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Ein Zugang ohne Stufen

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Von: Holger Pegelow

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Einen eher provisorischen barrierefreien Zugang hat die Trauerhalle. Die Groß-Karbener SPD fordert die Stadt auf eine dauerhafte Rampe zu bauen. © Holger Pegelow

Zum wiederholten Male ist der Friedhof Groß-Karben Thema im Ortsbeirat.. Grund war ein Antrag der SPD auf Barrierefreiheit. Stadträtin Sabine Helwig (CDU) hat der Forderung widersprochen.

Christel Zobeleys Eltern haben auf dem Groß-Karbener Friedhof ihre letzte Ruhe gefunden. Die SPD-Politikerin erwähnte dies als Zuschauerin der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats von Groß-Karben, als sie sich aus den Zuschauerreihen zu Wort meldete. Zobeley kennt den zwischen Bahnhofstraße und Pestalozzistraße gelegenen Friedhof also gut. Und sie ist es auch, die Jahr für Jahr nachhakt und von der Stadt Verbesserungen fordert.

In dieser Wahlperiode hat sie kein Mandat mehr, aber dafür ist ihr Parteigenosse jetzt Ortsvorsteher. Deshalb brachte Martin Menn zur Sitzung auch den Antrag auf einen barrierefreien Zugang zur Trauerhalle ein. »Der Magistrat der Stadt Karben wird aufgefordert, den barrierefreien Zugang zur Trauerhalle auf dem Friedhof Groß-Karben kurzfristig zu planen und umzusetzen«, heißt es. Diese Forderung bestehe schon seit Jahren, so die Begründung. Die Umsetzung der Maßnahme sei jedoch immer wieder verschoben worden, »obwohl sie im Investitionsprogramm der Stadt Karben enthalten« sei.

77 500 Euro bereits ausgegeben

Stadträtin Sabine Helwig (CDU) indes verwies das von der Stadt aufgelegte spezielle Investitionsprogramm für die Friedhöfe. Dort sei detailliert aufgeführt, welche Maßnahmen auf welchen Friedhöfen vorgenommen werden sollen. »Meines Wissens nach gab es dazu keinerlei Änderungsanträge, etwa Maßnahmen vorzuziehen«, sagte Helwig. Die Stadträtin wies zudem darauf hin, dass nicht alles zeitgleich gemacht werden könne auf den Friedhöfen in den sieben Stadtteilen. Die Stadt wolle allen Stadtteilen gerecht werden.

Auf Anfrage hat der Pressesprecher der Stadt, Dominik Rinkart, dieser Zeitung eine Präsentation zugesandt, aus der hervorgeht, was alles in den Jahren 2014 bis 2018 gemacht wurde. Beim Friedhof Groß-Karben stehen dort 77 500 Euro zu Buche. Das Geld wurde offenbar ausgegeben für die Pflasterung von Wegen neben der Trauerhalle und den barrierefreien Zugang zum WC. Im Investitionsprogramm der Stadt ist zudem auf Seite 14 (Gesamthaushalt Seite 188) nachzulesen, dass dort in den Jahren 2023 bis 2025 jeweils 100 000 Euro für weitere Arbeiten auf dem Groß-Karbener Friedhof stehen. In den Erläuterungen heißt es unter anderem »barrierefreier Zugang zur Trauerhalle Groß-Karben«.

Hölzerner Zugang zur Halle

Wer sich aktuell dort umschaut, wird den festen barrierefreien Zugang zum WC sehen und einen hölzernen Zugang zur Trauerhalle. Menschen, die auf Rollatoren oder Rollstühlen angewiesen sind, haben bereits jetzt Zugang zur Halle.

Zobeley hat in der Ortsbeiratssitzung zudem noch eine Forderung nachgeschoben, die nicht im Antrag von Martin Menn steht: Ein Vordach für die Trauerhalle, damit die Trauergäste nicht im Regen stehen.

Acht aktive Friedhöfe sowie dreijüdische Friedhöfe

Die Stadt Karben verfügt über insgesamt acht aktive und drei jüdische Friedhöfe. Bestattungen können auf den Friedhöfen in den verschiedensten Grabarten vorgenommen werden. Die Stadtteilfriedhöfe in Groß-Karben, Kloppenheim, Okarben, Rendel, Burg-Gräfenrode und Petterweil bieten die Möglichkeit der Beisetzung von Urnen in Rasengräbern, die dann von der Stadt gepflegt werden. Aktuell gibt es drei Urnenrondelle auf dem Groß-Karbener Friedhof. Der Friedhof in Groß-Karben ist übrigens einer der ältesten Friedhöfe in der Stadt überhaupt: Er wurde bereits im Jahr 1652 angelegt. pe

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Ein fester barrierefreier Zugang führt zum WC. © Holger Pegelow

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