Ein bisschen Grün ist noch übrig zwischen den Gebäuden des Karbener Gewerbegebietes. Das soll auch so bleiben, sagt die Stadt und hat einen neuen Bebauungsplan fürs Gewerbegebiet aufgestellt. 	FOTOS: HOLGER PEGELOW
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Ein bisschen Grün ist noch übrig zwischen den Gebäuden des Karbener Gewerbegebietes. Das soll auch so bleiben, sagt die Stadt und hat einen neuen Bebauungsplan fürs Gewerbegebiet aufgestellt. FOTOS: HOLGER PEGELOW

Wichtige Formalien fürs Stadtbild

Grünzug am Gewerbegebiet Karben ist gesichert

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Gegen den erneut ausgelegten Bebauungsplan für das Gewerbegebiet gab es keine Einwände. Das bedeutet: Der Grünzug zwischen Einkaufszentrum und Gewerbegebiet ist planerisch gesichert.

Bebauungspläne sind häufig langwierige, manchmal sogar langweilige Verfahren. Da geht es darum, was in der Stadt gebaut und was nicht gebaut werden darf, es geht um Gebäudegrößen, Straßen, Wege und Plätze, aber auch um Grünstreifen. So ein Bebauungsplan klopft bestimmte Nutzungen rechtlich fest. Aktuell existieren für das Gewerbegebiet Karben gleich drei verschiedene Bebauungspläne. Alle haben vorne die Nummer 125, aber der, der demnächst den parlamentarischen Gremien zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt wird, ist ein ganz wichtiger. Denn der Plan 125-4 zurrt fest, was sich viele Karbener angesichts der teilweise massiven Bebauung der neuen Stadtmitte schon länger wünschen: einen Grünzug.

Karben: Bürger wünschen einen Grünzug in Stadtmitte

Für den Teil des Grünzuges, der sich hinter der Luisenthaler Straße befindet und bis zur Nidda reicht, haben die Stadtverordneten bereits festgelegt, dass der in einer Breite von rund 30 Metern nicht bebaut werden darf. Also, auch wenn entlang der Brunnenstraße noch ein weiteres Baugebiet entstehen wird, muss bis zur jetzigen Bebauung ein Grünstreifen freigehalten werden. Jetzt wird auch die Freifläche zwischen Selzerbrunnenzentrum, City-Center und der Rückseite der Gebäude in der Robert-Bosch-Straße planerisch gesichert.

Bis Ende März fand die Offenlegung des Planentwurfs statt, übrigens nicht die erste. Die erneute Offenlage hatten die Einwände der Unteren Naturschutzbehörde UNB erzwungen. Fachdienstleiter Heiko Heinzel hatte in einer Ausschusssitzung informiert, die Anregungen hätten zu deutlichen Änderungen geführt. Vor allem die externen Ausgleichsflächen hätten nachgearbeitet werden müssen. Eine von der Stadt geplante Ausgleichsfläche in Petterweil war von der UNB abgelehnt worden, zudem habe eine zweite Fläche in Groß-Karben verkleinert werden müssen, weil sie landwirtschaftlich genutzt werde. Auch der Grünstreifen an der Kläranlage habe überarbeitet werden müssen.

Karben: Offenlegung des Planentwurfs war nicht die erste

Nun lag der Entwurf des 125-4 erneut aus. Wie Heinzel auf Nachfrage dieser Zeitung sagt, habe es »keine schwerwiegenden Bedenken« gegeben. Es seien nur minimale Änderungen nötig. Zurzeit erarbeite man in der Verwaltung gerade den Satzungsentwurf. Die UNB habe nun »wohlwollend zur Kenntnis« genommen, dass die Stadt zwischen Nidda und Kläranlage zusätzliche Bäume pflanze. Die Naturschutzbehörde hatte im Planverfahren mehr Grün angemahnt.

Mit den kleinen Änderungen, die derzeit eingearbeitet würden, werde der Satzungsentwurf weitgehend identisch mit dem Vorentwurf sein, der im Februar und März offengelegt worden sei.

Zu den für die Bebauung des Gewerbegebiets notwendigen Ausgleichsflächen heißt es dort: »Im Plangebiet befinden sich öffentliche Grünflächen, die zum einen im Norden als Abstandsgrün zur Bahnhofstraße mit Fuß- und Radwegen und zum anderen im Nordwesten als öffentliche Wiese fungieren. Die öffentliche Grünfläche im Nordwesten soll künftig als Grünzug nach Süden ausgeweitet und damit ein weiterer Baustein des Strategiekonzeptes ›Neue Stadtmitte für Karben‹ planungsrechtlich gesichert werden.«

Karben: Pflanzsubstrat für Flachdächer

»Darüber hinaus werden auch die nicht mehr benötigten Flächen für Bahnanlagen künftig als Grünraum bis zur Südgrenze des Geltungsbereiches entwickelt. Ergänzend wird auch eine Grünfläche im Südosten zwischen der Gemeinbedarfsfläche und der Fläche für Abfallentsorgung (Wertstoffhof) planungsrechtlich gesichert, sodass das Gewerbegebiet künftig von einem durchgrünten Gebietsrand umgeben wird. Um eine ausreichende Durchgrünung des inneren Bereiches zu sichern, werden zwischen den Baugrenzen und der öffentlichen Verkehrsfläche Randstreifen mit Pflanzgeboten festgesetzt.«

Im neuen Bebauungsplan wird festgesetzt, dass Flachdächer und flachgeneigte Dächer mit einer Mindestsubstratstärke von acht Zentimetern zu begrünen und dauerhaft zu erhalten seien. Die Dachbegrünungen seien zum einen ein Ausgleich für die von den neuen Gebäuden versiegelten Flächen und zum anderen wirkten sie sich positiv auf das Mikroklima aus und bieten Flächen zur Versickerung des Niederschlagswassers. Hiervon ausgenommen sind laut B-Plan Flächen für Dachaufbauten.

Karben: Ausführungen zur Begrünung 

Dazu heißt es: »Zur weiteren Entspannung der klimatischen Situation im Plangebiet«, sei eine Fassadenbegrünung im Bereich von zusammenhängenden, fensterlosen Fassaden, ab einer Fläche von 75 Quadratmetern festgesetzt. Ergänzend dazu wird vorgeschrieben, je laufende fünf Meter ein Rankgehölz zu pflanzen.

In dem neu aufgelegten Plan für das Gewerbegebiet sind auch Ausführungen zur »angemessenen Begrünung der Grundstücke« gemacht. Demnach seien die Gewerbeflächen, zuzüglich der zugeordneten privaten Grünflächen, zu zehn Prozent gärtnerisch zu gestalten. Zudem muss für je fünf zusammenhängende Stellplätze ein Hochstammbaum mit einer unbefestigten Baumscheibe von mindestens vier Quadratmetern Größe gepflanzt, gepflegt und bei Verlust ersetzt werden. »Zudem sind nicht befestigte Flächen zwischen Stellplatzflächen zu begrünen.« 

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