Eine Halle des Reiterhofes Cost, in der Strohballen gelagert werden, steht in Flammen.
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Eine Halle des Reiterhofes Cost, in der Strohballen gelagert werden, steht in Flammen.

Feldhalle bei Groß-Karben in Flammen

Karben (cf). Lodernde Flammen, dunkle Rauchschwaden – am Dienstagnachmittag brannte eine Feldhalle des Reiterhofes von Harald Cost an der Heldenberger Straße zwischen Groß-Karben und dem Wald.

Die zahlreichen Schaulustigen, die die Löscharbeiten verfolgten, sahen konzentriert arbeitende Einsatzkräfte mehrerer Freiwilliger Feuerwehren, Polizeibeamte, Statiker, Versicherungsmitarbeiter und ein besorgtes Mitglied der Besitzerfamilie.

Um 14.30 Uhr hatte eine Anwohnerin aus Groß-Karben die Freiwillige Feuerwehr Karben-Mitte und die Familie Cost, Besitzer des "Waldhohlhofes", verständigt. Ihr gehört auch die unterhalb des Reiterhofes gelegene Feldscheune. Diese sei von dichten Rauchwolken eingehüllt, Flammen seien ebenfalls zu sehen, berichtete die Anruferin. Bei den telefonisch und über Piepser Alarmierten stieg der Adrenalinspiegel kräftig an. Jede Minute zählte.

Glühendes Blech

Die Freiwilligen Feuerwehren Karben-Mitte, Bad Vilbel und Friedberg, der ASB Karben und vier Beamte der Polizeistation Bad Vilbel rückten mit ihren Einsatzfahrzeugen aus. Die Polizeibeamten sperrten die Heldenberger Straße für den Verkehr, die Brandschützer gruppierten sich rund um die mit Blech verkleidete und eingedeckte 21,5 mal 76 Meter große Feldhalle. Der Fahrer des ASB Karben brachte seinen Wagen in Stellung. Große Hitze, intensiver Brandgeruch und giftige Dämpfe schlugen allen, die sich der Halle auf dem großen Grundstück näherten, entgegen.

Die Brandschützer hüllten die Halle mit kräftigen Wasserstrahlen ein, um das glühende Blech abzukühlen. Einige nahmen gezielt lodernde Flammen im Innern unter Wasserbeschuss. "In der 1980 gebauten und 1995 erweiterten Feldhalle lagert zu großen Quaderballen gepresstes Stroh", informierte Sina Cost. Die Familie benötigt das Stroh als Einstreu für ihre 68 Pensionspferde.

Wasserfernleitung gelegt

Der Reiterhof der Familie Cost, der außerhalb von Groß-Karben in Richtung Heldenbergen gelegen ist, feiert in diesem Winter sein zehnjähriges Bestehen.

Schnell waren die insgesamt über 10 000 Liter fassenden Tanks der Tanklöschfahrzeuge vor Ort leer. In der Zwischenzeit hatten Uwe Wächtershäuser von der Feuerwehr Karben-Mitte, verstärkt durch Uwe Axtmann, Leiter der Stadtpolizei, und Kollegen von der Friedberger Feuerwehr mit einer Tragkraftspritze und einem Einsatzfahrzeug, zwei Hydranten am Ortsausgang von Groß-Karben angezapft und eine Fernleitung von dort zum Brandort gelegt. Kurz darauf lautete der Befehl "Wasser marsch!" Die Brandschützer konnten dann weiter löschen.

Der Ausgangspunkt des Brandes wurde im nördlichen Bereich der Feldhalle vermutet. "Wir kommen nicht an den Brandherd heran", stellte Matthias Meffert um 16.20 Uhr fest. Kurz darauf trafen weitere Brandschützer aus Karben und Bad Vilbel in ihren Mannschaftswagen ein.

Statiker vor Ort

Die Arbeiten am Brandort wurden von den Einsatzleitern Stadtbrandinspektor Thomas Bier aus Karben und seinem Kollegen Matthias Meffert aus Bad Vilbel gemeinsam koordiniert. Statiker Franz Schächer aus Bad Vilbel war von ihnen gerufen worden, um die Tragfähigkeit der Halle zu überprüfen. Die tragende Stahlkonstruktion war durch die große Hitze des immer wieder hell auflodernden Feuers sichtbar stark beschädigt worden. "Zu heiß zum Reingehen, zu gefährliche Dämpfe", lautete die knappe Diagnose des Statikers. Das hieß für die Brandschützer, die Halle weiter von außen abzukühlen und Flammen im Inneren versuchen klein zu halten.

"Das brennt die ganze Nacht durch", waren sich die Einsatzkräfte sicher. "Am Mittwoch kommen die Experten des zuständigen Fachkommissariats von der Kripo Friedberg hierher, um die Ermittlungen zur Brandursache aufzunehmen", informierten die Polizeibeamten. Wie hoch der entstandene Schaden ist, konnte noch niemand sagen. Ein Mitarbeiter der zuständigen Versicherung war ebenfalls zum Brandort geeilt.

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