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Beim Rendeler Erntedankgottesdienst im Pfarrgarten lauschten die Besucher den Worten von Pfarrerin Nadia Burgdorf, den Liedern der Chorgemeinschaft und den Erklärungen der beiden Landwirten Steffen Lenz und Horst Scheller.

Im Gespräch mit Landwirten

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Karben (pm). Zu ihrem traditionellen etwas anderen Erntedankgottesdienst am mit Feldfrüchten geschmückten Altar hat die evangelische Kirchengemeinde in den Rendeler Gemeindehausgarten eingeladen. die Beteiligte freuten sich darüber, dass weit mehr Gäste kamen als geplant. Die Liedblätter reichten kaum aus. Im Gottesdienst wirkten die Chorgemeinschaft Rendel und die Landwirte Steffen Lenz und Horst Scheller mit.

Die beiden berichteten über ihre diesjährige Ernte und die Situation in der Landwirtschaft.

Pfarrerin Burgdorf predigte über die der wundersamen Brotvermehrung aus dem Lukasevangelium. »Dankbarkeit und Sorgen bestehen nie parallel, weshalb uns der Dank über das, was uns geschenkt ist, davor bewahrt, an den Herausforderungen unserer Zeit zu verzweifeln. Auf diese Weise können auch fünf Brote und zwei Fische für 5000 Menschen genug sein«, erklärte sie.

Mitinitiator Stephan Kuger dankte den beiden Landwirten. Sie berichteten von einem durch den kalten Frühling durchwachsene Weizenernte und wegen der sommerlichen Nässe aufwendigen Arbeit auf dem Kartoffelacker. Wichtig war ihnen herauszustellen, dass auch ihr mittelständischer, konventioneller Anbau keine Monokultur darstelle und unabdingbar sei, die Versorgung der Bevölkerung möglichst regional sicherzustellen: »Die ersatzweise Einfuhr von Produkten aus dem Ausland oder ein langer Transport von Schlachtvieh kann doch nicht ökologisch sein«, erklärten die beiden Landwirte.

Überhaupt sitze man in Sachen Preisdruck durch die marktmächtigen Discounter mit Bio-Bauern im gleichen Boot, weshalb sie auch um die Unterstützung warben: »Achten Sie in erster Linie auf regionale Produkte, immerhin haben wir auch in und um Rendel Hofläden und verschiedene Erzeugermärkte.«

Fragen der Besucher mit dem Dank an die Landwirtsfrauen und Lob für die Rendeler Kartoffeln rundeten das Gespräch ab. Nach einem Abendmahl in pandemiegerechter Form stellte ein kurzer Film den Verein »Hanauer Straßenengel« als Adressaten der jährlichen Erntegaben vor, der sich zur Aufgabe gemacht hat, auch Obdachlosen ein würdevolles Leben zu ermöglichen.

Im Gottesdienst ist Norma Schäfer für ihr Wirken in der Gemeinde anlässlich ihres 70. Geburtstags gedankt worden. Am Ende der Feier gab es noch gesangliche Zugaben von der Chorgemeinschaft.

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