Wie in guten alten Zeiten: Die Verantwortlichen der Stadt, (v. l.) Guido Rahn, Thomas Frühauf und Marion Rohmfeld, zeigen den analogen Plan für die Ersatzangebote für den Kinderplaneten. Anmelden muss man sich freilich digital. 	FOTO: HOLGER PEGELOW
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Wie in guten alten Zeiten: Die Verantwortlichen der Stadt, (v. l.) Guido Rahn, Thomas Frühauf und Marion Rohmfeld, zeigen den analogen Plan für die Ersatzangebote für den Kinderplaneten. Anmelden muss man sich freilich digital. FOTO: HOLGER PEGELOW

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Ferienspiele: Stadt bietet Ersatz an

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Wohin mit den 500 Karbener Ferienspiel- kindern, wenn der beliebte Kinderplanet abgesagt worden ist? Viele Eltern haben diese bange Frage an die Stadt gerichtet. Und die hat in Corona- Zeiten eine kreative Antwort: dezentrale Ferienangebote.

Sie haben eine lange Tradition, die sommerlichen Ferienspiele auf dem Freigelände des Jugendkulturzentrums. Gut 500 Mädchen und Jungen haben zwei kreative Wochen auf dem Kinderplaneten verbracht. Auf dem Jukuz-Gelände wimmelte es nur so, und die Kinder wurden von rund 50 Betreuern in eine feste Spielhandlung einbezogen, und zum Schluss gab es sogar ein riesiges Abschlussfest mit großem Showdown auf der Wiese.

Doch die Coronavirus-Pandemie machte diese Pläne zunichte. An Gewimmel und Massenveranstaltungen ist wegen des tückischen Virus und Abstandsregeln gar nicht zu denken. Also machte Karben das, was alle anderen Kommunen auch gemacht haben: Die Ferienspiele sind Ende April abgesagt worden.

Bei Eltern liegen die Nerven blank

Eine ganz schlechte Nachricht für viele Eltern. Schließlich sind die Kleinen seit dem Lockdown ab Mitte März zu Hause und müssen dort beschult und bespaßt werden. »Bei vielen Eltern liegen die Nerven blank«, weiß Bürgermeister Guido Rahn, der von vielen Anrufen bei Stadt und Stadtjugendpflege berichtet. Bei der Absage hatten die Verantwortlichen jedoch auch angekündigt, für Ersatz zu sorgen.

Also machte sich das Team um Stadtjugendpfleger Thomas Frühauf ans Werk. Die Ergebnisse der gut mehrwöchigen Organisationsarbeit haben Frühauf, Rahn und Jugendpflegerin Marion Rohmfeld gegenüber der Presse präsentiert.

»Es wird viele kleine Angebote geben, auch in Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Veranstaltern.« Und mit einem Hygienekonzept, das nicht nur weiter auf Abstandhalten, Händewaschen und Desinfektionsmittel setzt, sondern die Angebote auch so anbietet, dass sich die verschiedenen Gruppen nicht allzu oft über den Weg laufen.

Der Planet hätte sich normalerweise in den beiden letzten Ferienwochen gedreht, in diesem Jahr ab 3. August. Er werde durch ein »Ferienkarussell« ersetzt, betonen Frühauf, Rohmfeld und Rahn. 42 Kinder würden dabei in sieben Kleingruppen zu je sechs Kindern betreut. »Diese Angebote sind schon voll ausgebucht«, teilen die Verantwortlichen mit. Hier seien Kinder aufgenommen worden von Eltern, die in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten.

Sportliche und kreative Angebote

Damit aber auch andere Mädchen und Jungen in den Genuss von Ferienbetreuung kommen können, haben die Stadtjugendpfleger die Vereine angeschrieben. Herausgekommen ist ein umfangreiches Angebot. So biete der Turnverein Rendel ein Camp an, der KSV Karben Tennis und der Turnverein Okarben zwei Wochen Basketball-Kurs. Reiten können Kinder auf dem Buchwaldhof, die Karateschule biete vier Schnupperkurse an drei Wochenend-Camps an. Und ein Ferienprojekt findet in der Turnhalle der Selzerbachschule statt: »Vom Waveboarden bis Schwedenschach« heißt es. Es wendet sich vom 6. bis 10. Juli an acht- bis 13-jährige Schüler.

Angebote vom Bundesministerium

Auch auf dem Jukuz-Gelände gebe es viele Angebote, wie etwa Basteln, Waldaktionen und vieles mehr. Das von der Stadt neu gekaufte Spielmobil werde kostenlos in den drei Stadtteilen Petterweil, Burg-Gräfenrode und Rendel nutzbar sein. Es werde eine Fahrradtour und eine Stadtrallye geben.

Die Stadt Karben kann für die diesjährigen Ferien auch auf ein Angebot des Bundesforschungsministeriums zurückgreifen, »das uns nichts kostet«. Es gehe um die Projekte »Apfel, Kunst, Kultur« und »Kunst-Upcycling«, eins für Kinder von acht bis elf Jahren, das andere für junge Leute ab zwölf Jahren. Es fänden dazu drei Veranstaltungen statt, die für die Teilnehmer kostenfrei seien. Apropos Kosten: Die Stadt hat laut Bürgermeister Rahn und Frühauf geringe Kostenbeiträge angesetzt. So kosten die eintägigen Angebote zwischen drei und acht Euro pro Kind, und für dreitägige Veranstaltungen seien zwischen zwölf und 25 Euro je Kind fällig.

Die Gesamtzahl der dezentralen Veranstaltungen geben sie mit 43 an. »Da kann aber noch die eine oder andere hinzukommen.«

»Wir können ein buntes Programm für viele Interessen anbieten«, freut sich der Bürgermeister. Stadtjugendpfleger Frühauf denkt schon weiter: »Mal sehen, wie sich diese Angebote bewähren. Vielleicht können wir im nächsten Jahr neben dem Kinderplaneten einige dieser neuen Angebote wieder anbieten.« Momentan sei das Ganze »noch eher eine Wundertüte«.

Eltern aufgepasst! Wer sein Kind zu einem der Ferienprojekte der Stadt Karben und der Vereine anmelden will, sollte sich den kommenden Sonntag, 21. Juni, 10 Uhr, vormerken. Dann schaltet die Stadtjugendpflege im Internet die Seite frei, auf der alle Angebote der ersten vier Ferienwochen aufgeführt sind. Unter www.jukuz-karben.de kann man sich auch anmelden.

In diesem Jahr, in dem alles anders ist, werden die Plätze auch nicht zugeteilt. Stadtjugendpfleger Thomas Frühauf: »Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.« Wenn ein Angebot dann voll sei, werde eine Warteliste erstellt. Sollte ein Kind wieder abgemeldet werden, rücke ein anderes von der Warteliste nach. Möglich halten die Verantwortlichen es auch, dass noch Angebote hinzukommen, oder schon bestehende bei starker Nachfrage in den Ferien nochmals angeboten werden. pe

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