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Schmuckstücke: Ihre vielfältige Kollektion stellt Heike Steinbach-Schies in ihrem Atelier in Petterweil aus.

Goldschmiedin

Filigrane Handwerkskunst

  • vonAnne-Rose Dostalek
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»Die Goldschmiedekunst ist ein Handwerk. Es ist schmutzig, man bekommt rissige Fingernägel und man muss das Kleine, Feine lieben«, sagt die Petterweilerin Heike Steinbach-Schies.

Die Sechzigjährige Goldschmiedemeisterin Heike Steinbach-Schies hat auf Schmuckherstellung mit Perlen und Edelsteinen spezialisiert. »Sie funkeln, sie blitzen und in der Natur gibt es sie in einer unglaublichen Vielfalt«, sagt sie und holt eine Lade hervor. Darin liegen Turmaline in grün, gelb oder rot, Achat und Aqamarin, Quarz und Jade, Türkis und Malachit. »Das sind alles Unikate, natürlich gewachsen, nicht behandelt, nicht gefärbt. Die Natur bringt sie in den verschiedensten Farben und Formen hervor«, erklärt Steinbach-Schies. »Es gibt Steine, die sehe ich und weiß sofort, was ich daraus machen will. Andere liegen herum, bis ich irgendwann eine Idee habe«, erzählt die Goldschmiedemeisterin.

Die Edelsteine sortiert Steinbach-Schies grob nach Farben, denn manchmal kommen Kunden mit ganz speziellen Wünschen. »Ich bekam den Auftrag, eine Halskette aus feuerwehrroten funkelnden Steinen zu facettieren (einzufassen)«, sagt sie. Dieser Auftrag war eine Herausforderung, wie sie es liebt. »Ich habe ein Jahr gebraucht, um den passenden und bezahlbaren Stein zu finden«, erzählt sie. Sie habe sich auf Fachmessen und bei Händlern umgeschaut. Nichts fand sich, weder Turmalin noch Granat waren das Richtige, bis sie wunderschöne australische Feueropale sah und wusste: Das sind die Edelsteine, die ich brauche.

Den passenden Ring dazu

»Die Kundin war total glücklich und kaufte zu dem Collier noch den passenden Ring«, sagt Steinbach-Schies, die auch diese Seite ihres Berufs liebt: Das Gespräch mit dem Kunden, die individuelle Beratung, um ein »Schmuckstück auf den Leib zu schneidern«, das gemeinsame Überlegen, um den Wunsch-Trauring zu kreieren oder die Halskette mit dem speziellen Edelstein oder Naturperlen. Dafür fertigt sie Skizzen an oder zeigt Muster, damit die Kunden eine Vorstellung haben, wie es aussehen könnte.

Die andere Seite ihrer Handwerkskunst ist »die »schmutzige Seite« an der Werkbank, wo ihre Zangen und Feilen zum Einsatz kommen, die Hämmer und Steinfräser, Biege- und Lötgerät und die Trauring-Änderungsmaschine. »Man kann mit allem zu mir kommen, was mit Schmuck zu tun hat«, sagt die Goldschmiedemeisterin.

In ihren Schauraum mit Glasvitrinen und Spiegel an der Wand, in dem Kunden sich sehen können mit Halskette, Diadem oder Ohrringen lädt Steinbach-Schies gerne ein. In ihre Werkstatt hingegen lässt sie niemanden, denn hier möchte sie ganz ungestört an der Werkbank sitzen. Manche Arbeitsgänge, für die teure Geräte zum Schleifen von Edelsteinen oder Bohren von Löchern notwendig sind, hat sie ausgelagert. »Dafür gibt es Spezialisten in der Branche, etwa die Steinschleifer in Idar-Oberstein«, erklärt sie.

Individuelle Beratungstermine

Ihre Kollektion aus Ringen, Halsschmuck, Ohrringe, Armreifen oder Männerschmuck stellt Steinbach-Schies in ihrem Atelier in Petterweil aus und lädt Kunden ein. Doch Corona hat ihr im vergangenen Jahr einen Strich durch die Rechnung gemacht. »Das Weihnachtsgeschäft ist praktisch ausgefallen«, sagt sie. Das Geschäft sei das ganze Jahr lang überaus schleppend gelaufen. Jetzt hofft sie, dass wieder mehr möglich sein wird und bietet individuelle Beratungstermine an. Einen Eindruck von ihrer Frühjahrskollektion können sich Schmuckliebhaber auf ihrer Homepage oder dem Online-Marktplatz der Stadt Karben machen.

»Ich arbeite gerne minimalistisch, mit reduzierter Formensprache und asymmetrisch«, sagt sie und zeigt Ringe. Es sind wahre Hingucken, denn der rechteckige geschliffene Turmalin und der Aquamarin sitzen nicht mittig auf der Ringschiene, sondern an der Kante.

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