+

Stadtklima

Gibt’s mehr Platz für Bäume?

  • vonJürgen Schenk
    schließen

In Karben wurden schon zu vielen Gelegenheiten Bäume gepflanzt. Die "Hochzeitsraine" sind fast vergessen. Der Friedenswald wächst seit einem Jahr. Wie wäre es mit mehr Stadtgrün auf Parkplätzen?

Wären bei Hitze eine größere Anzahl beschatteter Flächen und Plätze für die Menschen eine Wohltat? Man denkt dabei zuerst an die Parkplätze vor den Einkaufszentren der Stadt. Schon in den Morgenstunden eines Sommertages beginnen sie sich aufzuheizen. Schatten sucht man dort meist vergebens. Mithin dürfte klar sein: Ein Blätterdach über dem Kopf ist allemal besser als die pralle Sonne. Und das finden auch die Autos gut und danken es mit deutlich angenehmeren Temperaturen im Inneren. In dieser Angelegenheit lohnt sich eine Umfrage vor Ort ganz bestimmt. Was sagen die Betreiber?

Michael Fuchs, Geschäftsführer von zwei Rewe-Märkten in Karben, findet Baumpflanzungen auf Parkplätzen "eine gute Idee". An der Rendeler- und Luisenthaler-Straße sei bereits während der Bauphase dafür Sorge getragen worden. Nur bräuchten die Bäume eben noch etwas, bis sie Schatten spenden könnten, räumt er ein. "Vor zehn Jahren wurden einige auf unserem Parkplatz in Klein-Karben gepflanzt. An der Luisenthaler Straße gibt es auch Anpflanzungen. Probleme können jedoch durch die Wurzeln verursacht werden", weiß er. Je stärker die Wurzeln wachsen, desto eher kommt es zu Schäden an der Oberfläche. "Das Laub im Herbst zu entsorgen, das ist keine große Arbeit", sagt Fuchs.

Keine Auskunft zu Veränderungen

Am Rewe-Center zwischen Kloppenheim und Okarben befindet sich Karbens größter Einkaufsparkplatz. Allerdings ist die ganze Anlage eine Art "Dinosaurier" aus den frühen 1970er Jahren. Damals dachte kaum jemand ans Begrünen von freien Plätzen. Ob und in welcher Form man dem Supermarkt eine Frischzellenkur spendieren wird, muss die Zukunft zeigen.

Aus der Rewe-Zentrale in Rosbach kamen bisher keine eindeutigen Signale in dieser Richtung. "Die Verhandlungen und Gespräche mit allen Beteiligten sind noch nicht abgeschlossen", teilte Pressesprecherin Anja Krauskopf auf eine neuerliche Anfrage dieser Zeitung hin mit. Man bitte um Verständnis, dass man sich noch nicht genauer äußern könne. Mit dem Parkplatz vor dem Netto/dm-Markt an der Industriestraße gibt es einen weiteren Kandidaten in Karben, wo schattenspendendes Grün, gute Dienste leisten könnte. Dort existieren lediglich einige flach wachsende Sträucher.

Nicht alle Baumsorten kommen für derartige Projekte infrage. Nadelbäume scheiden wegen der Harz- und Nadelabsonderung aus. Auch breit wurzelnde Großgehölze erscheinen auf die Dauer eher nachteilig. Es braucht Gehölze, die in ihrer Krone ein dichtes Blätterdach bilden und möglichst abgasresistent sind. Experten empfehlen deshalb zur Stadt- und Straßenbepflanzung Platanen. Diese winterharten Bäume seien sehr pflegeleicht und würden nach dem Anwachsen keine weitere Pflege benötigen, empfehlen Experten in der Zeitung "Mein schöner Garten".

Bewässerung aus Säcken

"Sie tolerieren kurze Trockenperioden. In sehr heißen Sommern sollte ein wenig gegossen werden. Frisch gepflanzte Jungbäume können mit einer Reisigabdeckung vor starken Frösten geschützt werden", lauten die Tipps.

Zur Wasserversorgung bei großer Hitze könnten sogenannte Baumbewässerungssäcke dienen. Diese Hilfsbehälter fassen bis zu 75 Liter Wasser. Am Stamm eines Baumes angebracht, versorgen sie diesen ungefähr eine Woche lang mit Feuchtigkeit. Im Stadtgebiet findet man solche Bewässerungssäcke unter anderem am Kreuzgassbrunnen in Groß-Karben.

Jetzt ist Pflanzzeit für Bäume

Der Herbst ist die richtige Zeit, um Bäume zu pflanzen. Gehölze mit Wurzelballen können von September bis Mai in die Erde gebracht werden. Idealerweise sollte dies aber im Frühherbst geschehen. Damit ist die Chance groß, dass sie noch vor Winterbeginn Wurzeln schlagen. Laubabwerfende Bäume sind eher Herbsttypen. Nach dem Laubabwurf gepflanzt, können sie bis zum nächsten Frühling in Ruhe ihr Wurzelwachstum ausbilden. jsl

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare