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Die Trauerhalle auf dem Klein-Karbener Waldfriedhof ist eingerüstet, das Gebäude von 1968 wird zurzeit renoviert.

Waldfriedhof Klein-Karben

Fassade der Trauerhalle wird renoviert

  • VonJürgen Schenk
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Die Trauerhalle in Klein-Karben ist in die Jahre gekommen. Das kann nach mehr als einem halben Jahrhundert auch nicht verwundern. Jetzt wird erst einmal die Außenfassade renoviert. Aber dabei soll es nicht bleiben.

S eit fast 53 Jahren werden Verstorbene auf dem Waldfriedhof in Klein-Karben beigesetzt. Bei der Einweihung im November 1968 gab es an der Büdesheimer Straße nur die schematisierte Gräberfläche mit Trauerhalle. Hecken und Bäume mussten erst heranwachsen, sodass der freie Blick noch einige Zeit bis zum Karbener Wald reichte. Der damalige Klein-Karbener Bürgermeister Günter Reutzel betonte seinerzeit die Notwendigkeit des neuen Friedhofs, bei dessen Errichtung man keine Kosten und Mühen gescheut habe. Friedhofsanlage und Friedhofshalle seien unter modernsten Gesichtspunkten gestaltet worden. Erich Bingemer, ein Architekt aus Klein-Karben, hatte den Trauerhallenneubau entworfen.

Einrisse im Glas verklebt

Im Frühjahr des laufenden Jahres waren Mängel an dem Gebäude offenkundig geworden (diese Zeitung berichtete). Nach über einem halben Jahrhundert hat der Zahn der Zeit vor allem an der Außenfassade genagt. Unansehnlich seien auch die provisorisch verklebten Einrisse im Glas, bemängelte damals eine Friedhofsgängerin aus Klein-Karben. Ortsvorsteher Christian Neuwirth (CDU) erwiderte daraufhin, ihm lägen keine Beschwerden über derartige Mängel vor. Als vordergründiges Projekt nannte er das Anlegen von Urnengräbern auf dem kleineren Ortsfriedhof an der Rendeler Straße. Auch bei der Friedhofsverwaltung im Karbener Rathaus waren bis dahin keine Beanstandungen eingegangen.

Irgendwann hat sich dann aber doch die Beurteilung der Sachlage verändert. Denn wer jetzt auf den Waldfriedhof kommt, sieht die Vorderseite der Trauerhalle eingerüstet. Rund um das Gebäude sind Weißbinderarbeiten im Gange oder bereits abgeschlossen. Objekte wie der Mitteilungskasten und die Ehrentafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege wurden vorsorglich mit Plastikfolie abgeklebt, damit sie nicht verschmutzen. Dennoch lässt der Augenschein bereits vermuten, dass es sich um keine große Sache handelt.

Und das bestätigt Ortsvorsteher Neuwirth auch folgerichtig in einer E-Mail: »Die Renovierungsarbeiten sind nur in kleinerem Umfang geplant«, schreibt er. »Hierzu bedarf es auch keiner Zustimmung durch den Ortsbeirat. Solche kleinen Erhaltungsmaßnahmen werden situativ durchgeführt. Bei größeren Umbauten wird der Ortsbeirat im Vorfeld eingebunden.«

Toiletten werden im Herbst saniert

Die Verschönerung der Trauerhalle ist also von der Stadt Karben - sozusagen »auf dem kleinen Dienstweg« - in die Wege geleitet worden. Ausgeführt werden die Malerarbeiten von städtischen Mitarbeitern. Nur das Gerüst, ein Fliesenleger für die Podeste auf der Rückseite und Kleinmaterial kämen an externen Kosten hinzu, teilt Bürgermeister Guido Rahn auf Anfrage mit. »Neben den Lohnkosten für die eigenen Mitarbeiter kommen wir auf rund 5000 Euro. Im Innenbereich streichen wir dieses Jahr nicht. Im Spätherbst soll dann noch die Toilette gemacht werden, da diese auch dringend sanierungsbedürftig ist. Solche kleineren Sanierungsarbeiten laufen immer zur Erhaltung der Bausubs-tanz«, erklärt Rahn weiter. Einschränkungen bei der Friedhofsbenutzung werde es deswegen nicht geben.

Aufwendigere Fassadensanierungen seien in den nächsten Monaten für das Bürgerhaus in Petterweil, das Gebäude des Jugendkulturzentrums am Selzerbrunnen und am Feuerwehrhaus Karben-Mitte geplant.

Auf der fast 19 200 Quadratmeter großen Friedhofsanlage an der Büdesheimer Straße in Klein-Karben gibt es derzeit 843 Grabstätten. Darunter befinden sich 277 Urnengräber, 71 Urnenkammern und drei Urnenbaumgräber. 98 Gräber (Erdbestattungen) sind anonym belegt. Ein anonymes Urnengräberfeld existiert auf dem Urnenfriedhof an der Rendeler Straße. Im Jahr 2020 fanden insgesamt 29 Beerdigungen (19 Urnenbeisetzungen, 10 Sargbestattungen) statt, bis Juli 2021 waren es 21 (17/4). Bei den genannten Zahlen handelt es sich um eine aktuelle statistische Erhebung des Friedhofamtes der Stadt Karben. jsl

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