlich auch eigene Social-Media-Kanäle. »Die nutze ich aber vermehrt zum Netzwerken und privat. Also ein Influencer werde ich selbst glaube nicht mehr«, sagt er und lacht. Die Zahl der Freunde und Follower spiele aber generell eine untergeordnete Rolle. »Das ist themenspezifisch. Manche Themen sprechen viel mehr Leute an als andere.« Hartmann erläutert: »Es gibt Personen, denen folgen nur 10 000 Leute. Aber dafür reagieren 2000 davon auf ein gepostetes Bild. Andere haben 50 000 Follower und dafür nur 1000 Likes. Die Interaktionsrate ist viel geringer.« Manche hätten eine ganz andere Basis und Verbindung zur ihren »Fans« als andere.

Niklas Hartmann gibt deshalb Tipps, wie diese Verbindungen aufgebaut und verstärkt werden kann und verspricht: »Mehr Reichweite. Wir setzen die Person oder die Firma richtig in Szene,« Mit der Agentur und dem Buch hat sich der 25-Jährige, der auch Lesungen und Seminare hält, seine Träume erfüllt. Den nächsten hat er im Kopf: »Ich möchte in die Filmproduktion gehen«, sagt er. »Am liebsten in Amerika.«

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