Neben dem Samstag-Wochenmarkt an der katholischen Kirche und dem Mittwochmarkt vor dem Rathaus soll es freitags einen weiteren Wochenmarkt in Karben geben, geht es nach den Stadtverordneten. ARCHIVFOTO: SCHENK
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Neben dem Samstag-Wochenmarkt an der katholischen Kirche und dem Mittwochmarkt vor dem Rathaus soll es freitags einen weiteren Wochenmarkt in Karben geben, geht es nach den Stadtverordneten. ARCHIVFOTO: SCHENK

Vorschlag Neue Mitte

Erhält Karben einen dritten Wochenmarkt?

  • Holger Pegelow
    vonHolger Pegelow
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Die Beliebtheit der beiden Märkte mittwochs und samstags ist in der Corona-Zeit gestiegen. Geht es nach dem Ausschuss für Stadtplanung und Infrastruktur, sollen die Menschen auch freitags ihre Waren auf einem Wochenmarkt kaufen.

K önnen die Karbenerinnen und Karbener künftig nicht nur samstags und mittwochs auf einem Wochenmarkt einkaufen? Zumindest die Tendenz bei den Mitgliedern des Ausschusses für Stadtplanung und Infrastruktur ist eindeutig. Denn einstimmig verabschiedeten sie einen Antrag der Freien Wähler (FW), mit dem die Stadt aufgefordert wird zu prüfen, ob an einem weiteren Wochentag ein Wochenmarkt stattfinden könne.

FW-Fraktionsvorsitzender Thorsten Schwellnus sagte bei der Einbringung, es gebe den beliebten Samstags-Wochenmarkt vor der katholischen Kirche und den Mittwochs-Wochenmarkt vor dem Rathaus. "Daran wollen wir nichts ändern. Aber wie wäre es mit einem weiteren Wochenmarkt an einem anderen Wochentag?", fragte Schwellnus in die Runde. Er habe mit den Beschickern der aktuellen Märkte gesprochen und als Resonanz erhalten: "Freitags wäre ein weiterer Markt ideal." Viele Menschen kauften schon freitags für das Wochenende ein, da würde der Freitag gut passen.

In der Begründung zu dem Antrag heißt es, der Wochenmarkt werde immer beliebter. Gerade in der aktuellen Corona-Pandemie sei er eine echte Alternative zum Einkauf in den Großmärkten.

Die Freien Wähler schlagen als Standort die neue Mitte vor, also dort, wo nahe dem Selzerbrunnenzentrum das sogenannte Dreiecksgrundstück bebaut wurde. Dazwischen hat die Stadt einen größeren Platz gestaltet, der laut FW durch einen Wochenmarkt an Attraktivität gewinnen könnte. "Das prüfen wir gerne", sagte Bürgermeister Guido Rahn zu dem Antrag.

Anregung durch die "Kultur on Tour"

Der FW-Antrag wurde übrigens gemeinsam mit einem Ergänzungsantrag der SPD abgestimmt. Der Magistrat soll hier prüfen, ob Wochenmärkte auch in den Stadtteilen veranstaltet werden könnten. Dabei seien die in den Ortsteilen etablierten Direktvermarkter einzubinden.

Der Platz in der neuen Mitte soll auch durch eine andere Veranstaltung aufgewertet werden. Die CDU brachte im Ausschuss für Jugend, Soziales und Kultur den Antrag ein, die neue Mitte zu einem "Kulturort" zu machen. Ausschussvorsitzende Sabine Helwig, die aus Haiger stammt, sagte, in ihrer Heimatstadt gebe es eine Veranstaltungsreihe von Stadt und kulturtreibenden Vereinen "Freitags in Haiger live". Hier werde im Sommer jeden Freitag zur festen Zeit ein Bühnenprogramm geboten - inklusive Ausschank.

Auf die Idee, eine solche Veranstaltung auch für Karben zu fordern, ist Helwig durch die Veranstaltung Mitte September "Kultur on Tour" gekommen, die in Karbens neuer Mitte Station gemacht habe. Es seien drei Musikgruppen aufgetreten, die Veranstaltung habe großen Anklang gefunden. Die CDU wünsche sich, dass die neue Mitte "zu einem Treffpunkt aller Karbener Bürger" werden solle. Bürgermeister Guido Rahn (CDU) meinte, eine solche Veranstaltung habe man bei der Stadt "als Ersatz für den abgesagten Weihnachtsmarkt" angedacht. Generell könne man das einmal probieren.

Für die SPD brachte Anja Singer einen Ergänzungsantrag ein, solche Kulturveranstaltungen auch einmal auf die Plätze in den Stadtteilen zu bringen. Das fand bei der CDU und beim Bürgermeister aber keinen Anklang. Rahn informierte, dass man auf dem freien Stadtplatz einen Stromverteilerkasten installieren wolle. "Fangen wir mit einer solchen zentralen Veranstaltung doch mal dort an. Man sei doch eine Stadt und er sei gegen dieses "Kleinklein". Dem widersprach SPD-Fraktionschef Thomas Görlich. "Auch andere Stadtteile haben Plätze." Es sei nicht fair, hier von Kleinklein zu reden, die Stadt müsse auch die Stadtteile unterstützen. Als Vorbild nannte er den Bad Vilbeler Stadtteil Massenheim. Hier werde der Wochenmarkt durch kleinere kulturelle Veranstaltungen unterstützt und erhalte deshalb so viel Zulauf.

Der Ergänzungsantrag der SPD fand im Ausschuss keine Mehrheit, der CDU-Antrag wurde gegen die Stimmen der SPD angenommen.

Im kommenden Jahr blickt der Karbener Wochenmarkt an der Kirche auf 50 Jahre zurück. Auf dem Platz am Karbener Weg vor der katholischen St.-Bonifatius-Kirche bieten jeden Samstagvormittag bis zu zehn Direktvermarkter und Beschicker aus der Stadt und ganz Hessen ihre Spezialitäten und Produkte an.

Weniger alt ist der Mittwochmarkt. Der wurde am 2. September 2009 am "Dallesplatz" eröffnet und im Oktober 2012 auf den Parkplatz am Hessenring verlegt. Seit Mai 2017 bieten die Marktbeschicker ihre Waren vor der Ladenzeile am Bürgerzentrum an.

Ob bald auch an Freitagen in der neuen Mitte nahe dem Dreiecksgrundstück ein weiterer Markt hinzukommen wird, will die Stadt nun ausloten. pe

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