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Hochsitz mit Aussicht

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Das Baumhaus wird das Prunkstück des renovierten Spielplatzes »Schöne Aussicht« in Okarben.
Das Baumhaus wird das Prunkstück des renovierten Spielplatzes »Schöne Aussicht« in Okarben. © Holger Pegelow

Karben (pe). Auf Spielplätze sind Anwohner häufig nicht gut zu sprechen. Manche gehen sogar gerichtlich dagegen vor. Am Okarbener Straßberg ist das ganz anders. Da haben Nachbarn dafür gesorgt, dass der Spielplatz »Schöne Aussicht« wiederbelebt wird. Sie haben selber mit angepackt und werden es am Samstag wieder tun.

Der Platz war so ein bisschen im Dornröschenschlaf«, sagen Bürgermeister Guido Rahn und der städtische Tiefbau-Ingenieur Michael Soborka. Als die Stadt dann Pläne veröffentlicht hatte, nach denen sie einen von zwei Spielplätzen in Okarben schließen wollte, haben sich die Bewohner des Straßenzugs für die Wiederbelebung des Platzes starkgemacht.

Die Stadt entschied daraufhin, das Spielplatz-Konzept mit den Themenspielplätzen auf den mit der schönen Aussicht bis nach Burg-Gräfenrode anzuwenden. Dagegen wird der Platz am Rodheimer Weg geschlossen. Pläne für die »Schöne Aussicht« wurden erstellt, Angebote eingeholt und Aufträge vergeben. Und so wird der Platz am Ende der Straße derzeit aufgemöbelt. Und das im wahrsten Wortsinn, denn hier wird viel Holz verbaut. Nämlich für das Prunkstück in der Mitte des rund 1600 Quadratmeter großen Areals. Dort steht ein riesiger Baum, und Mitarbeiter einer Spezialfirma errichten daneben gerade ein großes Baumhaus. »Wir verwenden Robinienholz«, informiert Soborka. Das sei witterungsbeständiger und haltbarer als Eichenholz. Während der Fachdienstler das sagt, sägen und schleifen die Arbeiter gerade die Teile für das Baumhaus zurecht, passen sie ein und klopfen sie fest.

Gleich sechs Arbeiter sind hier mit Hochdruck auf der Baustelle aktiv. An anderer Stelle richten sie den Boden her, die große Alu-Rutsche, die schon auf dem alten Spielplatz stand, wird wiederverwendet. »Aber nur die Aluschale«, sagt Soborka. Man nutze das natürliche Gefälle des Spielplatzes. Von dem höher gelegenen Teil des Geländes neben dem Baumhaus können die Kinder nach unten rutschen auf den niedriger gelegenen Teil. Dort montieren die Arbeiter gerade noch etwas, das nach Angaben von Bürgermeister Rahn anscheinend auf keinem Spielplatz fehlen darf: ein Vogelnest. »Diese Nestschaukel wird immer wieder gewünscht«, freut er sich. »Dann bauen wir sie eben auch hier ein.«

Boule und Tischtennis

Ein paar Meter weiter ist bereits etwas fertiggestellt, wo sich die ältere Generation vergnügen kann. Hier ist ein Bouleplatz entstanden, mit einem Tisch und mehreren Bänken zum Verweilen. Davor zur Straße hin werden Blüh- und Beerensträucher gepflanzt. »Das ist von uns auch eher als Mehrgenerationenspielplatz gedacht«, betont das Stadtoberhaupt bei der Baustellenbesichtigung. Ergänzt wird das Ganze durch eine Tischtennisplatte. Ein Anwohner hatte während der Besichtigung einen Änderungsvorschlag gemacht. Eigentlich wollte die Stadt die vorhandene Platte sowie die Gehwegplatten an beiden Seiten so belassen. Der Anwohner schlug vor, zusätzliche Gehwegplatten an beide Seiten der Tischtennisplatte zu verlegen. Dem werde nachgekommen, sagt Soborka. Er habe bereits mit dem Polier gesprochen. Die Tischtennisplatte werde etwas nach innen ins Gelände verlegt, zudem gebe es zwei weitere Steinreihen, sodass die Spieler bequem stehen und sich in einem weiteren Radius sicher bewegen könnten.

Dass auf der Baustelle mit Hochdruck gearbeitet wird, hat auch mit dem nahen Elterneinsatz zu tun. Am morgigen Samstag, 30. Juli, werden Anwohner und Eltern selbst mit Hand anlegen. Beim »Elternbautag« schippen sie Holzpellets als Sturzschutz und verrichten kleinere Arbeiten. Acht feste Zusagen gibt es laut Soborka schon, möglicherweise kämen von 8 bis 12 Uhr weitere Eltern hinzu.

Schon einmal hatten sie kräftig angepackt: Den alten Zaun, der einst den Spielplatz umgab, haben sie entfernt. Dem Bürgermeister gefällt dieses Engagement. Schließlich kündigt er an: »Der Spielplatz bleibt offen. Es gibt keinen neuen Zaun.«

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