Fachmännisch kürzen

  • vonRedaktion
    schließen

Karben (pm). Wann schneide ich einen Apfelbaum, was sind meine Werkzeuge, welchen Schnitt verwende ich und wo kommt unser Obst eigentlich her? Diese Fragen und viele mehr beantwortete Uwe Müller in seinem jährlich von der IG Streuobst veranstalteten Obstbaumschnittkurs in der »Rapp’s Juice Factory« in Karben.

»Natürlich kommt der Apfel aus Deutschland oder wenn nicht, dann doch bestimmt aus Südtirol«, denken sich viele der knapp 20 Teilnehmer am Beginn des Kurses. Natürlich? Natürlich nicht. Wer weiß schon, dass viele der mittlerweile so heimischen Obstsorten ihren Weg mit Marco Polo aus dem mittleren Asien nach Europa gekommen sind. Kursleiter Uwe Müller lässt einen Wildapfel herumgehen. Groß wie eine Pflaume, sauer und bitter ist er. Weiter geht’s mit den unterschiedlichen Wuchsformen - vom Spindelobst über den Halb- zum Hochstamm. Wie wird veredelt, und wann setze ich welche Baumart ein? Experte Müller ist in seinem Element. Noch die nötigen Werkzeuge erklärt - und dann geht es an die Schnitttechniken, Zeitpunkte des Schneidens und Erziehungsarten der Bäume, mit Schwerpunkt auf der Oeschberg-Palmer-Methode mit drei bis vier Leitästen und einem spindelförmigen Mitteltrieb.

Nach dem theoretischen Teil folgt der Praxistest. Erst zeigt Müller an einem Baum vor der Factory, wie sich ein Baum, der jahrelang fachmännisch geschnitten wird, entwickelt. Denn »man muss einen Baum am besten über mehrere Jahre begleiten, damit man sehen kann, wie sich die Schnittmaßnahmen auswirken - nur so entwickelt man ein gutes Verständnis dafür«, lautet die Ermahnung des Kursleiters.

Bei Schritt zwei auf der vereinseigenen Apfelwiese werden die Teilnehmer ermutigt, ihr erworbenes Wissen anzuwenden. Und so endet der Kurs mit der Erkenntnis, dass zwar jeder einen Obstbaum schneiden kann, aber mit fachlicher Anleitung dies auch zu erwünschten Erfolgen wie besserem Obst und zu gesünderen Bäumen führt.

Fazit einer Teilnehmerin: »Oh, da sehe ich jetzt die von mir bisher geschnittenen Bäume mit ganz anderen Augen - da muss ich wohl noch mal nacharbeiten.«

Der nächste Runde Tisch der IG Streuobst findet am Dienstag, 3. März, in »Rapp’s Juice Factory« am Selzerbrunnen statt.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare