Mitten in den Ferien sind im Waldhohlweg doch recht viele Interessierte zusammen mit den Ortsbeiratsmitgliedern und Bürgermeister Guido Rahn unterwegs. Verkehrsthemen sind dabei immer wieder angesprochen worden. 	FOTOS: HOLGER PEGELOW
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Mitten in den Ferien sind im Waldhohlweg doch recht viele Interessierte zusammen mit den Ortsbeiratsmitgliedern und Bürgermeister Guido Rahn unterwegs. Verkehrsthemen sind dabei immer wieder angesprochen worden. FOTOS: HOLGER PEGELOW

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Fast überall Verkehrsprobleme

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Immer, wenn in Karben die Ortsbeiräte tagen, geht es um den Autoverkehr. Erst recht, wenn die Beiräte durch den Ort spazieren. So war es auch in Groß-Karben, wo das Problem Nummer eins in verschiedenen Facetten aufgeschlagen ist.

Groß-Karben ist der bevölkerungsreichste Ortsteil der Stadt Karben. Entsprechend umfangreich sind die Themen, wie man bei jeder Sitzung feststellen kann. Viele Tagesordnungspunkte drehen sich allerdings um ein Problem: den Autoverkehr, ob rollend oder stehend.

Noch deutlicher als bei Sitzungen zeigt sich das, wenn sich das Gremium um Ortsvorsteher Gerd Herrmanns (CDU) auf den Weg durch den Stadtteil macht. So wie am heißen Dienstagabend. Der Treffpunkt der Begehung war treffend gewählt: Am Parkplatz Waldhohlweg ging es los. Bevor sich der Tross aus Ortsbeiräten, Magistratsmitgliedern und angesichts der Ferienzeit beachtlichen 20 Interessierten in Bewegung setzte, kam gleich das erste Thema auf. Im Waldhohlweg, so berichteten Anwohnerinnen und Anwohner, werde zu schnell gefahren, die Straße sei abschüssig, es werde Richtung Karbener Weg gerast. Die Forderung nach Schwellen kam auf, die die Autofahrer ausbremsen sollen. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) mahnte jedoch zur Vorsicht: Dort, wo solche Schwellen auf den Straßen seien, gebe es Beschwerden von Anwohnern über immer wieder abbremsende und beschleunigende Fahrzeuge. Zudem müsse sich die Stadtpolizei die Lage vor Ort anschauen. Rahn regte jedoch an, die Stadt werde in der Straße einmal eine elektronische Tafel anbringen, die das gefahrene Tempo anzeige. »Wir wollen erst mal feststellen, wie viele Fahrzeuge hier wie schnell fahren.«

Pestalozzistraße verkehrsberuhigt?

Weiter ging es durch den Karbener Weg, an der Pestalozzischule vorbei bis in die Pestalozzistraße. Hier befinden sich die Grundschule und eine Kindertagesstätte nicht weit voneinander entfernt. Die Straße ist sehr schmal, auf einer Seite parken Fahrzeuge, und es stehen Mülltonnen auf den ausgesprochen schmalen Gehwegen. Die Stadtpolizei hatte wegen der Verkehrssituation kürzlich den Ortsvorsteher angeschrieben. Sie möchte die Pestalozzistraße nämlich in eine verkehrsberuhigte Zone umwandeln, und zwar von Haus Nummer 4 bis zur Einmündung Weingartenstraße. Das würde bedeuten: eingezeichnete Parkflächen, Schrittgeschwindigkeit, aber auch Gegenverkehr. Und letztlich eine Entfernung der Gehwege, denn in einer verkehrsberuhigten Zone darf es keine abgetrennten Gehwege geben. So recht schmeckte dieser Vorschlag den mitlaufenden Bürgern nicht. Und die Ortsbeiräte zeigten sich zunächst gleichfalls unentschlossen; die Meinungen dazu gingen weit auseinander. Zudem gab der Bürgermeister zu bedenken, dass unter Umständen die gesamte Straße umgebaut werden müsste. Das wäre ein kostenträchtiges Unterfangen. Also zog man zunächst ohne Votum des Stadtteilgremiums weiter.

Auch in der Bahnhofstraße 41 ging es um den Verkehr, allerdings ganz anders als an anderen Haltepunkten. Anwohnerinnen und Anwohner beklagen, dass die Bordsteine zu ihren Hofeinfahrten viel zu hoch seien. »Vorne hat man niedrig angefangen und dann wurden die Steine immer höher.« Der Bürgermeister sagte zu, mit Herrn Soborka vom städtischen Tiefbauamt sich die Situation bei einem Ortstermin mit den Anwohnern anzuschauen.

Siesmayerstraße als Vorbild

Die Ortsbegeher zogen dann durch das Neubaugebiet auf dem ehemaligen KSG-1920-Sportplatz. In der Siesmayerstraße kam man auf einen möglichen Lösungsansatz für die Pestalozzistraße. »Wie wäre es, man macht es dort so wie hier?«, regte eine Bürgerin an: einen Teil der Pestalozzistraße als Sackgasse auszuweisen, wobei Radfahrer aber fahren dürfen. Den anderen Teil der Straße könnte man als Einbahnstraße in einer Art Ringverkehr ausweisen. Der Bürgermeister sagte zu, dass die Stadtpolizei auch diesen Vorschlag prüfen werde.

Einige Aufregung schließlich im Hessenring, der voller Autos steht. Parkende Fahrzeuge, wohin man schaut. Anwohner deuteten hier auf mangelnde Abstände an Garagenausfahrten, Grundstückseinfahrten und Straßeneinmündungen. Rahn will auch dort die Stadtpolizei hinschicken.

Zugeparkte Straßen in Karben

Bei der Ortsbegehung des Ortsbeirats Groß-Karben war einer der Anlaufpunkte der Friedhof. Dort hatten die SPD-Beiräte Christel Zobeley und Hans-Jürgen Kuhl einige Anregungen. Seit Jahren machen sie immer wieder Vorschläge, wie das Erscheinungsbild des Friedhofes verbessert werden kann. Zobeley regte an, dass die freien Flächen zwischen den Erdgräbern für Urnengrabfelder genutzt werden sollen. Sie hatte dazu Beispiele aus anderen Städten mitgebracht, wie solche Flächen angelegt werden könnten. Rahn sagte zu, die Kosten für ein solches Feld ermitteln zu lassen. Denn alle waren sich einig: Für ein weiteres, das vierte Urnenrondell, wäre kein Platz mehr.

Die Ortsbegeher standen einige Zeit in der Sonne, manchem wurde es heiß. In der Tat zeigte sich: Es fehlt an schattigen Bäumen. »In Dortelweil wirkt der Friedhof wie ein Park«, sagte Kuhl und regte an, einige größere Bäume zu pflanzen. Rahn sagte auch hier zu, das Friedhofsamt solle einmal mögliche Standorte für größere Bäume prüfen. pe

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