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Der neue Stall steht: Karl Wilhelm Kliem und der Margarethenhof können den Blick wieder in die Zukunft richten.

Wiederaufbau

20 000 Hennen im neuen Stall von Kliem

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Karl Wilhelm Kliem und sein Margarethenhof haben ein hartes Jahr hinter sich, denn Anfang November jährte sich der große Brand, der den Kloppenheimer Betrieb in ein tiefes Loch gestürzt und 5000 Hühner das Leben gekostet hat. Doch langsam stellt sich wieder Normalität auf dem Hof ein..

G anz sachte klopft Landwirt Karl Wilhelm Kliem gegen die Tür des nagelneuen Stalls. Erst vor wenigen Tagen sind hier die 20 000 neuen Hennen eingezogen, die sich derzeit noch an ihre neue Umgebung gewöhnen müssen. Um diese nicht zu erschrecken, kündigt sich der Inhaber des Margarethenhofs lieber vorsichtig an. Kliem öffnet schließlich die Tür zu dem riesigen Gebäude im Zeitlupentempo und betritt den neuen Stall. Diesen nach dem schrecklichen Brand vor einem Jahr neu zu errichten, hat dem Karbener viel abverlangt.

Am 2. November hatte sich das Ereignis gejährt: "Wir haben schon daran gedacht. So etwas brennt sich ein, aber wir haben keine große Gedenkfeier veranstaltet oder so etwas", berichtet Kliem. Schließlich halten der Hof und der Neubau des neuen Stalls ihn durchgehend beschäftigt. "Das lenkt zum Glück ab." Der Stall wurde eins zu eins wieder so aufgebaut wie er war, bis auf einige Anpassungen. "Wir nutzen jetzt andere Lampen. Diese LEDs sind so eingestellt, dass sie perfekt für die Augen der Hühner geeignet sind, und es kann nicht noch einmal so etwas passieren" Die Ursache könne nicht zu hundert Prozent geklärt werden, doch vermutlich war ein Defekt in einer der Deckenlampen Schuld an dem Inferno im vergangenen November.

Viele Genehmigungen

"Wir hatten viel Arbeit hiermit. Denn obwohl wir den Stall genau so wieder aufgebaut haben wie er war, mussten wir neue Genehmigungen einholen und zwar von 14 verschiedenen Behörden." Das habe seine Zeit gedauert. "Jeder Tag ohne den Stall bedeutete für uns erhebliche Einbußen", sagt Kliem. Er sei dem Regierungspräsidium Darmstadt dankbar. Der zuständige Mitarbeiter habe die Lage des Betriebes erkannt und an allen Schrauben gedreht, um möglichst schnell alle Genehmigungen zusammenzubekommen, damit der Hof neu gebaut werden kann.

Den Verlust des Stalls und der Hühner hat Kliems Betrieb jedoch nur verkraften können, weil der Margarethenhof zusätzlich andere Standbeine hat als nur die Legehennen. "Ein reiner Legebetrieb wäre Pleite gegangen", vermutet Kliem. Doch so langsam kommt der Hof aus seiner Versorgungslücke heraus, produziert wieder fast so viele Eier wie zu besten Zeiten. 55 000 Eier pro Tag ist das Soll. "Natürlich mussten wir auch sämtliche geplanten Investitionen nach hinten verschieben, weil das Geld dafür nicht mehr da war", erläutert der Landwirt.

Futter selbst anbauen

Dennoch schauen er und seine Mitarbeiter nach vorne. "Wir bauen derzeit einen Wintergarten an und werden acht Hektar um den neuen Stall herum einzäunen. Das wird eine Freifläche für die Hühner, so können wir künftig Hühner in Freilandhaltung halten." Gesät sei auf der riesigen Fläche bereits, der 1,5 Kilometer lange Zaun komme noch im Dezember. Auch was die Versorgung der Tiere angeht, plant Kliem Großes: "Weizen und Mais bauen wir bereits selbst an, zukünftig werden wir auch Soja selbst anbauen", kündigt Kliem an. "Das importieren wir derzeit noch aus der Donauregion. Doch auf 30 Hektar Anbaufläche können wir uns damit selbst versorgen und kommen damit unserem Ziel näher, hundert Prozent der Tiernahrung selbst anbauen zu können." Nach dem Brand hätten er und seine Mitarbeiter viel Unterstützung von den Karbenern erfahren. Das habe ihm großen Mut gemacht.

"Die große Anteilnahme war schon überwältigend und deshalb wollen wir den Karbenern etwas zurückgeben", meint der Hof-Chef. "Wir wollten eigentlich noch in diesem Jahr ein Fest wie einen Tag der offenen Tür veranstalten, doch wegen des hohen Arbeitsaufwands ging das nicht", bedauert er. "Deshalb werden wir das nachholen, wenn die Freilandhaltung fertig ist. So können wir das auch gleich der Öffentlichkeit präsentieren." 60 000 Hühner beherbergt Hof bei voller Auslastung.

Was den riesigen Brand vor einem Jahr verursacht haben könnte, ist weiterhin unklar. Gehe man nach dem Ausschlussverfahren vor, erklärt Karl Wilhelm Kliem, so bleiben eigentlich nur die Lampen übrig. "Wahrscheinlich hat sich ein Kabel gelöst, und zwar so, dass die Sicherungen nicht herausgefolgen sind", berichtet der Hof-Inhaber. "Dadurch ist ein Lichtbogen entstanden, der vermutlich den Staub im Stall entzündet hat. Doch wir können es nicht mit Gewissheit sagen."

Das Gebäude war nach dem nächtlichen Feuer völlig zerstört. 5000 Hühner konnten nicht rechtzeitig gerettet werden. Die Tierschutzorganisation Peta hatte den Hof danach angezeigt, doch bei der falschen Staatsanwaltschaft. Danach habe sich das Ganze verlaufen, berichtet Kliem. (nma)

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