Eines der kleinen, flexibel einsetzbaren Fahrzeuge wird auf dem Bad Vilbeler Betriebshof mit Streugut beladen.	FOTO: PRIVAT
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Eines der kleinen, flexibel einsetzbaren Fahrzeuge wird auf dem Bad Vilbeler Betriebshof mit Streugut beladen. FOTO: PRIVAT

Gestreut wird mit Salz - so wenig wie möglich

  • vonChristine Wieberneit
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Karben/Bad Vilbel (cwi). Die winterliche Witterung im Januar trieb die Bauhofmitarbeiter in Karben und die Betriebshofmitarbeiter in Bad Vilbel nachts auf die Straßen.

360 Straßen liegen dann jeweils vor den Bad Vilbelern, wenn sie nachts um halb vier ausrücken. »Die werden natürlich nicht alle gleichzeitig geräumt«, erklärt Yannick Schwander, Pressesprecher der Stadt Bad Vilbel. Es gibt eine Priorisierung: Zuerst die Hauptstraßen, dann neuralgische Punkte, die Nebenstraßen und schließlich alle weiteren städtischen Plätze, Fuß- und Radweg, Bushaltestellen. In Absprache mit Hessen Mobil könne auch schon einmal die Bundesstraße 3 mitgeräumt werden, sagt Schwander.

Insgesamt 16 Kollegen rücken in vier Groß- und sechs Kleinfahrzeugen aus, wenn es friert und schneit.Die Fahrzeuge seien jeweils mit Pflug und Streugut ausgerüstet. Die Stadt habe sich bei den Fahrzeugen neu aufgestellt, sie seien mit Abrollcontainern - im Winter für Streugut und im Sommer für Müll - flexibel einsetzbar. Ziel sei es, die Hauptstraßen freizubekommen, bevor die Berufspendler unterwegs sind.

Von den 20 Männern des Bauhofs Karben stünden 17 für den Winterdienst bereit, berichtet Bauhofleiterin Kristina Quenzel. Der Bereitschaftsführer behalte das Wetter im Auge und könne auf sechs Kollegen in der Bereitschaft zurückgreifen. Würden mehr Kollegen benötigt, werde nachalarmiert,erklärt sie.

»Die Räumfahrzeuge kommen nur ab einer gewissen Schneedecke zum Einsatz«, sagt Schwander. Alle Mitarbeiter seien in diesem Winter erst zwei- bis dreimal gefordert gewesen, berichten Quenzel und Schwander. Lastwagen und Multicar mit Schneeschild und Streugut stehen in Karben für die großen Straßen bereit. Traktoren mit Schneeschild und Streumittel werden auf Radwegen eingesetzt und Pritschenfahrzeuge unterstützen die Mitarbeiter, die mit der Hand räumen, das sei rund um Bushaltestellen, auf Treppen und Gehwegen erforderlich.

»Wir streuen nur noch mit Salz. So wenig wie möglich, so viel wie es die Verkehrssicherungspflicht nötig macht«, erklärt Kristina Quenzel. Vom Split sei man deswegen abgekommen, da das den Kanal verdrecke. In zwei Hallen werde das Streugut, einmal lose und einmal in Säcken, gelagert. Auch in Bad Vilbel wird Salz verwendet. Aus den schneereichen Wintern, als das Streusalz knapp wurde, habe man gelernt. Bad Vilbel hat eine neue große Streuguthalle gebaut, in der würden 250 Tonnen Streugut gelagert. Das habe den Vorteil, dass die Stadt einen guten Vorrat habe und die Bestände auffüllen könne, wenn das Streugut günstig einzukaufen sei.

Allerdings »sind unsere Leute schon öfters im Einsatz gewesen, um bei gefrierender Nässe zu streuen«, sagt Georg Klein, kaufmännischer Leiter der Karbener Stadtwerke. Hier werden besonders Brücken, Übergänge und Steigungen angefahren. Wenn die Bauhofmitarbeiter im Winterdienst sind, dann bleiben andere Arbeiten liegen. »Das sind zurzeit hauptsächlich Gehölzarbeiten«, sagt Quenzel. Die drei Mitarbeiter, die nicht im Winterdienst eingeteilt sind, kümmerten sich etwa um die Leerung der Mülleimer und kontrollierten die Spielplätze.

Und auch die private Gehwegräumung scheint in der südlichen Wetterau überwiegend gut zu funktionieren, denn: »Uns haben keine Beschwerden erreicht«, sagen Kristina Quenzel und Yannick Schwander.

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