Paul und seine Mutter Pascalie Löhr warten auf dem Balkon der Stadtbücherei ebenso wie Hans Kempgen. Denn rein dürfen derzeit nur fünf Besucher gleichzeitig. 	FOTO: CF
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Paul und seine Mutter Pascalie Löhr warten auf dem Balkon der Stadtbücherei ebenso wie Hans Kempgen. Denn rein dürfen derzeit nur fünf Besucher gleichzeitig. FOTO: CF

Endlich wieder Lesenachschub

  • vonChristine Fauerbach
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Karben (cf). Mit einem strahlenden Lächeln steht Leona vor den prall mit spannender Lektüre gefüllten Regalen der Stadtbücherei Karben im City-Center. Die Siebenjährige aus Groß-Karben gehört seit Anfang des Jahres zu den Kunden. »Ich lese am liebsten Bücher wie »Das magische Baumhaus« und leihe mir auch oft CDs aus. Ich lese ein Buch in zwei Tagen«, erzählt die Siebenjährige.

Sie gehörte am Montagnachmittag zu den ersten 15 Besuchern, die sich in der ersten halben Stunde nach der Wiedereröffnung mit Lesestoff versorgten. »Ich finde es super, dass die Stadtbücherei wieder geöffnet hat. Ich hatte keine Bücher mehr«, erzählt die Zweitklässlerin. So wie ihr ging es vielen. Von den 1300 aktiven Lesern kamen 132 am ersten Tag nach der Schließungsphase wegen der Pandemie in die Stadtbücherei. Sie liehen sich in den ersten drei Stunden 502 Medien bei den Mitarbeiterinnen Natalie Linnemann und Anastasia Luppe aus.

Medienpakete im To-Go-Service

»Neben unseren neuen Sonderöffnungszeiten haben Bürger, die Risikogruppen angehören, seit Anfang April die Möglichkeit sich ihre Medien mit dem Medienpaket-To-Go-Service auszuleihen«, erklärt Bibliotheksleiterin Antonia Berberich. Sie geben bei den Mitarbeiterinnen telefonisch eine Wunschliste ab und können die Bücher zu einem vereinbarten Termin abholen. Bürger, die in Quarantäne sind, können sich die Medien kontaktlos durch den Einkaufsservice Karben bringen lassen.

Der Besuch der Stadtbücherei gestaltet sich anders als gewohnt. »Für öffentliche Büchereien gelten die gleichen Hygiene- und Abstandsregelungen wie für Ladengeschäfte«, sagt Stadträtin Rosemarie Plewe (Freie Wähler). Das bedeutet, dass sich jeweils nur maximal fünf Besucher gleichzeitig in der Stadtbücherei aufhalten dürfen. Medien, die zurückgegeben werden, legen die Ausleiher in einen Wagen im Eingangsbereich ab. »Da sich das SARS-CoV-2-Virus mehr als 24 Stunden auf Papier und Pappe hält, auf Plastikeinbänden sogar bis zu 72 Stunden, desinfiziert unser Team die Einbände mit Seifenlauge«, sagt Berberich. Danach werden sie vom Team vor einer erneuten Ausleihe 24 Stunden in »Quarantäne« genommen.

Der Zutritt in die Räume erfolgt über den Balkon und ist nur mit einem bereitgestellten Korb möglich. Für Wartende stehen dort Stühle in einem Abstand von zwei Metern bereit. Vor dem Eintritt heißt es: Hände desinfizieren und Mundschutz aufsetzen. Wer keinen dabei hat, kann gegen Spende eine selbst genähte Stoffmaske erwerben, die der DAF (Deutsch-Ausländischer Freundschaftskreis) der Bücherei gespendet hat.

Die Besucher halten sich an die Regeln. Sie sind froh, dass sie wieder Ausleihen können. »Ich hatte schon Entzugserscheinungen«, gesteht Dagmar Zeitle. Während sich fünf Besucher mit neuem Lesestoff versorgen, warten andere geduldig auf dem Balkon. Zu ihnen gehören der Klein-Kärber Hans Kempgen, der einen ganzen Schwung Bücher zurückbringt und der zweijährige Paul aus Okarben. Er ist mit seiner Mutter Pascalie Löhr gekommen, um sich ein neues Buch der Reihe »Lieselotte« auszuleihen. Stadträtin Rosemarie Plewe freut sich über das Interesse an der Stadtbücherei. Auf die Frage, wann der Umzug in die neuen Räume ansteht, konnten sie keine Auskunft geben. »Da müssen sie bei Bürgermeister Guido Rahn nachfragen.

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