Die Petterweiler Postfiliale.
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Die Petterweiler Postfiliale.

Geschenke hinter verschlossener Tür

Karben (jas). Eigentlich hatte das Päckchen unter dem Weihnachtsbaum liegen sollen. So jedenfalls hatte es sich der Sohn des Petterweilers Friedrich Schwaab vorgestellt. Doch statt bei der Bescherung ausgepackt zu werden, lagerte das Geschenk auch am Heiligen Abend noch in den Regalen der Petterweiler Postfiliale.

So wie einige andere Päckchen und Pakete auch, die ebenfalls weihnachtliche Überraschungen beinhalteten. Was war passiert?

Wie auch außerhalb des vorweihnachtlichen Trubels üblich, hatte der DHL-Zulieferer all jenen Petterweilern, für die er ein Päckchen oder Paket im Auto hatte, die er aber zu Hause nicht antraf, eine Informationskarte in den Briefkasten geworfen. Darauf die Info, die Sendung könne in der Postfiliale im Stadtteil abgeholt werden. Auch Schwaab fand solch eine Karte in seinem Briefkasten und machte sich am 22. Dezember auf den Weg, um das angekündigte und erwartete Päckchen abzuholen. Doch alles kam anders, als geplant: Die Filiale nämlich war zu. "Alle Postkunden, die ihre Päckchen und Pakete abholen wollten, standen vor verschlossenen Türen und waren stinksauer", schreibt er. Eine Erklärung gab es nicht. Auch der Briefzusteller, der bereits mehrfach von Kunden angesprochen worden war, habe keine Informationen gehabt. "Er sagte mir, er hätte mehrfach telefoniert und durchgegeben, dass geschlossen sei, aber keine Rückantwort erhalten."

Vom Kundenservice, den Schwaab dann kontaktierte, kam nur die Antwort, dass keine Informationen über eine Schließung vorliegen. Auch am Samstag nach Weihnachten – die Filiale war noch immer verschlossen – sei niemand von der Gebietsleitung zu erreichen gewesen, so Schwab.

Geöffnet war die Post erst wieder am Montag, 29. Dezember. "Die Angestellte teilte mir mit, dass sie krank gewesen sei, aber unverzüglich drei unterschiedliche Stellen informiert hatte. Warum kein Hinweis angebracht worden war und warum die abzuholenden Sendungen nicht wie vorgesehen zum Post-Shop nach Klein-Karben gebracht worden waren, konnte sie nicht sagen. Es war ihr nicht gelungen, jemanden von der Gebietsleitung zu erreichen", berichtet Schwaab.

Postsprecher Heinz-Jürgen Thomeczek bestätigt die Angaben. "Die Mitarbeiterin war erkrankt und hatte auch Bescheid gegeben. Aber es hätte natürlich ein Zettel mit der Information ausgehängt werden müssen." Man habe versucht, schnell Ersatz zu finden. Das aber sei nicht gelungen. "Spätestens der Paketzusteller hätte schalten müssen und die schon dort liegenden Sendungen nehmen und zur nächsten Postfiliale bringen müssen.

Aber einer hat wahrscheinlich gedacht, der andere macht’s", vermutet Thomeczek. Der Post tue der Vorfall furchtbar leid, sie entschuldige sich bei allen Betroffenen. "Das war kein böses Denken."

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