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Eine Fledermaus der Art »Großes Mausohr«

Frühling bei den Fledermäusen

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Karben (pm). Alle hiesigen heimischen Fledermäuse halten von etwa Anfang November bis Ende Dezember Winterschlaf. Das müssen sie auch, da ihre Nahrung - Insekten - dann Mangelware ist. In dieser Zeit halten sich die Fledermäuse in ihren Winterquartieren auf, in Höhlen, Stollen, kühlen Kellern - teilweise bis 500 Kilometer entfernt, in Einzelfällen sogar über 1000 Kilometer.

Die aktive Jahreszeit der Fledermäuse beginnt im April, und mit den höheren Temperaturen können sie auch in Karben wieder beobachtet werden, wie Petra Ulrich vom NABU Karben schreibt. In der wärmeren Jahreszeit werden die Weibchen im Sommerquartier trächtig. Jetzt gibt es ja auch wieder ausreichend Insekten, die die Nahrungsgrundlage der Fledermäuse bilden. Für die Geburt und Aufzucht der Jungen schließen sich die weiblichen Tiere zu Wochenstubengesellschaften zusammen. Die Jungen werden nach einer Tragzeit von etwa 50 Tagen geboren und wiegen dann nur etwa zwei Gramm. Sie werden von der Mutter gesäugt, bis sie nach etwas fünf Wochen in der Lage sind, eigenständig Insekten zu jagen.

NABU bietet Bausätze

Fledermäuse könnten sehr alt werden, denn sie haben kaum natürliche Feinde. Sie gehören aber zu jenen Lebewesen, die am meisten unter intensiver Land- und Forstwirtschaft sowie der Vernichtung natürlicher Lebensräume durch den Menschen leiden. Viele ihrer traditionellen Quartiere wurden zerstört und Nahrungsquellen reduziert. Auch der Einsatz von Pestiziden, sowohl in der Landwirtschaft, aber auch in der Forstwirtschaft und im Privathaushalt, macht den Tieren zu schaffen.

Der NABU Karben bietet Holzbausätze für sogenannte Spaltenquartiere an, die mit ein wenig Geschick leicht zusammengeschraubt werden können. Diese Bausätze kosten 9 Euro und können an geschützten Stellen, etwa an Hausfassaden, angebracht werden. Diese Kästen oder aber auch kostenlose Bauanleitungen für Unterschlupfe können unter Telefon 01 77/5 99 63 13 angefordert werden.

Nahrungsangebot im Garten

Gartenbesitzer können außerdem mit kleinen Maßnahmen ein zusätzliches Nahrungsangebot für die beliebten Tiere schaffen. Ein möglichst vielgestaltiger Garten mit artenreicher Wiese statt Einheitsrasen/Schottersteinen und heimischen Sträuchern und Stauden ist optimal. Wo nachtblühende, nektarreiche Blütenpflanzen stehen, werden durch den Duft Nachtfalter, die Lieblingsspeise vieler Fledermäuse, angelockt. Einzelheiten dazu finden sich auf der Webseite des NABU (www.nabu.de). Dort finden sich Ratschläge für den Umgang mit verirrten oder hilflosen Fledermäusen.

Und noch etwas: Es gibt keine Belege dafür, dass die in Deutschland heimischen Fledermäuse Träger jenes Corona-Stammes sind, dem auch das Coronavirus SARS-CoV-2 entstammt. Einheimische Fledermäuse sind nicht mit SARS-CoV-2 infiziert und können einen Menschen somit nicht mit Covid-19 anstecken.

Für den 26. August ist wieder der Fledermausabend in der Schreinerei Maier in Okarben geplant: Es soll einen Vortrag geben, bevor es mit dem Bat-Detektor auf die Suche nach den Säugetieren geht.

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