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Grasurnengräber unter neuen Bäumen

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Von: Jürgen Schenk

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Martin Menn (links) und Dieter Pickel-Taron zeigen eine Stelle an der südlichen Friedhofsmauer, wo ein neuer Baum gepflanzt werden soll. Die Sträucher müssten dann versetzt werden. Im Hintergrund zwei der vier Urnenrondelle, die es auf dem Groß-Karbener Friedhof gibt. © Jürgen Schenk

Seit Jahren ist der Friedhof Groß-Karben Thema im zuständigen Ortsbeirat. Das war auch bei der jüngsten öffentlichen Sitzung des Gremiums nicht anders. Es gibt neue Ideen.

D iesmal wurden im Groß-Karbener Ortsbeirat konkrete Pläne vorgestellt, wie man den Friedhof schöner, barrierefreier und mit mehr Urnengräbern gestalten könnte. Dazu hatte Ortsvorsteher Martin Menn (SPD) in der alten KSG-Turnhalle eine Skizze vorbereitet. Grundsätzlich konnte man daraus ersehen, dass dem allgemeinen Trend zur Urnenbestattung noch mehr Raum gegeben werden soll. Zusätzlich zu den bereits bestehenden Urnenrondellen sollen drei Bäume gepflanzt werden, in deren Umkreis neue Grasurnengräber angelegt werden können.

Keine weiteren Urnenrondelle

»Bei der Baumauswahl muss aber darauf geachtet werden, dass es sich um ältere und größere Bäume handelt, damit die Bestattungen dort sofort beginnen können«, erklärte Menn. Trotz der fast kompletten Belegung wolle man auf weitere Urnenrondelle verzichten. Der Zugang zu den Einzelgräbern sei nicht barrierefrei möglich. »Wir brauchen auf dem Friedhof neu ausgewiesene Bereiche für Urnenbestattungen«, machte der Ortsvorsteher deutlich. »Aus unserer Sicht sollten das Grabflächen sein, die drei beziehungsweise sechs Urnenplätze bieten. Sie kommen auf die von der Bahnhofstraße aus gesehen linke Seite, neben die Friedhofskapelle.«

Die dazu passenden Beispielfotos projizierte Menn auf eine Leinwand. Stadträtin Sabine Helwig (CDU), die an diesem Abend Bürgermeister Guido Rahn vertrat, hakte wegen der Pflegezuständigkeit nach. Daraufhin erklärte ihr Christel Zobeley, dass die Pflege von solchen mit Bodendeckern bewachsenen Gräbern einfach sei. Sie könne, wie bei den Urnenrondellen auch, vom städtischen Bauhof übernommen werden. »Gerade wegen der Pflegeleichtigkeit ist die Nachfrage nach Urnengräbern groß«, sagte Zobeley. Herbert Dietz sprach sich für eine naturbelassene Bepflanzung aus. Auf seine Frage, ob ein anonymes Gräberfeld in Groß-Karben geplant sei, bekam er eine Absage und wurde nach Klein-Karben verwiesen. »Da will ich aber nicht hin«, erwiderte das Groß-Kärber Urgestein.

Die geplante Neuordnung macht auch Veränderungen am Wegenetz auf dem Friedhof notwendig. Im Detail bedeute dies, dass einzelne Wege verlegt werden müssten, so Menn. Zufriedenheit herrschte im Ortsbeirat über den neu gemachten Friedhofszugang vom Haingraben. Der Weg sei jetzt schöner und breiter geworden. Zur Qualität des Geläufs sagte Menn: »Anstelle von Kies soll in Zukunft nur noch der Baustoff »HanseGrand« als wassergebundene Deckschicht verwendet werden. Dieser Belag ermöglicht mehr Barrierefreiheit für Menschen mit Rollatoren oder Rollstühlen, weil er eine ebene Oberfläche bildet.« Außerdem könnten weitere Bäume zur Steigerung der Aufenthaltsqualität vor und nördlich der Trauerhalle gepflanzt werden. Um alle diese Dinge noch einmal zu erörtern, verständigte sich der Ortsbeirat auf eine Geländebegehung, zu der auch ein Friedhofsgärtner hinzugezogen werden soll.

Frust bei Anwohnern der Pestalozzistraße

Während das Friedhofsprojekt an Fahrt gewinnt, herrscht bei einigen Anwohnern der Pestalozzistraße Frust. Grund ist nach ihrer Darstellung ein nicht eingehaltenes Versprechen seitens der Stadt. Nach den Sommerferien sollte die Einbahnstraßenregelung umgekehrt werden. »Passiert ist bisher noch nichts«, beschwerte sich ein Anwohner. Er berichtete von »Lebensgefahr« durch Raser, die teilweise den Bürgersteig mitbenutzen würden. An der Pestalozzistraße liegen ein Kindergarten und eine Grundschule. Martin Menn, Markus Dreßler (Die Grünen) und Dieter Pickel-Taron (CDU) erkannten die Dringlichkeit des Anliegens. Sabine Helwig vom Magistrat versprach, ein baldiges Update zur Sachlage nachzureichen. »Im städtischen Haushaltsplan ist auch eine Verbreiterung der Straße vorgesehen«, hatte Menn in Erfahrung gebracht. »Das könnte im nächsten Sommer geschehen. Zwischen allen Beteiligten herrscht Konsens, dass etwas gemacht werden muss. Eine normale Verkehrsstraße wird die Pestalozzistraße aber nie sein.«

In Groß-Karben sollen ausgewählte Plätze und Straßen künftig mit Hinweisschildern versehen werden, um deren historische Bedeutung und Namensherkunft zu erklären. Markus Dreßler (Die Grünen) hatte diesen Antrag in den Ortsbeirat eingebracht. Er nannte die Windbahn (Verbindungsweg zwischen Parkstraße und Westlicher Ringstraße) und den Lindenplatz (Heldenberger Straße) als mögliche Kandidaten. Dallesplatz (vor der Kirche) und Kreuzgassbrunnen kamen noch während der Sitzung zur Liste hinzu. Weitere »Legendenschilder« für besondere Persönlichkeiten der Ortshistorie wären ebenfalls wünschenswert. Als Beispiel könnte die Christinenstraße dienen.

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