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Ein Prost auf den online Faschingsspaß der Karbener Weiberfastnacht. Vorsitzende Silke Widmann hebt vorm Bildschirm ihr Glas und verliest einen Trinkspruch.

Weiberfastnacht online

Ganz annerst, aber schee!

  • vonChristine Fauerbach
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Keine Sitzung, kein Ball, kein Umzug, kein Elferrat, kein Narrhalla-Marsch: Die traditionelle Fastnacht pausiert. Wie auf Abstand gefeiert werden kann zeigen die närrischen Weiber aus Karben.

Wir lassen uns das Singen nicht verbieten. Das Singen nicht und auch die Fröhlichkeit. Die gute Laune muss der Mensch behüten«, trällert Sängerin Tina York bereits 1974 in ihrem Schlager. Zwar bleiben die Lichter in dieser Kampagne in der »Hall« aus, doch das ist für die fast 40 Aktiven Weiberfastnacht Karben (WFK) noch lange kein Grund Trübsal zu blasen. Gemeinsam mit ihren Fans und Helfern lassen es die Närrinnen »virtuell« krachen.

Ein »Spion« aus Klaa-Karbe

Während ihrer zweiten Online-Sitzung demonstrierten sie wie Angst und Traurigkeit sich durch Gebabbel, Tanz, Gesang und Helau-Rufe in Freude und Zuversicht verwandeln. Mit dabei waren dieses Mal vor den heimischen Bildschirmen nicht nur eingefleischte Karnevalistinnen, sondern auch ihre Kinder und Männer. Teils mit Perücken und kreativen Kopfbedeckungen, teils geschminkt und in Kostümen, teils im Alltags- oder Freizeitoutfit verfolgten die Teilnehmer das närrische Geschehen.

Bereits eine Stunde bevor »die Kärber Weiber« offiziell zu ihren Fans »per Bildschirm ins Wohnzimmer haam kame« und Schriftführerin Sandra Mühlfeld um 20.11 Uhr den Countdown zählte, waren die ersten Besucher online. Mitglieder und Freunde wurden ebenso fröhlich begrüßt wie der Nachbar, eine Zuschauerin vom Bodensee oder ein »Spion aus Klaa-Karbe«.

Es wurde miteinander angestoßen, gebabbelt und Tipps wie man in Social Media Netzwerken eine größere Reichweite erhält, ausgetauscht. Zu den News aus dem Fundus des »Kärber Vibesvolk« gehören ein fast einstündiges Video auf Youtube, für das auf Facebook ein Link gepostet wurde, eine »WKF Chartshow« an Weiberfastnacht am kommenden Donnerstag sowie ein Spendenaufruf zur Finanzierung der WFK Chartshow (Paypal-Konto Weiberfastnacht-Karben@arcor.de). In Kürze kommt dann auch noch ein Newsletter für alle Fans.

Hände zum Himmel und: Singen!

Die ersten »Karbe Helau-Rufe« erschallten und eine Zuschauerin spielte einen Disco-Fox ein. Bevor WFK-Vorsitzende Silke Widmann alle begrüßte, wurde getreu der Devise »es ist eine Live-Sendung« die Hände in die Höhe gereckt und gemeinsam zum Video mit dem 2019 verstorbenen Dieter Adam gesungen. Der Sänger, Musiker und Entertainer begleitete jahrelang die Sitzungen der Weiberfastnacht. Klar, dass er seinen Part im neuen WFK-Online-Format bekommen hat.

Silke Widmann erinnerte daran, dass »relativ frühzeitig im vergangenen Jahr feststand, dass sich nicht wie gewohnt Fastnacht feiern lässt und wir leider keine Sitzungen in der »Hall« veranstalten können«.

Deshalb entschloss sich das »Kärber Vibesvolk« seine Fans in der Fastnachtszeit eine andere Art der Unterhaltung zu bieten. Dazu gehörte neben einigen eingespielten Höhepunkten aus den Sitzungen der vergangenen Kampagnen, vom Handy eingespielte Tuschs und Trinksprüche aus dem Internet, die live von den Mitgliedern ausgebracht wurden. Ein Wiedersehen und Hören gab es beim Online-Faschingsspaß mit karnevalistischen Urgesteinen der WFK wie den »Putzweibern« Astrid Schröter und Ingrid Wieja, der Ranzengarde, den stimmgewaltigen Asbachlerchen, den Horror-Clowns und »Hellwigs« in Gestalt von »Mama« Christa Haufert und ihrer Tochter Sandra Mühlfeld.

Für Stimmung sorgte unter anderem auch das Chaos-Orchester der WFK mit »Kultur auf höchstem Niveau«, indem es die Mainzer Narrhalla-Fastnachtshymne »Ritz am Baa, Ritz am Baa, morje fängt die Fassenacht aa« intonierte. Das närrische Volk vor den Bildschirmen klatschte und sang mit, spendete Applaus.

Für Schunkelrunden gab es per Videos Blicke aufs Publikum in der »Hall« aus den Vorjahren. Ein Muss war die »Schwarzlicht-Show«. Die Zeit verging wie im Flug. Nach mehr als einer Stunde erklang der letzte Tusch und der offizielle Teil der zweiten Online-Sitzung war vorüber. Zuvor gab es die frohe Botschaft an alle: »Im nächsten Jahr feiern wir die Kärber Weiberfastnacht ganz groß und des is e Verspreche!«

Nach dem offiziellen Teil war noch lange nicht Schluss, danach folgte der Free-Style. Wer möchte, kann sich weiter online mit den WFK-Sitzungen amüsieren.

Termine und Infos zur Karbener Weiberfastnacht gibt es auf der Homepage www.weiberfastnacht-karben.de, auf Facebook unter weiberfastnacht.karben und auf Instagram unter karben_wfk.

Einer der Einspieler im Online-Format: Die Kärber Horror-Clowns Sandra Mühlfeld und Christa Haufert.

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