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Johanna Arlt mit ihrem neuen Foto-Lyrikband »Im Licht geborgen«. Er lädt zum Blättern und Innehalten ein und will Licht in den Alltag bringen.

„Lichtblicke“

„Im Licht geborgen“: Karbener Autorin Johanna Arlt veröffentlicht Lyrik-Band

  • VonAnne-Rose Dostalek
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Das Licht ist für die Autorin Johanna Arlt gerade in diesen Zeiten zentral. Deshalb hat die Karbenerin das Thema in den Mittelpunkt ihres neuen Gedichtbandes gestellt.

Die Karbener Autorin Johanna Arlt hat einen neuen Lyrik-Band mit dem Titel »Im Licht geborgen« herausgegeben. Mitten in der Corona-Pandemie, die sie aber nicht entmutigt hat, sondern ihre Kreativität beförderte. »Ich schreibe seit langem spirituelle Gedichte und mache Fotos, das wollte ich nun in einem Foto-Lyrikband zusammenbringen«, sagt sie. Herausgekommen ist dabei ein schmales handliches Bändlein im quadratischen Format, das zum Innehalten und Meditieren einlädt.

»Es ist sozusagen frisch aus der Druckerpresse«, sagt Arlt und wünscht sich, dass dieser Foto-Gedichtband mit seinen »Inspirationen« den Weg zu den Menschen findet. Gerade in dieser Zeit bräuchten Menschen »Lichtblicke«, die Zuversicht, Liebe, Freude, Hoffnung und Trost bringen.

Licht ist für die Autorin der Widerschein des Göttlichen, Nahrung für die Seele und das Herz. So heißt es in einem ihrer Gedichte: »Öffne dein Herz für die Liebe und es wird LICHT in der Dunkelheit«. Diesen Zeilen gegenüber steht die Abbildung einer tiefroten Rosenblüte, die ihre Blätter öffnet.

Die 68-Jährige, die bis zu ihrem Ruhestand Grundschullehrerin in Petterweil war, sitzt in ihrem Wohnzimmer, die Haare etwas länger als sonst. Sie wirkt nachdenklich. »Wir haben einen Zeitenwechsel und wissen nicht, was noch auf uns zukommt.« Auch sie habe die Verunsicherung gespürt und die damit verbundene Hilflosigkeit der politischen Akteure.

Jede und jeder spüre, dass die Welt in einem grundlegenden Wandel begriffen ist. Das erzeuge ein spirituelles Sehnen und Erwachen, das von der Zunahme des göttlichen Lichts auf der Erde zeugt. Arlt ist verwurzelt im christlichen Glauben. Sie beschäftigt sich aber auch seit Jahren mit den Schriften des jüdischen Mystikers Friedrich Weinreb (1910 - 1968). Fasziniert ist sie von der Vielschichtigkeit der alten jüdischen Schriften, der Kabbala und der hebräischen Schrift, deren Buchstaben eine mystische Bedeutung hätten.

Arlt schreibt spirituelle Gedichte und drückt in Worten aus, was sie im Innersten bewegt. Den Weg dazu fand sie 1997 nach einem »Einkehr-Wochenende« der Evangelischen Kirche. Damals hatte sie das Seminar besucht, um zur Ruhe zu kommen. Ihr erstes Gedicht »Psalm« ist in jener Zeit geboren, eine rhythmische, fließende Frage nach dem »was der Mensch ist«, wenn er im Fluss der Zeit dahintreibt. Mittlerweile ist ihre spirituelle Lyrik in neun Gedichtbänden veröffentlicht, die alle im Titel das »Licht« tragen. Im Laufe der vergangenen fünf Jahre sind zu den Gedichten die Fotos gekommen, die sie großformatig auf Leinwände zieht. Ihre erste Ausstellung mit »Foto-Gedichten« war zum Jahreswechsel 2016/2017 im Karbener Bürgerzentrum.

Seitdem stellt Arlt regelmäßig ihre »Foto-Gedichte« quer durch die Republik aus, oft in Kirchen oder Kliniken. Nur im vergangenen Jahr habe es nicht ganz so geklappt, wegen den Corona-Einschränkungen wurden die Ausstellungseröffnungen abgesagt.

Familie unterstützt ihre Ambitionen

Diese Lücke hat Arlt mit dem Arbeiten am jüngsten Gedichtband gefüllt, in dem sie Text und Bild sprechen lässt. Wie ihre Gedichte entstehen auch die Fotos spontan. Sie hat bei Spaziergängen eine kleine Kamera dabei, um Augenblicke in der Natur einzufangen. Viel Arbeit sei es gewesen, die Idee von einem Foto-Gedicht-Band umzusetzen und ihn im Eigenverlag herauszugeben. »Das alles zu managen war gar nicht so einfach«, sagt Arlt. Unterstützt haben sie ihr Ehemann Hartmut Arlt und Sohn Hans-Christian, der ihr eine Homepage und einen Online-Shop einrichtete. Das wird der Autorin nützlich sein, denn ihr nächster Foto-Gedichtband ist in Arbeit.

Im Selbstverlag erschienen

»Im Licht geborgen« mit Fotos und Lyrik von Johanna Arlt ist im Selbstverlag »arlt-edition« erschienen. Das Büchlein hat 64 Seiten und kostet 14 Euro. Es kann direkt bei der Autorin bestellt werden über ihre Homepage mit integriertem Shop, www.johannamiramee.de oder ist im Buchhandel erhältlich: ISBN 978-3-943041-23-1.

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