Die Biologin Dr. Christiane Betz hat 1995 mit der Aquarellmalerei begonnen und gibt ihr Können inzwischen in Kursen an die Teilnehmer weiter.	FOTO: CHRISTINE FAUERBACH
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Die Biologin Dr. Christiane Betz hat 1995 mit der Aquarellmalerei begonnen und gibt ihr Können inzwischen in Kursen an die Teilnehmer weiter. FOTO: CHRISTINE FAUERBACH

Hobbymaler wieder am Werk

  • vonChristine Fauerbach
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Karben (cf). Wer schon immer einmal wissen wollte, was sich hinter Begriffen wie Frottage, Monotypie oder Dutch Pouring verbirgt und wie diese Kunsttechniken angewandt werden, der ist richtig im Offenen Atelier der Karbener Künstler-Initiative. Hier teilen Künstler mit Kursteilnehmern ihr Wissen, geben Einführungen und Anleitungen, verraten Tipps und Tricks. Zu ihnen gehören Elke Lange-Helfrich (Drucktechniken), Erster Vorsitzender Rolf Theis (Zeichnen, Perspektive) und Dr. Christiane Betz (Aquarellieren).

Das Trio konnte in seinen Kursen beim Neustart nach der Corona-Zwangspause zwischen sechs und zwei Teilnehmern begrüßen. Zu den Hobbymalern, die glücklich ist, dass die Kurse wieder im Atelier 17 stattfinden, gehört Dagmar Lamm. »Der Austausch untereinander ist schön. Man sitzt nicht mehr allein im Kämmerchen und malt vor sich hin. In der Gruppe teilt man sein Wissen.« Ihr stimmt Elke Lange-Helfrich zu: »Uns haben die Treffen gefehlt.«

Konzentriert malt Dagmar Lamm mit Aquarellfarben eine prächtige Helikonienblüte (Papageienblume) mit Blättern auf ihren Zeichenblock. Als Vorlage dient ihr ein Gartenbuch. Schnell stellt sie fest, dass die Schönheit der außergewöhnlichen Blüten aus dem brasilianischen Regenwald, nicht einfach einzufangen ist. Sie erkundigt sich bei Kursleiterin Betz wie sie die Farben mischen muss, damit diese nicht beim Trocknen verblassen, sondern wie gewünscht kräftig und leuchtend bleiben. »Mit dem Malen habe ich vor eineinhalb Jahren wieder nach meiner Pensionierung angefangen«, berichtet die ehemalige Personalreferentin der Stadt Frankfurt. »Jeder darf malen, was er möchte.«

An diesem Morgen zeigt sich die Freiheit bei der Motivwahl in einer Papageienblüte, Rosen und einer Kirche. Betz malt eine gelborange Rosenblüte. Sie blüht an einer herrlich duftenden Rose in ihrem Garten, die sie abfotografiert hat. »Meine Rosenbilder möchte ich auf dem Rosenfest im kommenden Jahr zeigen.« Auch Lange-Helfrich malt ein Bild, dass erst 2021 öffentlich zu sehen sein wird. »Ich male die evangelische St.-Michaelis-Kirche. Es ist ein Bild für die Stadt, das mit anderen im Rathaus gezeigt wird und Sehenswürdigkeiten aus Karben zeigt.«

Betz berichtet, dass vor der coronabedingten Zwangspause auch Gäste am Kurs teilgenommen haben. Sie sind gegen ein Materialentgelt jederzeit willkommen. Es ist eine gute Gelegenheit, um unverbindliche in einen Kurs und eine Technik hineinzuschnuppern, sagt das Trio.

Ausstellung im Internet

Erster Vorsitzender Theis berichtet, dass das Atelier 17 seit 2017 gemeinschaftlich von den 36 im Verein organisierten Künstlern genutzt wird. »Wir Künstler und Kunstfreunde haben uns 2013 gefunden, um gemeinsam der Kreativität in Karben einen Raum zu geben. Wir treffen uns regelmäßig, zum gemeinsamen Arbeiten und Austausch sowie zur Planung von Gemeinschaftsprojekten.«

Aktiv waren die Künstler auch in den vergangenen Monaten. Rund 20 Kinder folgten ihrem Aufruf, auf Bildern festzuhalten »was mich in diesem Ausnahmezustand bewegt«. Die Künstler präsentieren auf der Vereinshomepage unter www.karbener-kuenstler.de eine Online-Ausstellung zum Thema »Unterwegs« mit der sie einen Kontrapunkt zum »Zu Hause sitzen« setzen. »Unser nächstes Ausstellungsthema lautet ›Struktur und Dynamik‹«, sagt Lange-Helfrich. Ein Ausstellungstermin steht noch nicht fest.

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