1. Wetterauer Zeitung
  2. Wetterau
  3. Karben

Handball ist seine Leidenschaft

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Gratulation für ein Petterweiler »Urgestein«: Ralf Schreyer, 1. Vorsitzender des TVP (l.), ehrt Jubilar Willi Jann. Mit dabei dessen Ehefrau Ria Jann.
Gratulation für ein Petterweiler »Urgestein«: Ralf Schreyer, 1. Vorsitzender des TVP (l.), ehrt Jubilar Willi Jann. Mit dabei dessen Ehefrau Ria Jann. © Red

Karben (pm). Der Petterweiler Willi Jann ist ein dreiviertel Jahrhundert Mitglied im ältesten Verein des Stadtteils, dem Turnverein (TV) 1860 Petterweil. Er trat am 1. Januar 1941 bei und gehört »seinem TVP« seither ununterbrochen an.

Der Vorsitzende des Vereins, Ralf Schreyer, würdigte dieses Ereignis mit einem Besuch bei dem rüstigen Rentner, der von Geburt an in Petterweil wohnt. Fast unnötig zu erwähnen: Seine Ehefrau Ria, mit der er seit 1953 verheiratet ist, sein Sohn, seine Tochter und sein Schwiegersohn sind natürlich ebenfalls alle TVP-Mitglieder und erfolgreiche Handballer.

Geboren 1927, musste Jann – gerade einmal 15 Jahre alt – als Soldat bei der Luftwaffe Kriegsdienst leisten bis zu seiner Gefangenschaft. Nach seiner Heimkehr am 21. August 1945 war er nach Kriegsende direkt beim Neuaufbau einer Großfeld-Handballmannschaft dabei. Das erste Spiel fand dann auch gleich am 7. Oktober 1945 gegen den TV Obernhain statt, wo Jann sich als wurfgewaltiger Rückraumschütze hervortat, der seine Tore meist nach Freiwürfen erzielte. Von 1945 bis 1959 war er Stammspieler der 1. Mannschaft. Er wurde in die Auswahl des Kreises Frankfurt berufen und feierte überdies in der Saison 1950/1951 die Meisterschaft in der Kreisklasse A. In der Saison 1959/1960 wechselte er in die 2. Mannschaft. Als über 30-Jähriger zog er sich bedingt durch Familie, Beruf und Hausbau aus dem aktiven Sport zurück.

Abteilungsleiter und Förderer

Jann wurde während seiner Sportlerkarriere im Jahr 1953/1954 Leiter der Handballabteilung und war Mitbegründer der 1. Jugendmannschaft, aus der unter anderen als lokale Größen Norbert Will und Willy Emmerich hervorgingen. 1954 organisierten und gestalteten er und sein Team maßgeblich das 25-jährige Handball-Jubiläum.

In den Jahren 1955 bis 1956 sowie 1964 bis 1973 fungierte Willi Jann als Kassenwart seines Vereins. Der große sportliche Aufschwung des Handballs in Petterweil brachte in den 1970er Jahren eine Fülle von Arbeit und Kosten mit sich. Unter der Arbeit von Walter Volkhardt wurde die Jugendabteilung der TVP-Handballer groß und erfolgreich. Und eben diese jungen Spieler wollte der Verein durch die Beschäftigung eines Spitzentrainers unterstützen, was 1973/1974 mit der Beschäftigung von Toni Turkalj, jugoslawischer Spielertrainer, der den TSV Butzbach in die Bundesliga führte, auch gelang. Die 1. Mannschaft wurde mit 44:0 Punkten Meister der Kreisklasse A. 1974/75 folgte die Verpflichtung von Horst Spengler, damals Nationalspieler vom Bundesligisten TV Hüttenberg. Die Mannschaft wurde erneut Meister mit 46:2 Punkten in der Kreisliga und stieg in die Bezirksliga auf.

Da all dies den Verein auch viel Geld kostete, scheute Jann sich nicht, Spendengelder zu akquirieren. Seinerzeit wurde der erste TVP- Förderkreis gegründet, dessen Vorsitz Jann übernahm. Er kümmerte sich um Trainingslager, Freundschaftsspiele, Busse zu Auswärtsspielen, den Dauerkartenverkauf und die Pressearbeit. Gleichzeitig fungierte er als Obmann/Betreuer der 1. Mannschaft und kümmerte sich um alle Belange des Trainers und der Mannschaft. Er führte maßgeblich die Verhandlungen zur Verpflichtung der Trainer von 1972 bis etwa 1985, zu denen unter anderen auch der Bundesligaspieler Volker Leggemann, Rudolf Spengler, langjähriger Bundesligatrainer, und Herbert Wehnert, 87-facher Nationalspieler und Bundesligaspieler in Dietzenbach, gehörten.

Die 1. Mannschaft konnte in sechs Jahren vier Meisterschaften erringen, und im 50. Jubiläumsjahr war der TVP Meister in der Verbandsliga und Aufsteiger in die Oberliga. Durch Janns Verbindungen zu Rudolf Spengler und dessen Sohn Horst gelang es, am 19. Juni 1979 als Highlight des Jubiläums ein Spiel seiner Vereinsmannschaft gegen die Deutsche Handball-Nationalmannschaft zu organisieren, die 1978 gerade erst Weltmeister geworden war.

Er engagierte sich für den Bau der Sporthalle, war Mitarbeiter der Vereinsjubiläen, half mit bei den Konzerten des Handballfördervereins mit Manfred Fink und dem Johann-Strauß-Orchester mit gut 1000 Besuchern in der Sporthalle und ist auch heute noch mit Ehefrau Ria Besucher jedes Heimspiels. »Auf solche Vereinsmitglieder kann man stolz sein, und sich auch zukünftig nur wünschen,« betont Vereinsvorsitzender Schreyer.

Auch interessant

Kommentare