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Engagiert für Toleranz in der Schule: Diese Schüler einer fünften Klasse nahmen an einem Workshop im Rahmen des Projekts an der Kurt-Schumacher-Schule teil.

»Es geht darum, dass niemand benachteiligt wird«

  • VonGeorgia Lori
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Karben (geo). Eine Schülergruppe der Kurt-Schumacher-Schule (KSS) hat eine Ausstellung und Workshops zu Gleichberechtigung und Vielfalt innerhalb von fünf Wochen geplant. Im Projektteam waren: Lilli Mager, Janika Nass, Charlotte Reminder, Lena Habicht, Greta Burmeister, Navid Pirwayssian, Mia Dettingmeyer und Chiara Jenner. Lilli leitete mit Janika die Workshops.

Im Home-Schooling hätten sie zur Vorbereitung für Referate im Kunstunterricht eine Liste von Künstlern bekommen.

Doch es seien nur männliche Künstler gewesen. Lilli und ihre Freundesgruppe hätten sich gewünscht, dass auch Frauen genannt würden und alle Geschlechter gemeint seien. »Dies war Auslöser dafür, dass ich Heise eine E-Mail geschrieben habe, dass wir das unbedingt in einem Projekt zum Thema an der Schule machen müssen«, sagt Lilli.

Die Umsetzung habe noch vor den Sommerferien geklappt. Das Konzipieren der Workshops mit der Schulsozialarbeit sei gut gewesen. Janika sagt, die Schüler hätten sich mehrmals als Gruppe und einzeln getroffen. Brainstorming und der Aufbau von Workshopelementen machten das Thema greifbar. Dabei tauschten die Workshopleiterinnen mit den Schülern Erfahrungen aus. Die Workshops haben mit unterschiedlichen Klassen stattgefunden, die Ausstellung war für alle 1500 Schüler der KSS in der Pausenhalle zugänglich. Zudem gab es ein Pausenprogramm.

Die Botschaft des Projektes an die Mitschüler soll ein verträgliches Miteinander sein, dass man erkenne, dass alle Menschen wertvoll sind. »Es geht darum, dass niemand benachteiligt wird«, sagt Janika. In jedem Fall, sagt Lilli, sollten Forderungen an die Schulleitung gestellt werden, am Thema dran zu bleiben. Es sollte keine Unterschied aufgrund von Geschlechtern und anderen äußerlichen Merkmalen gemacht werden. Schule solle zu einem friedlichen, angenehmen Ort werden. »Wir haben so viel Unterstützung bekommen. Das hat uns so geholfen und hat alles so schön gemacht«, sagt Lilli. Auch andere Klassen hätten Interesse signalisiert. Deshalb würden auch nach den Sommerferien weitere Workshops angeboten werden. Für die Unterstufe ging es darum, Rollenbilder und Stereotypen zu hinterfragen, um Sensibilität zu schaffen. »Ich war total begeistert, dass endlich mal Schüler die Idee hatten, etwas von unten bewegen zu wollen«, sagt Bettina Kreutz von der Schulsozialarbeit an der KSS. Die Schüler hätten noch nicht die Erfahrung in der zehnten Klasse, aber Mut, etwas in Gang zu setzen. Kreutz unterstützte bei Inhalten und Konzept für die Workshops. «Wir haben etwas angestoßen, das weitergetragen wird«, ist Lilli überzeugt.

Besonders in einer Schule solle man Grundwerte für eine demokratische Gesellschaft lernen. »Es kam eine positive Resonanz aus der Lehrerschaft, als ihr das Projekt in den fünften Klassen vorgestellt habt«, ergänzt Kreutz. Janika weist in der Ausstellung auf einige Karikaturen hin, die klarmachten, dass die meisten Firmenvorstände alles andere als divers seien. Dazu gibt es Infotexte und den Verweis auf das Grundgesetz dass alle vor dem Gesetz gleich sind. Die Ausstellung stellt zudem grafisch die Jetzt-Zustände dar, damit Fakten statistisch und wissenschaftlich gesichert sind. Themen sind die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen, Cat Calling oder die »Me too«-Bewegung.

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