Der Groß-Karbener Ortsvorsteher Gerd Hermanns und seine Frau Margarete sind ein eingespieltes Team. FOTO: PETRA IHM-FAHLE
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Der Groß-Karbener Ortsvorsteher Gerd Hermanns und seine Frau Margarete sind ein eingespieltes Team. FOTO: PETRA IHM-FAHLE

Ortsvorsteher von Groß-Karben

Gerd Hermanns: Mann mit vielen Interessen

  • vonPetra Ihm-Fahle
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Fast fünf Jahre ist Gerd Hermanns nun Ortsvorsteher von Groß-Karben. Bei der nächsten Kommunalwahl im März 2021 will er nicht mehr antreten, doch langweilig wird dem 77-Jährigen sicherlich nicht. Dafür sorgen seine vielen Hobbys.

G emeinsamkeit ist für Gerd Hermanns ein bestimmender Faktor, was man merkt, wenn man ihn mit seiner Frau Margarete erlebt. Sämtliche Hobbys teilen die beiden - selbst bei ihrer Katzenzucht, die sie früher hatte, unterstützte er seine Liebste und kann in puncto Samt- pfoten kenntnisreich mitreden.

Im März tritt er nicht mehr an

"Toleranz ist mir sehr wichtig", sagt er. Ortsvorsteher von Groß-Karben ist Hermanns seit 2016. Bei der nächsten Kommunalwahl tritt der Ingenieur und ehemalige Eisenbahner aber nicht mehr an. "Aus Altersgründen", fügt der 77-Jährige hinzu. Spaß habe es ihm gemacht, denn auf diese Weise sei er immer auf dem Laufenden.

Als das Ehepaar 1978 nach Karben kam, ging er zur SPD, gründete 1994 dann die Freien Wähler Karben mit. Margarete ist ebenfalls politisch aktiv, ihr Mann brachte sie dazu. Die 73-Jährige ist Stadtverordnete, Ortsbeiratsmitglied und Vorsitzende der Senioren-Union. Seit 2011 ist sie bei der CDU, Gerd stieß ein Jahr später zu den Christdemokraten, für die er sich als Ortsbeiratsmitglied aufstellen ließ. Vorsteher zu werden war zunächst nicht sein Anliegen, doch nach dem Tod seines Vorgängers Hartmut Plewe übernahm er. Fünf Mitglieder hat sein Gremium.

"Im Ortsbeirat befassen wir uns mit Sachthemen, Parteipolitik spielt weniger eine Rolle", schildert er. Jedes Mitglied habe sein beziehungsweise ihr Spezialgebiet. Christel Zobeley etwa engagiere sich besonders für den Friedhof. "Mein Schwerpunkt war immer schon der Straßenverkehr, es ist ein ständiges Thema." Die Ortsdurchfahrt von Groß-Karben (Abschnitt Weingarten- bis Heldenberger Straße) beispielsweise gehört dazu. "Der Ortsbeirat will dafür sorgen, dass keine Lkw durchfahren dürfen, mit Ausnahme des Lieferverkehrs für die kleineren Geschäfte. Das wollen wir erreichen. Es besteht bereits ein Lkw-Verbot, es gibt Schilder, aber die Navis wissen das nicht immer. Dann fahren die Sattelzüge durch." Überlegt werde deshalb, ob sich baulich etwas machen lasse, etwa eine Verengung vom Kreisel bis zur Ortseinfahrt Groß-Karben. Ob das Interesse der Bürger an einem Thema groß ist, merken die Ortsbeiratsmitglieder an den Besucherzahlen, wie Hermanns erläutert. Stark sei der Zuspruch bei den Verkehrsthemen immer, ob Bordsteine abgesenkt oder Schwellen eingebaut werden oder es um die Parkprobleme im Hessenring geht. Der Hessenring-Parkplatz etwa sei nachts stockdunkel, "wir wollen, dass eine Leuchte hinkommt". Der Straßenverkehr berühre das Leben der Menschen besonders. Ein weiteres wichtiges Thema sei das Neubaugebiet "In der Waldhohl". "Da besteht jetzt die Problematik eines Zugangs zum Baugebiet. Vom Lindenplatz geht nur eine steile Treppe hoch. Die SPD hat vorgeschlagen, eine Rampe zu bauen, das ist aber noch nicht entschieden, sondern in der Planung."

Die Arbeitsweise des Ortsbeirats beschreibt Hermanns wie folgt: "Wir nehmen Anregungen aus dem Stadtteil auf, beraten sie und geben sie weiter." Die Entscheidungen träfen aber die Stadtverordneten. "Ich versuche immer, zu überlegen, was für die Kommune das Beste ist", betont er.

Mit seiner Frau spricht Hermanns viel über Politik. Früher machten sie zusammen Judo, nachdem zuerst die Söhne damit angefangen hatten. "Und wir reisen gerne, mit dem Schwerpunkt Deutschland, wir haben aber auch von Europa viel gesehen", erzählt er. Die Leidenschaft für das Fotografieren teilt das Ehepaar ebenfalls, insbesondere die Natur lichten die beiden gern ab. "Es kommt vor, dass ich morgens um 5 Uhr aufstehe und zum Fotografieren nach Burg-Gräfenrode gehe."

Wenn Hermanns nächstes Jahr aus der Politik ausscheidet, will er sich seinem Hobby Fotografie wieder verstärkt widmen.

Gerd Hermanns studierte Maschinenbau und schloss als Ingenieur ab. Als er noch beruflich aktiv war, war er viel unterwegs und auf Reisen. Aus Zeitgründen entschied er sich anfangs, nur ein Mandat im Ortsbeirat zu übernehmen, ehe er später für die Freien Wähler ins Stadtparlament ging.

Viele Jahre war er Fraktionsvorsitzender, eine Legislaturperiode auch Stadtrat für die FW. Als er 2012 bei den Freien Wählern ausschied und zur CDU ging, ließ er sich bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2016 erneut als Ortsbeiratsmitglied aufstellen, dann aber auf der Liste der Union. ihm

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