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Claudia Weishäupel hat auswendig ein Gedicht von Baudelaire vorgetragen. Hans Kärcher wählt ein Gedicht aus, das sich mit Kindheitserinnerungen des Autors befasst.

Gedichte und Geschichten in zwei Sprachen

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Karben (pm). Einen furiosen Auftakt nach der Corona-Pause gab es beim Literaturforum Karben im gut besuchten »Kuhtelier« mit einem Literaturabend der sich der Literatur Frankreichs des 19. Jahrhunderts widmete.

Nach der Begrüßung durch den ersten Vorsitzenden Dieter Körber übernahm Hans Kärcher, der Organisator des Abendprogramms, die Einführung ins Thema und die weitere Moderation. Nicola Piesch und Dieter Wierz konnten mit klangreichen, stimmungsvollen Chansons brillieren und haben dem Abend prickelnde Lichter aufgesetzt. Nach Hans Kärchers Vortrag der dezidiert literaturgeschichtlich ins Thema eingeführt hatte, setze Annette Wibowo das Programm fort mit dem ersten der drei »Großschriftsteller«. Sie widmete sich Stendhal und seinem Roman »Le Rouge et Le Noir (Rot und Schwarz)«. Mit ihrem lebhaften Vortrag ließ Annette Wibowo außerordentlich eindrucksvoll sowohl Stendhal als auch seinen Protagonisten Sorel lebendig werden.

Almut Rose zeichnete mit großer Begeisterung ein Bild des zweiten »Großen«, Honoré de Balzac. Berühmt wurde er durch seine »Comédie humaine«, einen epischen Kosmos von 88 Romanen. Rose stellte sein Werk »Verlorene Illusionen« vor.

Es ging weiter mit Victor Hugo. Er wurde durch »Notre Dame de Paris« und »Les Miserables« berühmt. Sein Gedicht »Un Rêve - ein Traum«, wurde von Herbert Schuch in französischer und deutscher Sprache vorgetragen, begleitet mit stimmungsvollen Klängen von Dieter Wierz am Klavier.

Für soziale Gerechtigkeit

Barbara Metz stellte einfühlsam und sehr eindringlich Gustave Flaubert und sein Werk »Lehrjahre des Herzens« vor. In der »Education Sentimentale«- »Lehrjahre des Herzens« sind persönliche Erlebnisse Flauberts dichterisch eingekleidet.

Claudia Weishäupl stellte ein Gedicht von Baudelaire vor, das sie zunächst auf Französisch auswendig vortrug und dann in deutscher Übersetzung las. Hans Kärcher wählte ein eher weniger typisches Gedicht, das sich mit Erinnerungen an Kindheit und Mutter beschäftigt.

Alphonse Daudet wurde von Helmut Regenfuß vorgestellt. Er hatte aus Daudets »Briefe aus meiner Mühle« den Text »Das Elixier von Hochwürden Pater Gaucher« ausgewählt. Helmut Regenfuß trug äußerst lebhaft und komödiantisch die Geschichte von Pater Gaucher vor, der im Bemühen sein Kloster zu retten zum Alkoholiker wird.

Das Programm wurde fortgesetzt mit dem durch Frankreichs Katastrophe im Deutsch-Französischer Krieg 1870-1871 stark beeinflussten Guy de Maupassant. Rosi Kärcher gefielen die Geschichten von Guy de Maupassant und sie erzählte von »Toine«.

Zum Abschluss wurde Émile Zola von Dieter Körber vorgestellt. Der wohl meistgelesene Autor seiner Zeit kämpfte für soziale Gerechtigkeit. Ausgelöst durch die antisemitischen Vorgänge rund um den wegen Landesverrats unschuldig verurteilten Offizier Alfred Dreyfus verfasste er einen offenen Brief an den französischen Präsidenten der Republik. Dieter Körber trug diesen Brief mit schauspielerischer Verve eindrücklich als Rede vor.

Mit Dank an die Vortragenden, Blumen für die Sängerin beschloss Körber den unterhaltsamen Literaturabend, und zu den Klängen von »L’ important c’est la rose« verabschiedeten sich die Gäste.

Annette Wibowo erläutert Stendhal und seinen Roman »Le Rouge et Le Noir«.
Almut Rose befasst sich mit Honoré de Balzac.

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